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Jahnschule und Beethoven-Gymnasium: Schulleiterinnen in Bonn gehen in Ruhestand

Jahnschule und Beethoven-Gymnasium : Schulleiterinnen in Bonn gehen in Ruhestand

In Bonn haben sich in den vergangenen Tagen zwei Schulleiterinnen in den Ruhestand verabschiedet. Sibylle Clement geht als Rektorin der Jahnschule, Renate Giesen als Leiterin des Beethoven-Gymnasiums.

Das erste Schulhalbjahr ist vorüber. Zeit für zwei Schulleiterinnen, Tschüss zu sagen: Sibylle Clement von der Jahnschule und Renate Giesen vom Beethovengymnasium haben sich von ihren Schülern Kollegen und Eltern diese Woche in den Ruhestand verabschiedet.

Mit einem weinenden, aber auch einem lachenden Auge hat sich Sibylle Clement von ihrer Jahnschule verabschiedet. Seit 2000 hat die 64-jährige Lehrerin und Pädagogin die Grundschule in Auerberg geleitet. Es war ein Abschied in Etappen: Schüler und Kollegen hatten ein buntes Programm vorbereitet, am Donnerstagnachmittag gab es dann den offiziellen Abschiedsakt, bei dem Schulamtsleiter Hubert Zelmanski und Schulrätin Claudia Brall das jahrzehntelang Engagement der Schulleiterin für die Kinder, Kollegen und Eltern würdigten.

„Ich danke Ihnen für die tolle Unterstützung auch meiner Arbeit und dafür, dass Sie mir und meinen Kolleginnen und Kollegen als ausgewiesene Expertin mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben“, sagte Zelmanski. Brall bezeichnete Clement gar als „eine Institution in der Bonner Schullandschaft“. Vorerst wird Clements Stellvertreterin Gabriele Wolf die Schule kommissarisch leiten.

Clement als "Bauleiterin"

1973 kam die gebürtige Heilbronnerin zum Studium nach Bonn. Nach beruflichen Stationen an Schulen im Rhein-Sieg-Kreis absolvierte sie ein Aufbaustudium der Sonderpädagogik an der Fernuni Hagen. 1992 wurde die Mutter von zwei erwachsenen Kindern Rektorin der Ludwig-Richter-Schule in Duisdorf. Sie wechselte anschließend als Rektorin an die Jahnschule. Clements Engagement ging auch über den Schuldienst hinaus: 18 Jahre lang war sie Mitglied im örtlichen Personalrat für Lehrer an Grundschulen (bis 2008 auch noch an Hauptschulen) und wurde 2008 zur Personalratsvorsitzenden gewählt. Sie arbeitete unter anderem mit in der Projektgruppe der Stadt Bonn zur Neuorientierung der Offenen Ganztagsschule und war stellvertretende Sachkundige Bürgerin im Jugendhilfeausschuss.

Auch als „Bauleiterin“ betätigte sich Clement: „In meine Zeit an der Jahnschule fiel der Neubau sowie später der Erweiterungsbau.“ Insgesamt hat sie 41 Jahre als Lehrerin in vier Schulformen und zehn Schulen gearbeitet. Für die Kinder hatte die stets gelassen wirkende, warmherzige Frau immer ein offenes Ohr, für viele Kollegen war sie eine gute Ratgeberin. „Es lebe die Freiheit“, hat sie auf ihre Einladung zur Abschiedsfeier geschrieben. Was macht sie nun mit dieser Freiheit? „Ausruhen, Haus aufräumen und ausschlafen“, sagte Clement mit einem Lachen. Sie freue sich zudem auf die Zeit mit ihren drei Enkelkindern und auf Reisen, die sie nun auch außerhalb der Schulferien unternehmen kann.

Überraschungstag für Renate Giesen

Zwei Tage bevor am Freitag Renate Giesen nach 40-jährigem Schuldienst als Oberstudiendirektorin des Beethoven-Gymnasiums offiziell in ihren Ruhestand verabschiedet wurde, konnte ihre Sorge, sich nicht mehr persönlich von allen Schülern verabschieden zu können, genommen werden: Die 921-köpfige Schülerschaft des Gymnasiums bereitete ihr mit dem Kollegium und Giesens Nachfolger Uwe Bramstedt einen Überraschungstag.

Schuldezernentin Martina Schwarz, Schulamtsleiter Hubert Zelmanski, die Vorsitzende der Bezirksdirektorenkonferenz, Dorothee von Hoerschelmann, sowie Schulpflegschaft, Kollegen und Schüler drückten beim Festakt in Wort, Musik und Spiel ihre hohe Wertschätzung für die zehnjährige Leitung der Schule sowie zu ihrer Person aus. „Ich bin 40 Jahre lang jeden Tag gerne in diese Schule gegangen“, betonte Giesen in ihrer Dankesrede. Sie empfände diese Zeit als ein „riesiges Geschenk“ und sei „unendlich dankbar“ dafür. Das Beethoven-Gymnasium sei eine wunderbare Schule mit „tollen Kindern, tollen Kollegen und tollen Eltern“.

An die Grenze des Machbaren

Wie zum Beweis fügte die nun pensionierte Schuldirektorin noch an, dass sie gerade 66 Jahre alt geworden sei und damit bis an die Grenze des Machbaren ausgekostet habe, was beamtenrechtlich möglich war. Sie werde mit Wehmut gehen, wisse jedoch, dass alles seine Zeit habe. Zunächst wird sie der Einladung ihrer Kinder zu einem zweiwöchigen Urlaub in Südafrika folgen, die damit einer vermeintlichen Depression zum Ende ihrer Schullaufbahn vorbeugen wollten. Doch Giesen ist weit davon entfernt und spricht von „vielen Ideen“ für die Zukunft.

Im September wird sie in Aachen eine Coaching-Ausbildung beginnen, von der sie hofft, weiterhin mit Jugendlichen tätig sein zu können. „Ich möchte noch etwas tun und etwas von dem zurückgeben, was ich bekommen habe.“ Und bei allen Aktivitäten werde sie nicht zu den Pensionären gehören, die nie Zeit haben, schmunzelte sie. Uwe Bramstedt (49), der bereits seit siebeneinhalb Jahren Giesens Stellvertreter war und wie seine Vorgängerin Biologie, Religion und Philosophie unterrichtet, hat zum 1. Februar die Leitung der Schule übernommen.