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Wetter in diesem Sommer: Regenreichster Juli in Bonn seit 1848

Wetter in diesem Sommer : Regenreichster Juli in Bonn seit 1848

Die Starkregen im vergangenen Monat sorgten dafür, dass es in einem Juli so viel in Bonn geregnet hat, wie seit 173 Jahren nicht mehr. Auch war der Juli ungewöhnlich kühl.

Einen sehr ungewöhnlichen Wettermix gab es dieses Jahr im Juli: keine Hitzetage und Tropennächte, extreme Unwetter mit enormen Regenmengen und weniger Sonne– dieses Fazit zieht der ehemalige Chefstatistiker der Stadt Bonn, Klaus Kosack. Dabei greift er auf Daten der Wetterstation Bonn-Endenich der Uni Bonn und seiner Wetterdatenbank zurück.

■ Temperatur: Mit einer Durchschnittstemperatur von 19,5 Grad Celsius landete er auf Platz 36. Der wärmste Juli war bisher der im Jahre 2006 mit 23,9 Grad Celsius; der kühlste Juli in Bonn war im Jahre 1907 mit 15,0 Grad Celsius. An 14 Tagen überschritt die Quecksilbersäule die 25 Grad Celsius-Marke; allerdings schaffte der Juli diesmal keinen einzigen Tropentag, denn mehr als 29,0 Grad Celsius am 25. schaffte die Quecksilbersäule nicht. Einen Juli ohne Tropentag gab es zuletzt 2011. Am 21. Juli hatten wir mit 11,8 Grad Celsius die niedrigste Monatstemperatur. Der Juli war um 0,8 Grad Celsius kühler als der vorangegangene Juni. Eine größere Differenz zum Vormonat gab es zuletzt 2000.

■ Sonne: Ohne eines stabilen Hochs über Bonn konnte sich die Sonne weniger durchsetzen: Mit 171 Stunden landete der Juli auf den 38. Platz hinter den Jahren 1997 (176 Stunden) und vor 1973 (167 Stunden). Damit ist der Juli der dritte Monat des Jahres, der sein Monatssoll nicht erreichte. 27 Stunden fehlten. Gegenüber dem langjährigen Mittel schien die Sonne schon 108 Stunden länger in diesem Jahr, dies entspricht einem kompletten Oktobermonat. An vier Tagen schien die Sonne länger als 13 Stunden; an drei Tagen versteckte sie sich den ganzen Tag.

■ Niederschlag: Der Juli 2021 war extrem nass: An 14 Tagen fielen insgesamt 222 Liter pro Quadratmeter, das ist mehr als die dreifache Menge eines normalen Julis. Damit wurde ein neuer Monatsrekord seit Januar 1848 aufgestellt. Der meiste Regen fiel am 14. mit 130,4 Liter pro Quadratmeter. Hierfür war Tief „Bernd“ verantwortlich. So viel Regen an einem Tag gab es noch nie in Bonn. Zuletzt war die höchste Tagesmenge am 21. August 1996 (90,4 Liter pro Quadratmeter) gemessen worden. Damit wurde der bisherige Julirekord von 2014 um zehn Liter pro Quadratmeter übertroffen. Es gab nur 14 Regentage, davon drei Starkregentage. 84 Prozent der Juli- Niederschläge fielen an den Tagen, wo mehr als zehn Liter pro Quadratmeter fielen. Schon jetzt ist die Regenmenge des Vorjahrs fast erreicht worden.

Das hatte auch Auswirkungen auf den Rheinpegel. Am 17. kletterte der Pegelstand auf die Rekordhöhe von 7,71 Metern, das ist neuer Bonner Juli-Rekord seit 1901. Der Monatspegel landete bei 5,06 Metern und ist der dritthöchste Julipegelstand nach 1910 und 1980.

■ Vergleich mit 2020: Der Juli 2020 war um 0,3 Grad Celsius wärmer als der aktuelle Juli. Im Vorjahr war die Minimaltemperatur mit 10,6 Grad Celsius etwas niedriger, aber der Höchstwert mit 37,5 Grad Celsius war um 8,5 Grad höher. Außerdem gab es drei Sommertage und vier Tropentage mehr. Den heißesten Julitag hatten wir bisher am 25. Juli 2019 mit 41,9 Grad Celsius. 2020 fielen 37 Liter pro Quadratmeter an Regen und die Sonne schien 54 Stunden länger.