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Radfahren in Bonn: Schutzstreifen im Katzenlochbachtal geplant

Radfahren in Bonn : Schutzstreifen im Katzenlochbachtal geplant

Die Röttgener Straße soll nach jahrelanger Diskussion sicherer für Fahrradfahrer werden. Allerdings haben Fußgänger nichts von den Plänen der Stadtverwaltung.

Sie ist steil, schmal und kurvig, und für Fahrradfahrer und Fußgänger eigentlich eine Zumutung: Die Röttgener Straße zwischen dem Bernhard-Berzheim-Platz in Ippendorf und dem Röttgener Kreisel an der Reichsstraße ist seit Jahren im Gespräch, um sie sicherer zu gestalten. Jetzt soll etwas passieren, denn die Stadt will bergauf zumindest einen einseitigen Schutzstreifen von 1,50 Meter Breite für Fahrradfahrer anlegen. Auf einen regulären Fuß- und Radweg soll aber weiter verzichtet werden, weil die Straße nur zwischen 6,10 und 6,50 Meter breit ist.

Nach mehrmaligem Drängen der Politik hat die Stadtverwaltung jetzt eine Beschlussvorlage für die Sitzung der Bezirksvertretung Bonn am 6. September präsentiert, in der sie einem bergauf verlaufenden Schutzstreifen zustimmt. Die Markierungen wären mit Ausgaben von 9000 Euro verbunden, was die Stadt als kostengünstige Lösung einstuft.

Diese wird auch deshalb verfolgt, weil auf der Röttgener Straße bisher nur eine geringe Fußgänger- und Radfahrerfrequenz herrscht, wie es heißt. Allerdings verweist die Stadt zugleich auf die wachsende Bevölkerung durch das neue Baugebiet „Am Hölder“ sowie die zunehmende Nutzung von E-Bikes. Deshalb sei in Zukunft mit einem steigenden Bedarf an einer verkehrssicheren Fußgänger- und Radfahrverbindung über die Röttgener Straße zu rechnen.

Doch das ist erst mal Zukunftsmusik: Einen 2,50 Meter breiten gemeinsamen Geh- und Radweg für den Radverkehr in beide Richtungen auf einer Länge von 750 Metern würde rund 500 000 Euro kosten, hat die Stadt schon vor zehn Jahren festgestellt. Und wegen der hohen Kosten darauf verzichtet.

Die Anlage eines einseitigen Schutzstreifens stellt daher nur die zweitbeste Variante dar. Und die muss auch noch von der Aufsichtsbehörde gesondert genehmigt werden. Denn weil die Röttgener Straße außerhalb der geschlossenen Bebauung teilweise als „Außerortstrecke“ einzustufen ist, sei die Anlage eines Schutzstreifens nur ausnahmsweise und mit Genehmigung der Bezirksregierung möglich. Diese Genehmigung werde nach dem politischen Beschluss am 6. September eingeholt.

Besonders kritisch ist dabei der kurvige Streckenteil im Bereich der Brücke über das Katzenlochbachtal zu bewerten. Genau dort ist nach Ansicht der Stadt kein Schutzstreifen möglich, „da die Mittelmarkierung in diesem Bereich aufrechterhalten werden sollte, um hier ein umsichtiges Fahrverhalten der Autofahrer und die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Kilometer pro Stunde zu unterstützen“, so die Stadt. Dafür wird das Anlegen von Rüttelstreifen als sinnvoll erachtet. Im Bereich des Brückenbauwerks über den Katzenlochbach wurde auch die Möglichkeit einer Verbreiterung der vorhandenen Brücke für Fußgänger und Radfahrer geprüft. Diese erfordere ein eigenständiges Stützbauwerk, das einen Eingriff in das vorhandene Naturschutzgebiet auslösen würde.

Allein die Kosten für die beidseitige Erweiterung für Fußgänger und Radfahrer auf der Brücke wird auf 200 000 Euro geschätzt. Da die Erweiterung des Brückenbauwerks nur einen Teilbereich der Kurvensituation ausmacht, könne die Gefahrensituation nur durch die Erweiterung des Brückenbauwerks nicht ausreichend entschärft werden und werde daher nicht empfohlen.

Schon im vorigen Jahr hatte die Stadt auch von erhöhten Planungskosten für das Projekt gesprochen. Der Grund dafür wurde mit dem Bau eines offenen Beckens zur Regenrückhaltung und Klärung von Straßenwasser angegeben. Dafür müsse auch Grund erworben werden.