25-Jähriger in Bonner Bahn verprügelt Schuh des Opfers führt zu Schlägern

Bonn · Recht kleinlaut sitzen die beiden Männer auf der Anklagebank und geben zu, was sie am frühen Morgen des 3. April einem Passanten in der City angetan haben: Sie schlugen in der Nähe des Bertha-von-Suttner-Platzes auf den 25-Jährigen ein, verfolgten den Flüchtenden in die Bahn, wo sie weiter auf ihn einprügelten und -traten.

25-Jähriger in Bonner Bahn verprügelt: Schuh des Opfers führt zu Schlägern
Foto: dpa

Zu guter Letzt nahmen sie sogar noch einen Turnschuh ihres Opfers mit, und genau das führte auf ihre Spur. Nun müssen sich die 24 und 23 Jahre alten Angeklagten wegen gefährliche Körperverletzung vor dem Bonner Amtsgericht verantworten. Ein dritter Mann, der an der Tat beteiligt war, konnte nicht ermittelt werden.

Was sie damals geritten hat und was genau passiert ist, wissen die beiden Auszubildenden angeblich nicht mehr: Sie seien zu betrunken gewesen. Das aber können Polizeibeamte als Zeugen nicht bestätigen, ihnen erschienen die zwei nur leicht angetrunken.

Ganz genau erinnert sich dagegen das Opfer an jene Nacht, wie seine Aussage im Zeugenstand zeigt: Gegen 5.15 Uhr seien drei Männer auf ihn zugekommen, und der unbekannte Dritte habe 20 Euro gefordert. Er habe gesagt, er brauche sein Geld selbst, und sei weggegangen. Da hätten die drei ihn verfolgt und auf ihn eingeschlagen. Vergeblich habe er versucht, sie mit dem Wurf einer leeren Bierflasche zu vertreiben.

Als er in die Bahn gesprungen sei, seien sie ihm gefolgt, hätten ihn in eine Ecke gedrängt und so lange auf ihn eingeschlagen- und getreten, bis einer gesagt habe: „Kommt, der hat genug.“ Zwischenzeitlich hatte der Bahnführer die Bahn gestoppt und die Polizei gerufen. Die entdeckte die Täter wenig später in der Nähe, und als die Meldung kam, die Schläger hätten dem Opfer einen Turnschuh weggenommen, waren die Täter überführt. Denn der Schuh lag vor ihnen auf dem Boden. Das Opfer erlitt eine blutende Wunde an der Hand, Schürfwunden und Prellungen am ganzen Körper. Vor allem eine durch die Gewalteinwirkung verursachte Kiefersperre machte dem 25-Jährigen zwei Wochen zu schaffen, wie er erklärt. Und dann räumt er ein: Er habe den Angreifern den „Stinkefinger“ gezeigt: „Danach war mir eigentlich klar, dass ich Schläge kassiere.“

Die Angeklagten bitten ihr Opfer um Entschuldigung und erklären, es tue ihnen furchtbar leid. Beide sind als Jugendliche bereits wegen Körperverletzung aufgefallen, der 23-Jährige sogar wegen gefährlicher Körperverletzung. Nun werden sie zu Haftstrafen auf Bewährung verurteilt, der 24-Jährige zu sechs Monaten, der 23-Jährige zu sieben Monaten und zwei Wochen. Und: Als Bewährungsauflage müssen beide in den nächsten sechs Monaten 100 Sozialstunden beim Amt für Stadtgrün leisten.

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