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Ruinierter Freizeitpark: Rheinaue ist eine Schlammwüste

Ruinierter Freizeitpark : Rheinaue ist eine Schlammwüste

Die zentrale Wiese in der Rheinaue ist nach dem Firmenlauf komplett zerstört. Der Bund übernimmt Kosten für die Wiederherstellung, die aber möglicherweise erst mit dem Jahreswechsel beginnt.

Die Furchen in der Wiese der Rheinaue sind bis zu einem halben Meter tief, die sonst grüne Fläche ist eine Schlammlandschaft. Der Bonner Firmenlauf auf dem Areal zwischen Baseballplatz und Von-Sandt-Ufer hat seine Spuren hinterlassen. „Aber es sieht schlimmer aus, als es ist“, sagt Veranstalter Burkhard Weis. Trotzdem war er zunächst geschockt, als sich selbst die für solches Terrain gebauten Fahrzeuge festfuhren und die Wiese umpflügten.

Deshalb ruht der Abbau der letzten Zelte vorerst. „Wenn es trocken bleibt, werden wir den Rest noch diese Woche abräumen können“, so Weis. Daran war in den vergangenen Tagen nicht zu denken. Der starke Regen während der Veranstaltung am Donnerstag und die vielen Läufer hatten den Boden völlig aufgeweicht. Selbst extra ausgelegte Fahrspuren für die Gabelstapler und Zugmaschinen waren wirkungslos. Sie versackten einfach im Matsch.

„Das Problem dieser Wiese ist, dass sie für solche Belastungen nicht gemacht ist“, erklärt Dirk Dötsch, der schon viele Veranstaltungen in der Rheinaue erlebt hat. So sei der Untergrund der Blumenwiese speziell verdichtet und habe Drainagen, die überschüssiges Wasser ableiten. Für Kühlwagen und schwere Geräte gebe es gesonderte Flächen, die nochmals verstärkt seien. „Das alles gibt es auf der jetzt zerstörten Wiese nicht“, erklärt er.

Dass der Firmenlauf überhaupt dorthin gezogen ist, hängt mit der Weltklimakonferenz zusammen. „Wir mussten entweder absagen oder die Wiese wechseln“, sagt Weis. Da die Veranstaltung schon vorbereitet und angekündigt war, entschied man sich für den Umzug.

Deshalb komme laut Stadtverwaltung der Bund für die entstandenen Schäden auf. „Die Verhandlungen, wann die Wiederherstellung der Flächen erfolgt, laufen zurzeit“, sagt Marc Hoffmann vom Presseamt. Demnach sei offen, ob die Wiese schon in den nächsten Tagen oder erst ab Ende Dezember, wenn auch die Zelte der Weltklimakonferenz abgeräumt sein sollen, renaturiert wird.