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Gedenken an Imam Hussain: Schiiten veranstalten Trauermarsch in der Bonner Altstadt

Gedenken an Imam Hussain : Schiiten veranstalten Trauermarsch in der Bonner Altstadt

Klagelieder und Schläge auf die Brust: Die schiitische Gemeinde ist am Sonntag wieder im Gedenken an Imam Hussain durch die Maxstraße gezogen.

Regelmäßig begeht die schiitische Gemeinde Qamar Bani Hashim den Todestag ihres Märtyrers Hussain, Nachkomme des Propheten Mohammed, mit einem Trauermarsch. Ihn begannen die schwarz gekleideten Teilnehmer – vorwiegend mit pakistanischen, indischen, irakischen und iranischen Wurzeln – auf dem Boden sitzend mit Gebeten und Klageliedern.

Später zogen sie unter Gesang einige Meter durch die Maxstraße, wobei sie sich rhythmisch auf die nackte Brust schlugen. Weitergehende Selbstverletzungen zum Ausdruck der Trauer – im Irak kommen dabei durchaus auch scharfe Klingen zum Einsatz – sind in Bonn ordnungsrechtlich untersagt. Die sichtbaren Narben auf dem Rücken mancher Teilnehmer lassen auf entsprechende Erfahrungen schließen.

Der Umzug verlief ohne Zwischenfälle – von der kurzen Sperrung der Maxstraße abgesehen. Vor einigen Jahren hatte die Selbstgeißelung für Diskussionen und Empörung gesorgt. Der Imam Hussain gilt als zentrale Figur im schiitischen Islam und war vor 1400 Jahren in der Schlacht von Kerbela getötet worden. Die Gläubigen gedenken seiner mit Prozessionen im Frühjahr und im Herbst.