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Nordfeld am Hauptbahnhof: So sehen die Entwürfe für das Areal aus

Nordfeld am Hauptbahnhof : So sehen die Entwürfe für das Areal aus

Die vier Interessenten für das sogenannte Nordfeld, das den Platz zwischen dem Bonner Loch und der Thomas-Mann-Straße sowie das langgestreckte Grundstück an der Bahnlinie umfasst, haben ihre verbindlichen Angebote eingereicht.

Ursprünglich hatten sich im Juli vergangenen Jahres elf Investoren um die Bebauung der Plätze beworben. Am Dienstag konnten die Mitglieder der Bonner Bezirksvertretung als erste die Pläne der vier verbliebenen Bewerber sehen. Ob die vorgelegten architektonischen Entwürfe auch den technischen und baurechtlichen Vorgaben genügen, das muss noch geprüft werden. Die erste Hürde war zunächst eine vergaberechtliche - und da ist ein Mitbewerber ausgeschieden.

Nach GA-Informationen handelt es sich bei diesem um den Investor der ten Brincke Gruppe, dessen Unterlagen wohl nicht vollständig waren. Die Vergabekammer der Bezirksregierung gab der Stadtverwaltung Bonn mit ihrer Entscheidung Recht, die ten Brincke Gruppe aus formalen Gründen nicht weiter zu berücksichtigen.

Auch wenn der Investor noch vor dem Düsseldorfer Landgericht weiter gegen die Entscheidung der Stadt vorgeht, das weitere Verfahren habe keine "aufschiebende Wirkung", wie der Chef des Liegenschaftsmanagements der Stadt Bonn, Alfred Beißel, in nicht-öffentlicher Sitzung ausführte.

Daher könne man nun mit dem Verfahren in die nächste Phase treten - und zu der gehöre nun eben, die Pläne öffentlich zu machen. Das Wort haben nun der Städtebaubeirat, die Fachjury und die Bürgerschaft. Aus Sicht der Verwaltung könnte man die bürgerschaftliche Beteiligung bis zum Herbst durchführen, so dass der im Mai neu gewählte Stadtrat dann die weiteren Weichen stellen könnte.

1. Variante

Quartier am Kaiserplatz nennt die KK 16 GmbH&Co KG ihren Plan, der aus mehreren Gebäudeteilen besteht. Zur Thomas-Mann-Straße hin sieht der markante Entwurf ein Hotel mit einem klassizistisch anmutenden, sich nach oben verjüngenden Eckturm vor. Auch der für Einzelhandel vorgesehene Komplex gegenüber dem Bahnhof erinnert architektonisch an das Commerzbankgebäude am Münsterplatz, allerdings sieht die Fassadengestaltung deutlich größere Fensterfronten vor. Im Erdgeschoss sind Arkaden vorgesehen. Das Parkhaus an der Rabinstraße mit seinem runden Kopfbau wirkt auf den Plänen mit einer fast transparenten hellen Außenhülle geradezu leicht und unaufdringlich.

2. Variante

Mit verschobenen Quadern und unregelmäßig gestalteten Fassadenfenstern arbeitet die RMA Real Estate Management Assistance GmbH. Das Ensemble spielt nach den Plänen eher auf Understatement. Die zwei U-förmigen Gebäudeteile bilden zur Maximilianstraße hin grüne Innenhöfe mit Platz für Cafés. Die Straße Am Hauptbahnhof säumt ein Grünstreifen mit Bäumen

3. Variante

Für moderne, zarte Zitate an die Architektur des Hauptbahnhofs hat sich der Architekt der Development Partner entschieden. "Fashion & Coffee" steht über dem Eingang, der sich zu einem Platz vor dem Hauptbahnhof öffnet. Klare Glasstrukturen bestimmen den Mittelteil des Gebäudes, das durch unterschiedliche Höhen und Fassadenvorsprünge gegliedert ist. Eine ähnlich aufgebrochene Struktur weist das Parkhaus/Büroensemble an der Rabinstraße auf. Mit vorgesetzten Bäumen, zurückgetretener Parkhausfront wirkt der Komplex auf den Plänen überhaupt nicht wie ein Parkhaus.

4. Variante

Urban Soul - städtische Seele nennt die developer Projektentwicklung GmbH ihren Entwurf, der nur auf den ersten Blick wie klassische Kaufhausarchitektur wirkt. Der Clou sind die unterschiedlichen äußeren Erschließungen. "Flagstoreship"-Konzept nennt sich das. Das sind ganz besondere Vorzeigeobjekte, die spezielle Images von Marken und Sortimenten hervorheben. Etwas abgehoben schält sich ein Gebäudeteil an der Thomas-Mann-Straße als Hotel aus dem Gesamtkonzept heraus.

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