1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Rheinaue Bonn: Feuer im Biergarten - Verletzter nicht vernehmungsfähig

Nach dem Brand am Parkrestaurant : Schwerverletzter aus der Rheinaue ist noch nicht vernehmungsfähig

In der Nacht zu Donnerstag ist der Pavillon des Biergartens in der Rheinaue abgebrannt. Ein Mann wurde einige Stunden nach dem Feuer schwer verletzt in einem nahegelegenen Gebüsch aufgefunden. Er ist bisher noch nicht vernehmungsfähig.

Einen Tag nach dem Brand eines Holzpavillons im Biergarten des Parkrestaurants in der Rheinaue hat die Polizei keine Hinweise auf die Brandursache. „Der Verletzte konnte bislang nicht vernommen werden“, sagt Polizeisprecher Simon Rott am Freitagnachmittag. Der Mann kam mit schweren Brandverletzungen ins Krankenhaus und wird dort weiterhin intensivmedizinisch betreut. Am Montag sind die Ermittler zur Brandbegehung in der Rheinaue. Weiterhin ruft die Polizei möglich Zeugen auf, sich bei den Ermittlern zu melden.

Am Mittwochabend, 19.30 Uhr, war in der Rheinaue noch alles in Ordnung: Die sechs Musiker der Brandy Beatles Complete betreten die Bühne im Biergarten am Parkrestaurant. Als die ersten Takte erklingen, stehen die Gäste auf, fangen an zu klatschen und zu singen. Sie genießen die ausgelassene Stimmung, die Musik, das Stück Normalität in Zeiten der Corona-Krise.

Nur wenige Stunden später wird diese Normalität jäh unterbrochen: Im Biergarten lodern Flammen. Um kurz nach 4 Uhr am Donnerstagmorgen bemerken Anwohner das Feuer. Der Holzpavillon, der als Ausschank genutzt wird, brennt lichterloh. 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr rücken an, um den Brand zu löschen. Die Situation vor Ort entpuppt sich als gefährlich für die Einsatzkräfte: Im Pavillon lagern mehrere CO2- und auch Propangasflaschen, die explodieren können. Der Feuerwehr gelingt es, die Flaschen rechtzeitig zu sichern und zu kühlen. Ein defekter Hydrant stellt die Einsatzkräfte vor die nächste Herausforderung: Eine Wasserversorgung muss aufgebaut werden, ein Tanklöschfahrzeug anrücken. Mehr als zwei Stunden ist die Feuerwehr damit beschäftigt, den Brand zu löschen.

Erst einige Zeit später, als die Feuerwehr bereits zur Nachschau vor Ort ist, entdeckt ein Restaurant-Mitarbeiter in einem Gebüsch einen Mann mit schweren Brandverletzungen. Mit einem Hubschrauber wird der Schwerverletzte ins Krankenhaus gebracht. Die Polizei überprüft einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Brand und der verletzten Person.

Während Feuerwehr und Polizei im Biergarten im Einsatz sind, steht Dirk Dötsch, Geschäftsführer und Pächter des Parkrestaurants, fassungslos daneben. Erst eine Woche zuvor hat Dötsch nach wochenlanger Ungewissheit den Auftakt des Sommerfestivals gefeiert. Die Konzertreihe im Biergarten war für ihn der „Hoffnungsschimmer in der Corona-Krise“. Trotz des Brandes wird das Sommerfestival weitergehen. „Eine Pause würde die verunsicherten Gäste nur noch mehr verunsichern“, sagt Dötsch.

Ein Großteil der Schirme, Bierbänke und Tische ist unversehrt geblieben. Noch während der Löscharbeiten in der Nacht überlegt Dötsch Alternativen und plant, auf einer angrenzenden Wiese den Biergarten zu eröffnen: „Solange ich Tische und Stühle und eine Fläche habe, kann ich weitermachen.“ Dötsch verkündet am Donnerstagmorgen, dass das geplante Konzert von Christian Meringolo am selben Abend auf der Terrasse stattfinden wird. Das Feuer hat das Restaurantgebäude samt Terrasse nicht erreicht, sodass der Betrieb dort weitergehen kann. „Wir bauen derzeit die mobile Bühne auf der Terrasse auf“, sagt der Geschäftsführer am Donnerstagmittag. „Die Hilfsbereitschaft von allen Seiten ist überwältigend.“

Parallel dazu laufen auf der Wiese am Restaurant weitere Arbeiten. Ab Freitag wird dort ein Pop-Up-Biergarten öffnen. Das Konzert am Freitagabend wird dort wie geplant stattfinden, inklusive Blick auf das Siebengebirge. Das einzige, was die ersten Tage anders sein wird, ist das Essen. „Wir werden zunächst nur eine abgespeckte Speisekarte anbieten können. Ich denke die Besucher werden uns verzeihen, wenn es ein paar Tage nur Pizza und Bockwurst gibt“, sagt Dötsch. Trotz aller Umstände bleibt der Geschäftsführer optimistisch: „Wir lassen uns nicht unterkriegen. Was Corona nicht geschafft hat, schafft auch kein noch ungeklärter Brand.“

Im vergangenen Oktober hatte der Freizeittreff in der Rheinaue gebrannt. 70 Feuerwehrleute verhinderten damals, dass das Feuer auf das Parkrestaurant übergreift. Dötsch sagte zu den beiden Bränden: „Es macht schon nachdenklich, was hier nachts im Park so alles passiert.“