Neuer Fonds unter dem Dach der Bürgerstiftung Bonn Schnelle Hilfe für Flüchtlingsarbeit

Bonn · Die Zahl der Flüchtlinge, die in der Stadt untergebracht werden müssen, liegt mittlerweile bei fast 2500 Menschen. Das sagte Bonns Integrationsbeauftragte Coletta Manemann bei der Vorstellung des neuen Fonds "Hilfe für Helfer" und zollte diesem Projekt hohen Respekt.

 Die Bündnispartner stellen den neuen Hilfsfonds vor.

Die Bündnispartner stellen den neuen Hilfsfonds vor.

Foto: Bürgerstiftung

Mit ihr soll das Engagement vieler ehrenamtlicher Initiativen finanziell gefördert werden. Dafür steht nach ersten Spendenaufrufen jetzt schon ein Grundstock von 80 000 Euro zur Verfügung. Werner Ballhausen, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Bonn, unter deren Dach der Fonds läuft, hofft, dass schon bald 100 000 Euro zur Verfügung stehen. "Viele engagieren sich ehrenamtlich und wollen den Flüchtlingen das Gefühl geben, willkommen zu sein, sagte er. Ihnen will das neue Bündnis aus Bonner Stiftungen, Unternehmen, Wohlfahrtsverbänden, der Industrie- und Handelskammer Bonn/Rhein-Sieg sowie der Handwerkskammer Köln unter die Arme greifen. Einzelne Projekte sollen bis zu 1000 Euro gefördert werden - schnell und unbürokratisch. Einige Beispiele:

Leuten, die in Flüchtlingsheimen Malkurse anbieten, könnte mit der Unterstützung das Material bezahlt werden. Das geschieht auch, wenn deutsche und Flüchtlingskinder gemeinsam musizieren und Instrumente bauen wollen. Wer Nachhilfe gibt, hat es einfacher, die Lehrmittel anzuschaffen. Nach dem Vorbild Hamburg könnten an Flüchtlingsheimen Gärten und Hochbeete angelegt werden. Ein Zoobesuch in Köln ist kein Problem mehr, da der Fonds den Eintritt, die Fahrt und Verpflegung übernimmt. Bei Fachtagungen würden Referentenkosten und Raummieten übernommen.

Einzelpersonen können nicht gefördert werden, sie müssen sich laut Ballhausen aber nur einer gemeinnützigen Einrichtung als Kooperationspartner anschließen. "Die Mehrzahl der Bonner begegnet den Flüchtlingen mit Herzlichkeit und Wärme. Der Hilfsfonds will dafür sorgen, dass es so bleibt." Zu den weiteren Bündnispartnern gehören die Sparkasse Köln-Bonn, die bereits dreimal 10 000 Euro bis 2017 zugesagt hat, die IVG Stiftung (25 000 Euro), die Lieselotte-Peipers-Stiftung, die Stiftung Gemeinsam Handeln, die Caritas-Stiftung Bonn, das Diakonische Werk Bonn und Region, der Verein Senioren- und Jugendhilfe des Bonner Stadtsoldaten-Corps, das Beethovenhaus Bonn sowie die Kommunikationsagentur Dahm und Freunde.

Benefizkonzert im Dezember

Um weitere Spenden zu sammeln, bietet das Beethovenhaus ein Benefizkonzert am Dienstag 15. Dezember, ab 20 Uhr an der Bonngasse an. Der 1988 in Jordanien geborene Pianist Karim Said spielt Werke von Beethoven - Fünfzehn Variationen mit einer Fuge Es-Dur op. 35 (Eroica-Variationen), Sonate für Klavier c-Moll op. 13 (Pathétique) - sowie Fantasia von William Byrd. Laut Ursula Timmer-Fontani, der Leiterin des Kammermusiksaals, passe die Musikauswahl sehr gut, denn der Menschenfreund Beethoven habe selbst Gutes tun wollen.

Karten für das Konzert gibt es in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen für 29,70, ermäßigt 16,50 Euro (inklusive der Gebühren). An dem Abend wird zudem um eine Spende für den Hilfsfonds gebeten. Mehr Informationen zu Spenden und Fördermöglichkeiten stehen auf www.buergerstiftung-bonn.de.

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