Podium 49 in Bonn Schommer trifft Schommer

BONN · Den eigenen Namen im Internet gegoogelt hat wohl jeder schon einmal. Spannend wird es, wenn man dabei einen Namensvetter findet.

 Namensvettern treffen im Podium 49 aufeinander: Der Architekt Karl-Heinz Schommer bevorzugt weißen Burgunder, der Pfarrer Karl-Heinz Schommer neigt eher zu einem Riesling.

Namensvettern treffen im Podium 49 aufeinander: Der Architekt Karl-Heinz Schommer bevorzugt weißen Burgunder, der Pfarrer Karl-Heinz Schommer neigt eher zu einem Riesling.

Foto: Barbara Frommann

Das dachte sich auch der Koblenzer Pfarrer Karl-Heinz Schommer, als er auf den gleichnamigen bekannten Bonner Architekten stieß und sagte sich: "Den sollte man mal persönlich kennenlernen." Im Podium 49 trafen sich die beiden nun zum ersten Mal. Unter dem Titel "hoch und heilig" hatte der Salon für Kultur, Wirtschaft und Wein in der Bonner Südstadt den Architekten und den Priester in einer Talk-Runde zusammengeführt.

Beide Schommers waren neugierig auf die Begegnung. Obwohl er drei Stunden zuvor noch den letzten Baum auf das Modell seines Entwurfs für den Architektenwettbewerb für das Beethoven-Festspielhaus gesetzt hatte, konnte der Bonner Schommer den Koblenzer Pfarrer noch überraschen.

Er hatte im Internet recherchiert und ein Foto aus seinem letzten Pfarrbrief gefunden, das ihn karnevalistisch kostümiert in Barcelona zeigt. "Was hat das mit dem Karneval auf sich?", wollte der Architekt wissen und überreichte passend zum Thema gleich noch einen entsprechenden Orden. "Ich bin kein ausgemachter Karnevalist, lasse mich aber gern anstecken", gestand der Pfarrer.

Zunächst ist der gleiche Name alles, was die beiden Schommers verbindet. Der erfolgreiche Architekt wurde für das Kameha Hotel mit dem sogenannten "Oskar der Immobilienwirtschaft", dem MIPIM Award, ausgezeichnet. Mit vielen Projekten wie der Kaiserpassage, dem Erweiterungsbau des Sparkassen- und Giroverbandes oder der städtebaulichen Gestaltung und Realisierung des "Bonner Bogens" hat er auf Dauer Spuren in der Stadt hinterlassen. Nach seinem Architekturstudium und nach einiger Zeit als Leistungsfechter eröffnete er 1981 sein Büro in Bonn.

Der heutige Koblenzer Pfarrer Karl-Heinz Schommer hat nach einer Ausbildung im Handwerk Theologie und Philosophie in Trier und Rom studiert. Nach seiner Priesterweihe 1984 in Trier war er als Seelsorger tätig. Seit 2002 stand er dann aber fast zehn Jahre im Dienst der Auslandsseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz für Deutschsprachige, zunächst in Prag und anschließend in Barcelona.

Im Gespräch stellten sich dann dennoch einige Gemeinsamkeiten heraus. So wurden die beiden nur mit einem Jahr Unterschied geboren und das im pfälzischen Schweich und Dillingen an der Saar, zwei Orten, die nahe beieinanderliegen. Außerdem studierte der Koblenzer während seiner Seelsorgezeit in Bonn Kunstgeschichte und interessierte sich dabei sehr für die Architektur des Mittelalters. Und auch zu einem guten Tropfen Wein sagen die beiden nicht nein - wobei der Bonner eher einen weißen Burgunder, der Koblenzer einen Riesling bevorzugt.

Und so hat das Treffen im Podium 49 dafür gesorgt, dass aus zwei Namensvettern Freunde wurden. Die beiden Schommers schmiedeten sogar schon Pläne für die Zukunft: 2017 wollen sie gemeinsam nach Rom reisen.

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