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Landesweite Aktionswoche der Polizei: So schützen Sie sich vor Taschendiebstahl

Landesweite Aktionswoche der Polizei : So schützen Sie sich vor Taschendiebstahl

Die Bonner Polizei informiert auf dem Münsterplatz über Ablenkungsmaschen der Täter und wie man sich davor schützt. Landesweit wurde am Montag eine Aktionswoche im Kampf gegen Taschendiebe gestartet.

Die Durchsage kennt man vom Flughafen: „Bitte lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt!“ Für die Bonner Polizei ist das eine sehr wichtige Regel im Kampf gegen Taschendiebstahl, die sie derzeit im Zuge einer landesweiten Aktionswoche Passanten auf dem Münsterplatz erklärt. Der Slogan dazu: „Augen auf und Tasche zu.“

Man möchte am Polizeimobil zu Achtsamkeit aufrufen: Wertsachen immer am Körper tragen, skeptisch sein, wenn man von Fremden angesprochen wird, Smartphones gut festhalten, wenn man sie benutzt. Und nur mitnehmen, was man braucht. „Was man nicht mit hat, kann einem nicht gestohlen werden“, sagt Polizeisprecherin Ruth Braun.

Die Diebstahlzahlen gingen weiter nach unten, sagte Klaus Mertins, Leiter des Kriminalkommissariats 36 am Montagmittag. 2016 habe es 1900 Fälle von Taschendiebstahl gegeben, davon die Hälfte in der Bonner Innenstadt. „Dabei ist ein Beuteschaden von 500.000 Euro entstanden.“ In den ersten fünf Monaten dieses Jahres gab es 581 Fälle, 2016 waren es im gleichen Zeitraum 985, auf dem Weihnachtsmarkt habe sich die Lage entspannt. Dennoch sei die Präventionsarbeit unerlässlich.

Täter sind häufig in Banden organisiert

Die Täter, so die Fachleute, kommen oft aus dem südosteuropäischen Raum und sind in Banden organisiert. Die Tricks sind oft die altbewährten: Einer lenkt das Opfer ab– etwa indem er ihm Kaffee über die Jacke schüttet oder an der Tür zu Bus oder Bahn einen Stau erzeugt –, ein zweiter stiehlt das Portemonnaie oder Handy aus einer Tasche oder Jacke, ein dritter beobachtet das Ganze und passt auf. Im Gedränge, besonders in Geschäften, seien Opfer leicht abgelenkt, warnte Maike Reinhardt von Citymarketing. Polizeioberkommissar Martina Dressler von der Bundespolizei berichtete vom „Anklopftrick“ an Bahnhöfen: Jemand klopft an die Scheibe, lenkt die Aufmerksamkeit des Opfers auf sich, während ein zweiter drinnen die Taschen klaut.

Die Bundespolizei hat 2014 eine Zivile Fahndungs- und Ermittlungsgruppe eingerichtet, deren Mitarbeiter sich unters Volk mischen und Taschendiebe in flagranti aufgreifen. Sie sind laut Erstem Polizeihauptkommissar Jürgen Düthmann speziell geschult: „Das Verhalten von Menschen gibt Aufschluss darüber, dass es Taschendiebe sind.“ Es habe schon mehr als 1000 Festnahmen gegeben. Zum Beispiel wurde vergangene Woche in Siegburg ein Mann erwischt, der im Aufzug am Bahnhof eine Frau bestahl. Ihm konnte man Düthmann zufolge vier weitere Delikte in Bonn nachweisen.

Die Stadtwerke beteiligen sich auch an der Präventionswoche: In Bussen und Bahnen würden Polizei-Warnvideos gezeigt, sagte Joachim Schallenberg von den SWB, und in Innenstadtnähe Durchsagen gemacht.