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Salatbar in Bonn: Angeklagter beruft sich nach Mordversuch auf Erinnerungslücken

Attacke in Bonner Salatbar : Angeklagter beruft sich nach Mordversuch auf Erinnerungslücken

Ein Drogenabhängiger steht in Bonn vor dem Schwurgericht. Er soll sein Opfer mit einem Messer zweimal in den Rücken und einmal in die Brust gestochen haben. Die Männer hatten offenbar bereits zuvor Probleme miteinander.

Die Tat geschah offenbar unvermittelt: Noch wenige Minuten vor der ersten Attacke half das Opfer wohl dem Täter noch dabei, sich einen Drogencocktail aus Kokain und Heroin zu injizieren. Vor dem Bonner Landgericht hat nun am Montagmorgen der Prozess um einen 40-jährigen Bonner begonnen, der am frühen Abend des 29. Mai sein 32-jähriges Opfer mit einem Messer zweimal in den Rücken und einmal in die Brust gestochen haben soll.

Offenbar hatten die beiden Männer aus der Drogenszene bereits früher Probleme miteinander. Nachdem er ihm die Spritze in den Hals gesetzt habe, sei der Hass auf den Mann zurückgekommen und er habe sich wie in einem „Ego-Shooter“ gefühlt, ließ der Angeklagte das Schwurgericht über seinen Anwalt wissen. Neben dem Hotel Bristol habe er dann, wie von der Anklage angenommen, seinen Bekannten unvermittelt mit einem Messer zweimal in den Rücken gestochen. Das Opfer war lebensgefährlich verletzt worden und musste intensivmedizinisch behandelt werden.

Was das weitere Geschehen betrifft, überkamen den im Grundsatz geständigen Angeklagten allerdings dann allerdings einige Gedächtnislücken: Zwar erinnere er sich, wie er dem Verletzten, der gemeinsam mit einem 19-jährigen dritten Bekannten die Flucht angetreten hatte, in die nahegelegene Salatbar „Supasalad“ gefolgt sei. Dann aber wisse er nurmehr, dass er einen kräftigen Schlag mit einem Feuerlöscher ins Gesicht bekommen habe. Das Opfer und der jüngere Begleiter hatten sich in der Personaltoilette der Gaststätte verschanzt. Laut Anklage stieß der Täter dem Verletzten dort das Messer erneut in den Körper und ihn in die linke Brust.

Um sich und das Opfer zu verteidigen, griff sich der 19-Jährige offenbar einen Feuerlöscher und schlug zu. Der Angreifer suchte daraufhin das Weite. Die von Zeugen alarmierte Polizei stellte den jetzt ebenfalls verletzten Angreifer wenig später im Bereich der Poppelsdorfer Allee.

Der Mordversuch ist nicht das einzige Verbrechen, weswegen der Mann vor Gericht steht: Für den Prozess wurden insgesamt vier Anklagen verbunden. In einem Fall geht es um gefährliche Körperverletzung, bei der ebenfalls ein Messer zum Einsatz gekommen sein soll. Das Urteil gegen den mehrfach vorbestraften Angeklagten könnte noch vor Weihnachten gesprochen werden.