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Hausdorffstraße in Kessenich: Schlechte Karten für das Wettbüro

Hausdorffstraße in Kessenich : Schlechte Karten für das Wettbüro

Stadt und Politiker wollen die Eröffnung in Kessenich verhindern. Ladeneigentümer Bill Mockridge versteht den Ärger nicht.

Aus der geplanten Eröffnung eines Wettbüros in der Ladenzeile an der Hausdorffstraße wird wohl nichts werden. Nachdem die Initiative "Kessenich ist kult" rund 1000 Unterschriften von Bürgern gegen das Wettbüro gesammelt und vorige Woche an die Adresse von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch gesandt hatte, scheint sie nun am Ziel zu sein: Die Stadtverwaltung schlägt für die Sitzung des Planungsausschusses am Mittwoch vor, "zur Vermeidung von städtebaulichen Fehlentwicklungen" das Wettbüro in dem Ladenlokal nicht zu genehmigen.

Das soll passieren, indem das Gremium einen Aufstellungsbeschluss fasst, um den Bebauungsplan entsprechend zu ändern. Wie zu hören war, wird es heute Abend wohl eine klare Mehrheit für diesen Vorschalg geben, auch die Ratskoalition von CDU/Grünen will mitmachen.

"Das wird kein strittiges Thema werden, denn alle Fraktionen betrachten die Eröffnung eines Wettbüros in Kessenich als nachteilig für den Stadtteil", sagte Rolf Beu (Grüne), der Vorsitzende des Planungsausschusses, dem GA.

Zuvor hatte sich insbesondere die Linken-Fraktion an die Spitze der Bewegung gestellt und kritisiert, dass Wettbüros für schädliche Verdrängungseffekte bei den ansässigen Gewerbebetrieben sorgen. Auch "Kessenich ist kult" befürchtet eine Abwärtsspirale der Geschäftswelt in der Ladenzeile und der Pützstraße.

Gar nicht verstehen kann das Bill Mockridge. Ihm gehören die vier Ladenlokale im Erdgeschoss des Geschäftshauses, darunter die Fläche, die das Wettbüro mietet. "Es war meine erste Frage, ob das etwas Seriöses ist", sagte er dem GA. "Und mir ist berichtet worden, dass die ihren Job gut und professionell machen." Solche Wettbüros seien bundesweit in allen großen Städten tätig. "Das ist keine Unterwelt", versucht der Kabarettist die Sorgen der Kessenicher zu zerstreuen.

Ins selbe Horn stößt sein Verwalter Frank Eschke. Über das Wettbüro habe er eine seriöse Schufa-Auskunft bekommen. "Ich habe denselben Laden in Brühl zur Verwaltung", erzählt Eschke und versichert: "Da gibt es keinen Ärger im Umfeld." Alkohol werde dort im übrigen nicht ausgeschenkt. Und schließlich: Es habe auch keinen anderen Interessenten aus dem Ort für das Ladenlokal gegeben, mit dem eine Vermietung zustande gekommen wäre.

Eine Darstellung, die so nicht ganz zutreffe, sagt Katja Dietrich. Sie betreibt an der Pützstraße das Geschäft "haushalt & co" und war an dem besagten Ladenlokal interessiert gewesen. "Ich hatte mich im vorigen Jahr telefonisch bei der Verwaltungsfirma gemeldet", sagt sie: "Die wollten mich zwecks eines Termins zurückrufen, haben sich aber nie gemeldet." Etwas später habe sie gehört, dass ein Wettbüro einziehen werde.

Verwalter Eschke weiß von dieser Anfrage nichts, wie er beteuert. Dabei wäre sie ihm durchaus willkommen gewesen: "Ich hätte das doch lieber gemacht als das andere, weil das weniger stressig gewesen wäre. Das können Sie mir glauben."