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Distanzunterricht wegen hoher Inzidenz: Schulen in Bonn bleiben weiterhin geschlossen

Distanzunterricht wegen hoher Inzidenz : Schulen in Bonn bleiben weiterhin geschlossen

Die Schulen in Bonn bleiben wegen steigender Coronazahlen weiter dicht. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, findet ab Montag an allen Schulen im Stadtgebiet erneut nur Distanzunterricht statt. Zudem werden weitere Corona-Regeln in Bonn verschärft.

An den Schulen in Bonn wird es wegen steigender Coronazahlen weiterhin nur Distanzunterricht geben. Ab Montag sollen die Schulbänke leer bleiben. Ausgenommen sind die Abschlussklassen und Qualifikationsphasen der gymnasialen Oberstufe. Dies hatte die Stadtverwaltung am Samstagabend via Facebook mitgeteilt.

„Die Verlängerung des Distanzunterrichts bedeutet fraglos eine weitere Belastung der Eltern, Schulen und insbesondere der Kinder, die ich sehr bedauere. Sie ist aus unserer Sicht aber in der aktuellen Situation eine wichtige Maßnahme, dem Infektionsgeschehen nicht weiter Vorschub zu leisten“, teilte Oberbürgermeisterin Katja Dörner am Sonntag mit. Wegen der weiter steigenden Inzidenzwerte sehe die Stadt keine andere Möglichkeit, als die bisherigen Maßnahmen zu verschärfen. Am Sonntag ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Bonn erneut stark gestiegen: Der Wert liegt aktuell nach Angaben der Stadtverwaltung mit 196,3 nur noch knapp unter der 200er-Marke. Am Samstag lag die Inzidenz noch bei 186,5, am Freitag bei 179 und am Donnerstag bei 162.

Bereits am Freitag hatte der städtische Krisenstab mit Blick auf die hohe Inzidenz in der Bundesstadt schärfere Corona-Maßnahmen angekündigt. So wurde bereits vor dem Wochenende in Aussicht gestellt, dass alle Schulen und Kitas wieder schließen und es nur noch Notbetreuung geben könnte.

Nach GA-Informationen war auch die hohe Inzidenz in der Altergruppe der Fünf- bis 14-Jährigen ausschlaggend für die kurzfristige Entscheidung. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) lag der Inzidenzwert in dieser Altersklasse im Bonner Stadtgebiet am Freitag bei 259 und damit noch deutlich über dem durchschnittlichen Wert in Bonn.

Abschlussklassen können sich auf Prüfungen vorbereiten

Schüler der Abschlussklassen der allgemeinbildenden Schulen, der Berufskollegs und der Förderschulen sowie die entsprechenden Semester im Bildungsgang Realschule und Gymnasium der Weiterbildungskollegs können sich dagegen im Präsenzunterricht auf ihre Prüfungen vorbereiten. Ebenso wird in den Qualifikationsphasen der gymnasialen Oberstufe, des beruflichen Gymnasiums und der Bildungsgänge der Weiterbildungskollegs verfahren. Für die Jahrgangsstufen 1 bis 6 sowie an Förderschulen mit den Förderschwerpunkten Geistige Entwicklung und körperliche und motorische Entwicklung kann die Schule auf Antrag der Eltern eine Notbetreuung ermöglichen.

Festgelegt sind die Regelungen für den Distanzunterricht in einer Allgemeinverfügung, die die Stadt in Absprache mit dem Land NRW am Sonntag formell im Amtsblatt bekannt gemacht hat und die am Montag in Kraft tritt.

Kitas werden nicht geschlossen

Der beantragten Schließung der Bonner Kitas hat die Landesregierung derweil nicht zugestimmt. OB Katja Dörner bedauert laut Mitteilung diese Entscheidung und wiederholte gleichzeitig ihren eindringlichen Appell an Eltern, ihre Kinder nach Möglichkeit nicht in die Kitas zu schicken. Auch die Firmen in Bonn sollen ihren Mitarbeitenden die Arbeit zuhause gestatten, wo immer dies machbar ist.

Bonner Einzelhandel muss wieder schließen

Bonn verschärft im Kampf gegen das Coronavirus noch weitere Regeln: So geht der Einzelhandel ab Montag wieder in den Lockdown. Dann entfällt in Bonn die Möglichkeit, Geschäfte mit einem tagesaktuellen negativen Testergebnis betreten zu können. Es bleibt dann im Rahmen der Notbremse des Landes NRW für diese Geschäfte beim „click and collect“, also der Abholung bestellter Waren. Nur Lebensmittelgeschäfte, Drogeriemärkte, Apotheken und alle Geschäfte, die Waren für den täglichen Bedarf anbieten und die auch bislang ohne negatives Testergebnis betreten werden durften, bleiben auch weiterhin geöffnet. Eine Ausgangssperre, wie sie seit Mitternacht am Freitag beispielsweise in Köln gilt, ist dagegen derzeit nicht geplant. Sie bringe zu wenig, teilte der Bonner Krisenstab zuletzt mit.

Körpernahe Dienstleistungen, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zum Kunden nicht eingehalten werden kann, sind in Bonn untersagt. Davon ausgenommen sind medizinisch notwendige Leistungen, Friseurleistungen, Leistungen der nichtmedizinischen Fußpflege sowie der gewerbsmäßigen Personenbeförderung. Für den Friseurbesuch ist weiterhin ein bestätigter negativer Coronatest notwendig.

Auch Kultur-Einrichtungen wieder geschlossen

Auch Museen, Ausstellungen und Gedenkstätten dürfen nicht mehr öffnen. Der Betrieb von Bibliotheken und Archiven ist auf die Abholung, Auslieferung und Rückgabe von Medien beschränkt.

Ab Mittwoch benötigt zudem jeder, der einen Termin bei der Stadtverwaltung wahrnehmen möchten, ein aktuelles negatives Testergebnis. Oberbürgermeisterin Katja Dörner appellierte zudem an die Unternehmen in Bonn, Homeoffice zu ermöglichen, wo immer dies möglich ist.

Inzidenz steigt weiter an

Am Sonntag ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Bonn erneut stark gestiegen: Der Wert liegt aktuell nach Angaben der Stadtverwaltung mit 196,3 nur noch knapp unter der 200er-Marke. Am Samstag lag die Inzidenz noch bei 186,5, am Freitag bei 179 und am Donnerstag bei 162. Die Stadt verzeichnete in den vergangenen sieben Tagen 647 Neuinfektionen, 958 Menschen gelten aktuell als infiziert.