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Fünfte Auflage: So verlief die „KreativMesse Bonn“ im Telekom Dome

Fünfte Auflage : So verlief die „KreativMesse Bonn“ im Telekom Dome

Bereits zum fünften Mal fand die „KreativMesse Bonn“ statt und lud wieder Maler und Hobby-Werkler ein, in neuen Materialien zu stöbern oder sich Tipps abzuholen. Dieses Mal gab es das Kreativ-Event im Telekom Dome.

Neuer Sparschäler gefällig? Er Schneidet effizient in beide Richtungen und man kann damit kreative Dinge aus Gemüse machen. Vielleicht auch Küchenhilfen zum Backen oder die „beste Reibe der Welt“? Derlei Dinge wurden auf der fünften Bonn-Kreativ-Messe auch vorgestellt, aber vorrangig ging es nicht um Kochen und Backen, sondern ums Nähen, Stricken, Stempeln und die Arbeit mit Perlen. Für die, deren Hobbys in diese Richtungen gehen, war die zweitätige Messe ein Paradies.

Erstmals wurde sie nicht in der Bad Godesberger Stadthalle ausgerichtet, sondern im Telekom Dome. Der Grund ist die geplante Schließung und Sanierung der Halle in Godesberg. Die wird zwar immer weiter verschoben, aber Veranstalter Jan Okken musste schon vor zwei Jahren Räume für Januar 2020 suchen. Damals, sagte er, war  die Rede davon, dass die Halle jetzt geschlossen sein sollte. Er selbst ist aber mit den neuen Räumlichkeiten zufrieden. „Die Vorteile sind, dass wir mehr Parkplätze und mehr Platz haben.“ Im Dome der Telekom Baskets konnte er mehr Aussteller unterbringen, 90 waren es am Wochenende. Dafür war in Bad Godesberg die Anbindung mit Bus und Bahn besser, fand er. Okken, dessen Frau ihre Bonner Perlerie Bacatus präsentierte, freute sich über guten Zulauf auf dieser Hobby-Messe.

Die bot viele Möglichkeiten, eigene Trends zu setzen. Denn der Vorteil am Selbermachen ist, dass man stilistisch seine eigenen Wege gehen kann. Wenn es bei der Stoffauswahl fürs Nähen überhaupt Trends gebe, dann gehe dieser weg von Kinderjersey und hin zu Baumwollstoffen für Damenoberbekleidung, erklärte Sabine Bock, die seit mehr als 30 Jahren in Meckenheim das Geschäft Näh-Tom führt. Auch sie betonte das Individuelle: „Nähen ist etwas für kreative Leute.“

Das sieht  Besucherin Kerstin aus Köln anders. „Ich würde mich selbst nicht als kreativ bezeichnen“, sagte die Hobby-Näherin. „Ich entscheide nach Auge, was mir gefällt.“ Dafür hole sie sich gerne Inspiration. „Die kriegt man hier ohne Ende.“ Sie ist eher Gelegenheitsnäherin. „Es darf kein Hexenwerk sein.“ Das bedeutet? „Einfache Schnitte, ohne Reißverschluss und Knopflöcher.“ Sie hatte gerade einen Teddybären am Hobbydee-Stand von Angelika Wetzels erstanden. Seit 26 Jahren leitet sie das Geschäft in Niederkassel, sie kreiert immer neue Teddybären – nicht zum Spielen, sondern nur fürs Auge –, die Ideen dazu holt sie sich unterwegs, da sie auf vielen Messen auch im Ausland ist: „Da habe ich immer meinen Block dabei und zeichne auch Motive.“

Von Anfang an ist sie auch bei der Bonn-Kreativ. Den Ortswechsel begrüßt sie. „Hier ist mehr Platz. In Bad Godesberg standen die Leute dicht gedrängt vor meinem Stand.“ Da habe es kein Durchkommen gegeben, geschweige denn Platz zum Ausruhen – manche verbringen den ganzen Tag auf der Messe. Sitzgelegenheiten bietet der Telekom Dome zur Genüge. Auf den Rängen ruhten sich auch Katrin und ihre Tochter Rebecca (10) aus Neuwied aus. Die Mutter strickt gerne und arbeitet mit Papier, auf der Messe bekam sie Lust, auch mal die Arbeit mit Perlen auszuprobieren. „Ich habe vier Kinder, da braucht man ab und zu Entspannung“, erklärte sie. Rebecca interessierte sich fürs Trockenfilzen: In einem Workshop hatte sie einen Filz-Pilz gebastelt.

Man sah auch Männer im Gedränge, und manches, etwa die Materialien und Gerätschaften für den Modellbau, sprach sie sicher auch an. Aber oftmals schoben sie auch Kinderwagen oder trugen Taschen. Jürgen Horstmann bestätigte dann auch diesen Eindruck: „Ich bin eher Begleitperson.“ Und Fahrer, immerhin wohnen er und seine Frau in Aachen. Das störe ihn aber nicht: „Ich gucke hier auch gerne mit.“