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Silvester 2022: Corona-Regeln und Böllerverbote in NRW

Überblick über Bonn und den Rhein-Sieg-Kreis : Städte in der Region wollen teils Böllerverbotszonen einrichten

Der Verkauf von Feuerwerk war in den letzten beiden Jahren verboten, um Krankenhäuser während der Corona-Pandemie nicht weiter zu belasten. Wie gehen Bonn und Städte in der Region in diesem Jahr mit Silvester um?

In den vergangenen beiden Jahren war der Verkauf von Feuerwerksartikeln bundesweit verboten. Öffentliche Feuerwerke an publikumsträchtigen Orten waren ebenso nicht erlaubt. Die Stadt Bonn erließ etwa am Alten Zoll, dem Berha-von-Suttner-Platz, dem Brassertufer, dem Frankenbad-, Münster- und Friedensplatz, dem Zentralen Omnibus-Bahnhof oder dem Markt Böllerverbote. Ziel dieser Maßnahmen war die Eindämmung der Corona-Pandemie und die Entlastung des Klinikpersonals durch die Vermeidung von Verletzungen. Auch in diesem Jahr haben sich einige Städte in NRW erneut für ein Böllerverbot entschieden.

Diese Regeln gelten an Silvester in Bonn

Die Stadt Bonn beabsichtigt nach Angaben einer Sprecherin, „angesichts der derzeit geltenden Coronaschutzverordnung des Landes NRW und der aktuellen Infektionslage nicht, in diesem Jahr über Silvester ein Böllerverbot zu verhängen.“ Gerade bei Treffen im Freien seien Einschränkungen zum Schutz vor Corona derzeit nicht gerechtfertigt. Diese Einschätzung füge sich auch in das Gesamtbild der derzeitigen Regelungen ein, die auch größere private Silvesterpartys und Silvesterveranstaltungen in Innenräumen ohne Personenbegrenzungen zum Infektionsschutz zuließen.

„Genauso ist es erlaubt, sich während der bevorstehenden WM zu treffen, um gemeinsam Fußballspiele zu schauen oder in fröhlicher Runde ohne Beschränkungen die Weihnachtsmärkte zu besuchen“, heißt es von Seiten der Stadt. Ein Böllerverbot zur Verhinderung größerer Personenansammlungen im Freien würde für sich alleine stehend demnach „gar nicht in den Gesamtzusammenhang passen“.

Von Landesseite sind zum jetzigen Zeitpunkt ebenfalls keine weiteren Einschränkungen vorgesehen. „Ein landesseitiges Feuerwerksverbot ist derzeit nicht in Planung“, so Pressesprecher Heiko Haffmans vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen. Auch Corona-Schutzmaßnahmen wie Maskenpflichten oder Mindestabstände seien nicht vorgesehen und könnten nur „bei einer konkreten Überlastungssituation im Gesundheitswesen mit einem Landtagsbeschluss umgesetzt werden“. Eine solche Überforderungsgefahr durch Corona liege aus Sicht des Ministeriums aktuell jedoch nicht vor, wie Haffmans mitteilte.

Diese Regeln gelten an Silvester in der Region

Mehrere angefragte Städte und Kommunen im Bonner Umland verzichten ebenso auf zusätzliche Maßnahmen wie die Bundesstadt. „Nach derzeitigem Stand wird es keine besonderen örtlichen Regelungen zu Silvester geben“, teilte etwa der Königswinterer Sprecher Florian Striewe mit.

In Siegburg gebe es derzeit Überlegungen, den Michaelsberg und den Siegburger Marktplatz als Böllerverbotszone auszuweisen, wie Stadtsprecher Jan Gerull mitteilte. Dies geschehe aber „nicht primär aufgrund von Corona, sondern aus allgemeinen Sicherheitserwägungen“.

Auch Troisdorf verzichtet auf Einschränkungen, die über die bundes- und landesgesetzlichen Regelungen hinausgehen. Ein Feuerwerksverbot sei nicht geplant, da „die Stadt Troisdorf keinen großen Andrang an bestimmten Plätzen erwartet“, teilte ein Stadtsprecher mit. Die Stadt verwies zudem darauf, dass die im September in Kraft getretenen Maßnahmen des Bundes zur Sicherung der Energieversorgung für Private, Unternehmen und öffentliche Stellen auch an Silvester gültig seien.

Köln richtet Böllerverbotszone ein

In mehreren Großstädten Nordrhein-Westfalens soll es an Silvester aus Sicherheitsgründen eine Böllerverbotszone geben. In Köln werde eine Böllerverbotszone voraussichtlich in der Dimension des vergangenen Jahres eingerichtet, sagte eine Sprecherin. Näheres werde noch zwischen den Ordnungs- und Sicherheitsbehörden abgestimmt. Wie groß der Andrang zu Silvester sein wird, hänge auch von der Corona-Situation ab. „Sollten die Zahlen niedrig sein und es daher keine Beschränkungen geben, rechnen wir mit einem Andrang wie vor der Pandemie“, hieß es. Dementsprechend würden Maßnahmen und der Personaleinsatz geplant. Silvester 2019 etwa sah das Sicherheitskonzept eine feuerwerksfreie Zone im Umfeld des Kölner Doms ab 18 Uhr vor. Ab 22 Uhr galt dann ein erweiterter böllerfreier Bereich in Köln.

(ga/dpa)