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Samstagabend in Bonn: Jugendliche zieht es an die Hotspots

Polizei fuhr regelmäßig Streife : Bonner Jugendliche zog es am Wochenende an die Hotspots

An den bekannten Bonner Hotspots wie etwa im Hofgarten oder auch auf dem Frankenbadplatz wurde es am Wochenende wieder eng. Vor allem Jugendliche haben das gute Wetter für ihre privaten Treffen genutzt.

Am Samstagabend waren Ben, Luke, Philippe (alle 18) und Lukas (17) mit Freunden in der Rheinaue unterwegs. Sie würden häufiger zum Feiern in den Park kommen, sagte Ben. „Jetzt ist die Lage lockerer, deswegen treffen wir uns wieder öfters“, sagte er. „Die Gruppen werden von Abend zu Abend größer. Das Thema Corona scheint bei den meisten abgehakt zu sein“, sagte Luke. Für ihn ein positives Signal, nach einer Zeit der Entbehrungen. „Corona versaut unsere Jugend – wir können nicht in Clubs feiern und in den Urlaub fahren.“ Bis in die frühen Morgenstunden soll in der Rheinaue viel los sein, berichteten die jungen Männer. Die Abstände würden bei den Ansammlungen meist nicht eingehalten, fügte Ben hinzu. Die Polizei und Kräfte des Ordnungsamts seien in dem Park immer wieder auf Streife. Am Brassertufer war am Samstag auffällig wenig los. Hanna Meermann (19) und Thalia Piening (20) hatten es sich auf einem Aussichtspunkt mit einer Picknickdecke gemütlich gemacht.

Am Alten Zoll führte die Seebrücke Bonn eine Kundgebung durch. Menschen saßen in Grüppchen auf der Wiese und hielten die Abstände zwischen den Picknickdecken ein. Zwei Ordnungsbeamte, die wegen der Protestaktion zu Menschenrechten im Einsatz waren, mussten eine 20-köpfige Gruppe trennen. „Ansonsten verhalten sich die Menschen aber regelkonform und der Abend verläuft ruhig“, so ein Polizist.

Im Hofgarten kam Festivalstimmung auf. Hauptsächlich junges Publikum feierte dort. Paul Meter (21) und Xavier Müller (19) freuten sich über die gute Stimmung. „Es ist schon voll hier, aber ich finde, wenn man geimpft ist oder vorher einen Schnelltest gemacht hat, kann man auch feiern“, sagte Meter.

Polizeimaßnahmen zeigten Wirkung

Auf der Poppelsdorfer Allee zeigten die Maßnahmen der Polizei Wirkung. Dort war am Samstagabend kaum jemand unterwegs. Am Poppelsdorfer Schloss soll es laut einer Bonnerin (26) nachmittags dagegen voll gewesen sein. „Das Ordnungsamt hat hier verstärkt größere Personengruppen kontrolliert.“ Ein Altstadtbesucher berichtete, dass am Frankenbad am Freitagabend Hunderte Menschen eng beieinander gesessen haben sollen.

Insgesamt „viele Ruhestörungen“ verzeichne das Ordnungsamt für das Wochenende, teilte Stadtsprecherin Monika Hörig am Sonntagnachmittag mit. „Besondere Vorkommnisse“ habe es laut einer Bilanz der Bonner Polizei aber nicht gegeben. Auch über die Videokameras am Brassert­ufer und auf der Poppelsdorfer Allee sei nichts festzustellen gewesen. Das Ordnungsamt habe nicht um Amtshilfe gebeten.