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Schulstart in Bonn: Testpflicht und Corona-Regeln im neuen Schuljahr

Auftakt ins neue Schuljahr : Alles bleibt anders für Bonns Schüler und Lehrer

Zum Start des neuen Schuljahrs haben in Bonn Testpflicht und bekannte Verhaltensregeln im Unterricht und in den Pausen gegriffen. Der Stadtverband der Lehrergewerkschaft GEW sorgt sich um die Sicherheit beim Präsenzunterricht.

Mitten hinein in einen verregneten Sommer und in Zeiten erneut steigender Corona-Fallzahlen sind am Mittwoch rund 50.000 Bonner Kinder und Jugendliche ins neue Schuljahr gestartet. Zum Auftakt stand dabei eine bereits bekannte Pflichtveranstaltung: wie schon vor den Ferien müssen sich die Rückkehrenden auch weiterhin testen, um am Unterricht teilnehmen zu können. Die Präsenz in den Schulen ist auch Thema eines offenen Briefs der Bonner Sektion der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Der Verband sorgt sich akut um die Sicherstellung des Vor-Ort-Unterrichts und den Gesundheitsschutz für Schüler und Lehrkräfte.

Auch am Clara-Schumann-Gymnasium in der Südstadt kommen am frühen Mittwochmorgen erstmals seit sechseinhalb Wochen wieder Schüler und Lehrer zusammen. Das Gros der rund 950 Kinder und Jugendlichen kennt das Prozedere. In Klassen- und Kursverbänden werden zur ersten Stunde nicht nur Begrüßungsworte der Lehrer, sondern auch Selbsttests verteilt. Für die neuen fünften Klassen hält Schulleiter Manfred Theis in den kommenden Tagen neben einem herzlichen Willkommen auch ein Regelwerk bereit. Vorgaben für Verhalten im Unterricht und in den Pausen gehören genauso dazu wie Hinweise auf Unterrichtsstoff und Klausurenplanung unter Corona-Bedingungen.

Bekannte Abläufe in Unterricht und Pausen

Theis sieht seine Schule angemessen aufgestellt für den Start, „vor allem, weil wir auf die Erfahrungen des vergangenen Jahres zurückgreifen können.“ Die Abläufe seien bekannt, die Strukturen in Klassen und Kursräumen habe man nicht nachbessern oder umbauen müssen. „Natürlich haben wir in den Ferien den Anstieg der Inzidenzwerte in Bonn mit Sorge beobachtet, speziell mit Blick auf die Gruppe der unter 18-Jährigen“, sagt der Schulleiter.

In der Debatte um Luftfilter für Schulen sieht Theis sein das Clara-Schumann-Gymnasium außen vor. „Wir haben uns nicht darum bemüht, weil wir hier ordentliche Möglichkeiten zum Lüften haben. Das zeigen die Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit und die Einschätzung von Gutachtern.“ Insgesamt regiere ein wachsamer Optimismus beim Start ins dritte Schuljahr unter Corona-Bedingungen, sagt Theis.

Der Bonner Stadtverband der GEW beginnt das Schuljahr hingegen mit einem flammenden Appell: In einem offenen Brief fordern die Gewerkschafter verantwortliche Politiker in Bonn und Düsseldorf auf, die Schulen noch besser auf das neue Corona-Schuljahr vorzubereiten. Die Lehrkräfte hätten mit Blick auf die sprunghaft steigende Inzidenz große Bedenken zum Start. „Wir sind uns mit Frau Gebauer einig, dass wir Unterricht in Präsenz wollen – aber in sicherem Präsenz“, betont Rolf Haßelkus vom Leitungsteam der GEW Bonn in dem Schreiben. Von der viel beschworenen Normalität, die die NRW-Schulministerin verkündet hat, könne insbesondere in Bonn noch keine Rede sein.

Lehrergewerkschaft erneuert Forderungen nach Luftfiltern

Gleichzeitig erneuert die Bonner GEW-Sektion ihre Forderung nach einer flächendeckenden Versorgung mit Luftfilteranlagen. Vor dem Hintergrund der hohen Inzidenz und im Angesicht von drohenden Infektionswellen müsse alles getan werden, damit die Schülerinnen und Schüler im Herbst nicht erneut in den Lockdown müssten. Die Haltung der Landesregierung, Präsenzunterricht unabhängig von der Inzidenz umzusetzen, sei in diesem Zusammenhang waghalsig, sagt GEW-Sprecher Haßelkus. Zudem müssten niederschwellige Impfangebote vor Ort in den Schulen angeboten werden.