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Girl’s und Boy’s Day in Bonn: Schüler schauen Ärzten und Feuerwehrleuten über die Schulter

Girl’s und Boy’s Day in Bonn : Schüler schauen Ärzten und Feuerwehrleuten über die Schulter

Die Bonner Uniklinik beteiligt sich am „Girl’s und Boy’s Day“. Per Videokonferenz sind die Schüler dabei, wenn ein Herzkatheter eingesetzt wird und erfahren, wie der Alltag der Feuerwehr auf dem Klinikgelände aussieht.

Tierärztin, Schauspielerin oder Sängerin wollen die meisten Mädchen einmal werden, Polizist, Mechatroniker und Fußballprofi sind die Traumberufe der Jungs. Die Berufswahl vieler Jugendlicher ist nach wie vor von Rollenklischees geprägt. Um Schülern wenigstens für einen Tag einen Blick in ganz andere Arbeitsbereiche zu bieten, öffnen seit vielen Jahren Betriebe, soziale Einrichtungen, Forschungsinstitute, Handwerker und Unternehmen ihre Türen zum „Girls’ und Boys’ Day“, der heute bundesweit stattfindet.

Die Pandemie macht den Organisatoren des Berufsorientierungsprojekts jedoch einen Strich durch die Rechnung. Während die Schüler in der Vergangenheit hautnah in die Arbeitswelt eintauchten und teilweise selbst aktiv werden konnten, gibt es diesmal meist nur einen digitalen Einblick in den Berufsalltag. Dennoch beteiligen sich in Bonn erneut 30 Unternehmen, Einrichtungen und Betriebe an dem Aktionstag. Knapp 340 Schüler sind in Werkstatt, Büro oder Labor zugeschaltet. Dabei sind unter anderem das Fraunhofer-Forschungsinstitut, das Hausdorff Center für Mathematik, die Orbit Gesellschaft für Applikations- und Informationssysteme, T-Systems, die SPD-Europaabgeordneten aus NRW sowie eine Reparaturwerkstatt für Fahrzeugscheiben.

Die Bonner Uniklinik ist ebenfalls wieder mit dabei. Am heimischen Bildschirm bekommen 40 junge Teilnehmer einen tiefen Einblick in den klinischen Alltag – von der hochkomplizierten Medizintechnik, den unterschiedlichen Pflegeabläufen bis hin zur Notfallmedizin.

Per Zoom sind die Schüler dabei, wenn ein Herzkatheter eingesetzt wird und erfahren, wie der Alltag der Feuerwehr auf dem Klinikgelände aussieht. Durch Videovorträge, praktische Beispiele und Diskussionen bekommen die Jugendlichen erste Eindrücke, wie digitalisiert der Pflegejob mittlerweile ist und wie vielseitig die Einsatzbereiche in der Notfall- und Intensivmedizin sein können. „Die Corona-Pandemie erlaubt uns zwar keine Live-Begegnungen. Dafür können wir unsere digitalen Stärken intensiver nutzen und unsere zukünftigen Mitarbeiter schon im Kennenlernprozess dafür begeistern“, betont Brigitte Joya-Schmitz, Bildungsreferentin am Zentrum für Personalentwicklung am UKB.

Da es diesmal an persönlichen Gesprächen vor Ort fehlt, ist als besonderes Highlight ein „Girls' Day-Digital-Event“ geplant. An diesem Donnerstag gibt es für alle Teilnehmer in der Zeit zwischen 9.30 und 11.00 Uhr ein öffentliches Live-Programm mit spannenden Impulsen, Interviews und Diskussionsrunden. Mit dabei sind Vorbilder aus verschiedenen Berufen sowie der Politik. Das Programm gibt es unter www.girls-day.de.

„Es ist unglaublich wichtig, jungen Menschen in der aktuellen Pandemie Perspektiven zu bieten. Auch im Hinblick auf die Berufs- und Studienorientierung“, erklärt Elsbeth Schöppner, Leiterin der Bundeskoordinierungsstelle des Girls' Day – Mädchen-Zukunftstags. „Nie war der Bedarf an Fachkräften – aktuell und in Zukunft – größer. Junge Menschen müssen ihre Potenziale nutzen, unabhängig vom Geschlecht. Deswegen bedarf es einer Berufs- und Studienorientierung frei von Geschlechterklischees.“