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Schüsse auf Flüchtling in Bonn: SEK schießt nach Messerattacke auf 23-Jährigen

Schüsse auf Flüchtling in Bonn : SEK schießt nach Messerattacke auf 23-Jährigen

Eine Situation in einem Bonner Flüchtlingsheim eskaliert. Ein Messer wird gezückt. Schließlich beendet das SEK mit mehreren Schüssen den Vorfall. Bilanz: ein schwer verletzter Flüchtling (27).

Update 17.30 Uhr: Der 23 Jahre alte mutmaßliche Täter lebt seit November 2014 in Bonn. In den vergangenen Wochen sei immer deutlicher geworden, dass er unter einer psychischen Erkrankung leidet, heißt es von Seiten der Betreuer im betroffenen Paulusheim. Bei seinem Sprung aus einem Fenster im zweiten Stock soll sich der 23 Jahre alte Mann, der aus Guinea stammt, ein Bein gebrochen haben und sei ungeachtet dessen mit zwei langen Messer in den Händen vor dem Paulusheim über eine Wiese gestürmt.

Update 13.30 Uhr: Die Bonner Polizei gibt am Sonntagvormittag Einzelheiten bekannt. Demnach ist es in den frühen Abendstunden des Samstags nahe der Flüchtlingsunterkunft an der Sebastianstraße in Bonn-Endenich zu der Schießerei gekommen. Zunächst war die Polizei gegen 16.30 Uhr wegen eines Körperverletzungsdeliktes in der Unterkunft alarmiert worden.

Ein 23-jähriger Mann hatte sich nach den bisherigen Ermittlungen mit einem Bekannten gestritten und den 27-Jährigen schließlich mit einem größeren Messer an Arm und Hand verletzt. Der 27-Jährige wurde in eine Krankenhausambulanz eingeliefert. Als die Beamten eintrafen, hielt sich der 23-Jährige im zweiten Obergeschoss des Gebäudes auf.

Nach dem aktuellen Sachstand hielt er auch in dieser Situation weiterhin zwei größere Messer in den Händen und bewegte sich damit auf die eintreffenden Polizisten zu. Schließlich zog er sich jedoch laut Polizei in einen Küchenraum zurück.

Sowohl im Gebäude als auch davor wurden Absperrungen eingerichtet. Als die alarmierten Spezialkräfte eintrafen, sprang der 23-Jährige schließlich gegen 18.55 Uhr unvermittelt einem Fenster und lief - mit den beiden Messern in den Händen - auf die Beamten an der Absperrung zu. Laut Bericht versuchten die Polizisten zunächst vergeblich, den Aktionsbereich des bewaffneten Mannes durch lautstarke Ansprache und den Einsatz von Pfefferspray einzudämmen, um weitere Messerangriffe zu verhindern.

Die Beamten setzten schließlich ihre Dienstwaffe ein - der 23-Jährige wurde mehrfach unter anderem in Schulter und Arm getroffen und dann überwältigt. Der Mann wurde vor Ort erstversorgt und anschließend in die Uni-Klinik transportiert. Nach derzeitigem Erkenntnisstand sei er in einem stabilen Gesundheitszustand.

Vor Ort in Endenich ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft weiter und prüfen zudem, ob die Schüsse der Polizeibeamten möglicherweise ein Körperverletzungsdelikt sind.

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Erstmeldung: Nach einem Streit zwischen zwei Bewohnern eines Flüchtlingsheims hat ein Spezialeinsatzkommando der Polizei am Samstag in Bonn auf den Angreifer geschossen und ihn schwer verletzt. Wie ein Polizeisprecher am Abend sagte, hatte zuvor ein 23-jähriger Mann, der aus Guinea stammen soll, seinen 27-jährigen Mitbewohner mit einem Messer attackiert und leicht verletzt.

Anschließend flüchtete der Mann in eine Küche im zweiten Stock des Gebäudes und verschanzte sich dort. Das ehemalige Seniorenheim, das derzeit als Flüchtlingsunterkunft dient und 200 Menschen beherbergt, sei daraufhin von der Polizei abgesperrt worden. Die Polizei nahm Verhandlungen mit dem Mann auf.

Die Situation eskalierte, als der Flüchtling aus einem Fenster im Obergeschoss sprang und mit zwei Messern bewaffnet auf die Polizei zulief. Ein Polizeisprecher sagte, zunächst hätten die Beamten versucht, ihn mit Spray aufzuhalten, um zu verhindern, dass er entkomme und andere Menschen in Gefahr gerieten. Dann seien mehrere Schüsse abgegeben worden. Schwer verletzt wurde der Mann in die Bonner Uni-Klink eingeliefert. Inzwischen soll er sich in stabilem Zustand befinden.