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Mund- und Nasenschutz im Unterricht: So reagieren Schulleiter aus Bonn auf die Maskenpflicht

Mund- und Nasenschutz im Unterricht : So reagieren Schulleiter aus Bonn auf die Maskenpflicht

An allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen soll ab dem Ferienende eine Maskenpflicht gelten. Schulleiter aus Bonn haben mit dem GA darüber gesprochen, wie sie zu der Entscheidung stehen.

An allen weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Nordrhein-Westfalen soll ab dem Ferienende und zunächst bis zum 31. August sowohl im Schulgebäude als auch im Unterricht eine Maskenpflicht gelten. Das kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag an. Ende August soll dann neu entschieden werden, ob die Regelung verlängert wird.

Ausnahmen für die Pflicht des Tragens einer Maske seien zeitweise möglich für Prüfungen oder bestimmte Unterrichtseinheiten sowie aus medizinischen Gründen, erklärte die Ministerin. Dann müssten aber 1,5 Meter Abstand sichergestellt werden. Wo das nicht möglich sei, gelte die Maskenpflicht auch für Lehrkräfte im Unterricht.

Auf die Verkündung der neuen Regelung reagierten einige Bonner Schulleiter, die der GA am Montag zum Thema befragte, durchaus überrascht. „Ich frage mich, wie das gehen soll“, meinte zum Beispiel Arndt Hilse. „Meine Schüler sind von morgens früh bis in den Nachmittag in der Schule und dürfen ab jetzt nur noch zum Essen die Masken abnehmen. Das stelle ich mir schwierig vor“, sagt der Leiter der Karl-Simrock-Schule in Endenich. An der Hauptschule herrschte bereits vor den Sommerferien Maskenpflicht, allerdings nur auf den Wegen und Gängen zu den Klassenräumen. „Wir haben beobachtet, dass die Kinder und Jugendlichen schnell k.o. sind, wenn sie über einen längeren Zeitraum den Mund- und Nasenschutz tragen müssen.“ Um aber auch im Klassenraum für die Schüler ohne Maske einen größtmöglichen Schutz vor Ansteckung zu sorgen, hatte der Werkmeister der Schule deshalb Spuckschutzvorrichtungen hergestellt und auf den Tischen in den Klassenräumen anbringen lassen. So konnten auch die Lehrer näher in Kontakt zu einzelnen Schülern kommen, wenn diese Fragen hatten. Das habe Hilse zufolge bisher gut funktioniert.

Auch Uwe Bramstedt reagierte überrascht auf die Mund-und Nasenschutzpflicht an allen Schulen, die an den weiterführenden Schulen in aller Regel nun auch im Klassenraum während des Unterrichts bestehen soll. „Ich finde es einerseits nachvollziehbar, weil die Infektionszahlen ja wieder steigen. Auch ist das nun verpflichtende Tragen eines Mund- und Nasenschutzes für alle gut, die mit großen Sorgen auf den Schulbeginn geblickt haben“, kommentiert der Direktor des Beethoven-Gymnasiums die jüngste Entscheidung des NRW-Schulministeriums. Allerdings denke er aber auch, „dass es für viele Schüler nicht einfach sein wird, sechs, sieben Stunden lang eine Maske tragen zu müssen“. Mit Blick auf die Befristung bis 31. August hoffe er, dass diese Verpflichtung umgehend wieder zurückgenommen werde, sobald die Infektionszahlen wieder sinken. Unterm Strich freue er sich aber, dass es nun eine einheitliche Regelung für alle Schulen in NRW gebe.

Markus Klasmeier leitet mit dem Heinich-Hertz-Berufskolleg eine der größten Schulen Bonns. Die Einführung der Maskenpflicht für die Schüler auch während des gesamten Unterrichts sieht er ebenfalls als eine große Herausforderung an. „Das werden wir erproben müssen.“

Eike Schultz, Leiter des Tannenbuch-Gymnasiums, sieht die Notwendigkeit, Schüler und Lehrer so gut wie möglich vor Corona-Infektionen schützen zu müssen. Die Maskenpflicht sei ein Instrument, um den Präsenzunterricht wieder zu ermöglichen. Dass das dauerhafte Tragen des Mund- und Nasenschutzes in der Schule für Schüler nicht ganz einfach sei - vor allem angesichts des warmen Wetters - sei allerdings auch klar. „Wir werden schauen, wie wir darauf reagieren können.“ Gut finde er aber, dass die Schulen in diesem Fall frühzeitig informiert worden seien und somit eine gute Woche Vorlauf hätten, sich darauf vorzubereiten und die Eltern zu informieren.