Rhein in Flammen 2024 Neuer Veranstalter setzt auf Drohnenshow

Bonn · Nachhaltiger soll Rhein in Flammen in diesem Jahr werden – aber nicht minder spektakulär. Die Veranstaltung wächst mit neuem Veranstalter, der Neues wagen will, ohne das Bewährte einzustampfen.

 Mit den Drohnen lassen sich faszinierende Bilder an den Nachthimmel werfen.

Mit den Drohnen lassen sich faszinierende Bilder an den Nachthimmel werfen.

Foto: Showmatrix GmbH

The show must go on – die Show muss weitergehen –, das gilt auch für Rhein in Flammen in den Rheinauen. Aber einiges wird in diesem Jahr anders sein. Die Stadt Bonn hat nach einem neuen Ausrichter gesucht, der ein neues Konzept vorlegt, und setzt jetzt auf die RiF-Bonn GmbH, die eigens dafür gegründet wurde. Und die hat sich für die Veranstaltung von Freitag, 3. Mai, bis Sonntag, 5. Mai, einige Neuheiten ausgedacht, allen voran eine Drohnenshow als Ergänzung zum beliebten musiksynchronen Höhenfeuerwerk.

 Freude schöner Drohnenfunken: v.l. Udo Schäfer, Katja Dörner, Yannick Fugenzi und Carsten Sperling schüren die Vorfreude auf Rhein in Flammen.

Freude schöner Drohnenfunken: v.l. Udo Schäfer, Katja Dörner, Yannick Fugenzi und Carsten Sperling schüren die Vorfreude auf Rhein in Flammen.

Foto: Stefan Knopp

Dieses hat die Nibelungen zum Thema. „Wir haben die Sage kinderfreundlich abgewandelt“, sagte Yannick Fugenzi von der RiF-Bonn GmbH bei der Pressekonferenz zum Event. Das eigentliche Feuerwerk dauert nur 15 Minuten, weitere zehn Minuten werden mit 300 Drohnen umgesetzt. An deren Unterseite sind Lichtkugeln angebracht, die auch die Farbe ändern können. Die Show ist vorprogrammiert, das Unternehmen Showmatrix aus Limburg lässt die Drohnen quasi auf Knopfdruck fliegen. Mehr als 300 Fluggeräte würden wenig Sinn machen, so Fugenzi, da das Publikum für eine größere Show auch weiter weg sein müsste.

Tribüne am Rheinufersee

Apropos Publikum: Erstmals wird am Rheinufersee auch eine Tribüne aufgebaut, von der aus man den besten Blick aufs Geschehen hat. Für die Sitzplatzreservierung muss man bezahlen: Es gibt eine Basisvariante für 52,40 Euro und das VIP-Ticket für 151,40 Euro. Im günstigen Ticket ist ein Freigetränk enthalten, im teuren ein Begrüßungscocktail, Catering und Barbetrieb. Aber Fugenzi beruhigte: Die Tribüne wird oben am Weg aufgebaut, davor bis zum Seeufer soll weiterhin genügend Platz sein, um auf der Wiese zu sitzen und die Show zu genießen. Die Tribüne, die am Samstag um 19 Uhr öffnet, werde aber schon gut gebucht, vor allem von älteren Menschen wegen des komfortablen reservierten Sitzplatzes, aber generell quer durch alle Altersgruppen.

Rhein in Flammen soll nachhaltiger werden, und deshalb setzt der Veranstalter auf wiederverwendbare Pfandbecher. Die kann man laut Carsten Sperling, stellvertretender Amtsleiter der Bürgerdienste, auch über mehrere Jahre hinweg verwenden und dann immer noch zurückgeben. Das soll Abfall vermeiden, und außerdem sehen sie schmuck aus. Denn auf ihnen ist ein Beethoven abgedruckt, der in der einen Hand Feuerwerksraketen und in der anderen ein Feuerzeug hält. Man will mit Strom aus regenerativen Quellen arbeiten, sowohl für die Stände, Attraktionen und Bühnen als auch für die Drohnen-Akkus. Auch das Feuerwerk selbst soll umweltfreundlicher werden: Eingesetzt werden Feuerwerkskörper, die nach Angaben des Herstellers leiser sind und weniger Plastik beinhalten, da verschiedene Komponenten wie etwa Hülsen und Verpackung aus Altpapier bestehen.

Mittelaltermarkt am Ufer

Ebenfalls neu ist, dass die Veranstaltung bis ans Rheinufer ausgedehnt wird. Dort gibt es entlang des Stresemannufers den Planetenlehrpfad, auf dem ein Mittelaltermarkt eingerichtet wird. Händler, Gaukler, Spielleute, entsprechende Speisen und Getränke soll es geben. Außerdem sollen mehrmals tägliche Feuershows sowie Fackeln, Kerzen, Feuerschalen und Flammkörbe für eine stimmungsvolle Beleuchtung sorgen.

Das ist auch für den Schiffskonvoi wichtig. Denn die Tourismus und Congress GmbH T&C ermöglicht auch wieder, Rhein in Flammen am Samstagabend von einem Schiff aus zu erleben. 17 Schiffe starten von Königswinter aus rheinabwärts, fahren bis zur Bonner Nordbrücke und kehren um, damit sie rechtzeitig zum „Abschlussspektakel“ kommen, wie T&C-Geschäftsführer Udo Schäfer das Höhenfeuerwerk mit Drohnenshow in den Rheinauen nannte. Die rund 4000 Passagiere erleben kleine Feuerwerke zum Start und an der Nordbrücke, außerdem gut 50 illuminierte Stellen entlang der Strecke. Das Eröffnungsfeuerwerk wird von der Schloss Drachenburg gGmbH, der Bergbahnen im Siebengebirge GmbH, der Tourismus Siebengebirge GmbH und dem Maritim-Hotel Königswinter unterstützt.

Die Rheinbacher Eventtechnik-Firma Wotec sorgt für die adäquate Beleuchtung. Darunter sind beleuchtete Brückenköpfe, Gebäude wie das Rheinhotel Dreesen, das WCCB, der Alte Zoll, die Villa Hammerschmidt und die Bonner Oper. Auch einige Schiffsanlegebrücken werden angestrahlt. Und eben auch das Rheinufer mit dem Mittelaltermarkt. So seien alle Angebote miteinander verzahnt, sagte Schäfer. Ihm zufolge gibt es nur noch wenige Restkarten auf einigen Schiffen, die über bonnticket.de erhältlich sind.

So wird Rhein in Flammen in diesem Jahr zu einem in Teilen neuen Erlebnis, auf das sich Oberbürgermeisterin Katja Dörner freute. „Was wäre das erste Mai-Wochenende ohne Rhein in Flammen?“ Corona habe gelehrt, wie wichtig es sei, gemeinsam zu feiern, sagte sie. Der Wunsch, die Veranstaltung nachhaltiger auszurichten und näher an den Rhein heranzurücken, sah sie im Konzept gut umgesetzt.

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