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Neue Ausstellung im Malermuseum: Schweinfurtergrün war giftig

Neue Ausstellung im Malermuseum : Schweinfurtergrün war giftig

Die Dauerausstellung im Rheinischen Malermuseum an der Budapester Straße ist bunter geworden: Neu hinzugekommen ist das Thema "Durch die Jahrhunderte mit Farben, Farben, Farben: Von der Produktion bis zur Dekoration".

Aufzeichnungen seltener alter Farbrezepturen (die Herstellung natürlicher Pigmente) aus dem Jahre 1780 sind als Faksimile komplett ausgestellt. Sie stammen aus Schäßburg, Rumänien. Renate Schuster, Kuratorin der Ausstellung, fand die Schriftstücke bei Recherchen zu ihrer Dissertation. "Farbrezepturen wurden damals nur mündlich weitergegeben und nicht aufgeschrieben", erzählt Stefan Schmitz, Malermeister und Geschäftsführer vom Förderverein. "Diese alten Rezepte haben einen hohen Seltenheitswert".

Die Dauerausstellung zeigt einen Ausschnitt des Handwerksberufs Maler und Anstreicher in der Zeit von vor mehr als 100 Jahren bis heute. Gefördert wird das Museum von der Bonner Maler- und Lackiererinnung. Bürsten, Pinsel, Lehrbriefe, ein Schürreskarren und historische Malerei sind dort zu sehen.

In zwei neuen Glasvitrinen erfahren die Besucher alles über die Geschichte der Farben: Alle erdenklichen Farbpulver sind in dicken Glasflakons zu sehen. "Heutzutage können Farbpigmente industriell hergestellt werden. Bis ins 19. Jahrhundert bestanden beispielsweise leuchtend blaue Pigmente aus teurem Lapislazuli aus Afghanistan. Viele Farben waren damals hochgiftig wie das sogenannte Schweinfurtergrün", so Stefan Schmitz.

Die Ausstellung gibt einen interessanten Einblick in den kreativen Beruf des Malers vor mehr als 100 Jahren. Damals war er ein Alleskönner: Anstreicher, Restaurator, Tapezierer und Kunstmaler in einer Person. Davon zeugen Beispiele der Marmor-, Dekorations- oder Fassadenmalerei.

Zu sehen ist die Ausstellung im alten Malersaal einer ehemaligen Berufsschule, der heutigen Pestalozzi-Schule, an der Budapester Straße 23. Die Öffnungszeiten bis zum 21. Dezember sind dienstags, donnerstags, freitags und sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr, danach immer dienstags von 17 bis 20 Uhr.