Sanierung der Uni Bonn Provisorische Aula ersetzt provisorische Mensa

Bonn · Die groß angelegte Sanierung des Unischlosses soll 2027 starten und bis 2034 dauern. Nun gibt es Einzelheiten zur Interims-Aula am Hofgarten.

Wo die provisorische Mensa steht, plant die Universität eine Aula während der Sanierung.

Wo die provisorische Mensa steht, plant die Universität eine Aula während der Sanierung.

Foto: Benjamin Westhoff

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) wird für die Bonner Universität am Hofgarten eine Interimsaula bauen können. Während der langwierigen Sanierung des Hauptgebäudes, dem früheren kurfürstlichen Schloss, will die Uni mit dem Bau studentisches Leben im Herzen der Stadt erhalten, wie Christiane Feger Ley, Abteilungsleiterin beim BLB, und Marion Duisberg, Leiterin des Liegenschaftsdezernats der Uni, vor dem Planungsausschuss betonten. „Zur Verknüpfung universitären und städtischen Lebens“, sagte Duisberg.

Aula für 700 Personen

Die Aula soll dort stehen, wo seit einigen Jahren die provisorische Mensa aufgebaut ist. Letztere ersetzt bis etwa 2025 die alte Mensa an der Nassestraße, die derzeit mit Wohnungen und Studentenwerk an gleicher Stelle wieder aufgebaut wird. Die Aula wird allerdings drei Meter weiter als die Mensa zum Regina-Pacis-Weg, also in Richtung Hofgartenwiese, ragen. Einerseits sei das notwendig, weil um das Provisorium eine Feuerwehrzufahrt führen muss, andererseits um die Größenverhältnisse der bestehenden Bestandsaula im Schloss in etwa zu erreichen. Vorgesehen ist eine Aula mit Platz für 700 Personen und eine Bühne für das Universitätsorchester mit derzeit 80 Mitgliedern.

Die Höhe der Aula soll gut elf Meter betragen und erreicht damit etwa die zweite Fensterreihe. Maßgeblich ist die Traufhöhe des Kaiserplatzflügels, der links vom Provisorium liegt. Eine Bauvoranfrage hatte der BLB schon bei der Stadt eingereicht. Die Bonner Verwaltung war zu dem Ergebnis gekommen, ihr entsprechen zu wollen. Der Planungsausschuss nahm diese Einschätzung mit breiter Mehrheit gegen die Stimme des Bürger Bundes Bonn zur Kenntnis.

Feger-Ley führte aus, dass das Schloss während der Sanierung und der damit verbundenen hohen Schadstoffbelastung weitgehend leergezogen werden muss. Die Schloßkirche allerdings bleibe nach bisheriger Einschätzung von der Sanierung wohl unberührt. Mit der Detailplanung sei ab dem dritten Quartal 2024 zu rechnen. „Das dauert etwa zwei bis drei Jahre, in denen wir uns eng mit dem Denkmalschutz abstimmen“, erklärte Feger-Ley. Die eigentliche Sanierung solle 2027 beginnen und bis 2034 dauern. Die Kosten hat die Uni grob mit einer Milliarde Euro beziffert.

Baustofflager nicht auf der großen Wiese

Nach der Vorstellung des BLB ist die große Hofgartenwiese, die insbesondere in der warmen Jahreszeit stark von Studenten und Familien genutzt wird, nicht von der Baustelle beziehungsweise der Interimsaula betroffen. Womöglich aber sei durch die drei zusätzlichen Meter der Aula der Durchgang an dieser Stelle so schmal, dass ein befestigter Radweg auf der Wiese notwendig werden könnte. So war es auch während der Garagensanierung. Die Anfahrt von Baumaterial ist über die Stockenstraße und den Regina-Pacis-Weg angedacht. Lagern sollen die Baustoffe neben der künftigen Aula. Dort hatte der BLB schon den Stahl zur Sanierung der Uni-Tiefgarage deponiert. Feger-Ley sagte, aller Voraussicht nach würde das Baustofflager von einem Zaun und einer Plane umgeben, die mit einem Fassadenabbild des kurfürstlichen Schlosses bedruckt sei.

Zum Aussehen der Fassade ist noch keine Entscheidung gefallen. Feger-Ley führte aus, dass der BLB bereit sei, die Stadt bald über verschiedene Varianten informieren zu können. Während Bert Moll (CDU) die Bedeutung eines „abgestimmten Baustellenmanagement“ hervorhob, betonte Rolf Beu (Grüne), er erwarte von der provisorischen Aula „mehr als eine weiße Plastikschale“. Der Bürger Bund Bonn in Person von Marcel Schmitt lehnte den Bau als solchen ab. Es wäre sinnvoller, die Uni würde mit ihren Veranstaltungen in die Beethovenhalle gehen, deren Sanierung bis dahin abgeschlossen sein soll.

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