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Nur rund 100 Anbieter: So verregnet war der erste Rheinauen-Flohmarkt

Nur rund 100 Anbieter : So verregnet war der erste Rheinauen-Flohmarkt

Rund 100 Händler trotzen beim ersten Rheinauen-Flohmarkt des Jahres in Bonn dem ungemütlichen Wetter. Üblicherweise sind es mehr als 1000 Anbieter.

Es war kurz nach fünf Uhr am frühen Samstagvormittag, als Susanne und Christian Bering aus Neuwied ihren Anhänger durch die noch dunkle Rheinaue schoben, um damit dem üblicherweise großen Gedränge des ersten Rheinauen-Flohmarkts im Jahr aus dem Wege zu gehen. „Bis acht Uhr haben wir dann unter unserem Zelt den Regen abgewartet, bevor wir unseren Trödel aufbauen konnten“, erzählt Susanne lachend. Inzwischen war es Mittag geworden, und das ein oder andere Mal hatte sich zur Belohnung bereits die Sonne blicken lassen.

„Normalerweise sind es bis zu 1000 Händler auf den zwei Kilometer langen Standflächen“, sagte Antje Ziegenspeck vom Veranstalter Melan, der diesmal mit nur rund 100 Anbietern kaum schwarze Zahlen schreiben dürfte. „Selbst im letzten Jahr, als der erste Flohmarkt im März wegen eisiger Kälte frühzeitig beendet wurde“, so Ziegenspeck, „war hier mehr Betrieb.“ Kälte und Nässe seien weniger abschreckend für Händler und Besucher als eine Wettervorhersage mit Regen und Sturm. „Dafür, dass es so ein Wetter ist, läuft das Geschäft ganz gut“, bemerkte die Trödlerin aus Neuwied, zufrieden in matschiger Wiese stehend. Jetzt kämen eben nur die Besucher, die auch wirklich kaufen wollten, weiß die Veranstalterin aus Erfahrung. „Egal wie das Wetter ist, kein Flohmarkt ist so gut wie der in der Rheinaue“, ist sich das Paar aus Neuwied abschließend einig.

So versucht auch Peter Wolff (66) aus Lohmar seit zehn Jahren jeden der acht Rheinauen-Flohmärkte im Jahr als Händler zu besuchen. An die 100 000 Schallplatten, die er zuhause hütet, erzählen etwas von der schon früh begonnenen Sammelleidenschaft des Musikers und Antiquitätenliebhabers. Etwa die Hälfte seiner begehrten Vinylscheiben hat der ehemalige Denkmalpfleger doppelt und verkauft sie nun ab zwei Euro. Schnell treffen sich an seinem Stand Sammler, die miteinander über Erst- und Sonderpressungen fachsimpeln.

Ein bisschen Luxus für wenig Geld

Auch Matthias Haag aus Bonn freut sich, bei Wolff eine „Play Bach“-Platte des Jacques-Loussier-Trios aus dem Jahr 1965 für zwei Euro gefunden zu haben. Der günstige Preis erkläre sich durch den schlechten Zustand der Hülle. Doch der Kauf mache die aus fünf Platten bestehende Edition seiner Sammlung komplett, freute sich Haag. Ebenso erfreut zeigte sich Herr Ayadi aus Bonn, der mit bodenlangem weißem Quamis, traditioneller Kopfbedeckung und gepflegtem langen Bart einen kristallenen Kerzenleuchter ins Licht hält. Das Funkeln fasziniert ihn. „Hier findet man ein bisschen Luxus für wenig Geld“, sagt er und verrät, sein Fundstück für zwei Euro erstanden zu haben.

Noch 50 Cent weniger hat ein Sammlerpärchen aus der Eifel für eine kleine bronzene Statue bezahlt, die aus den 20er Jahren stammen und ein echtes Schnäppchen sein dürfte. Was sie noch in ihrem Rollenköfferchen mit sich schleppten, wollten sie nicht verraten. Könnte ja sein, dass sie es einmal auf dem Flohmarkt verkaufen würden. Das sei ja das Schöne an den Käufen, dass man sich zum Beispiel ein Jahr daran freuen und sie dann wieder verkaufen könne, so die Flohmarktprofis. Wer der schlechten Wettervorhersage trotzte, kam beim ersten Flohmarkt des Jahres durchaus auf seine Kosten. Und man bekam sogar problemlos einen Parkplatz. Wo sonst bis zu 200 Knöllchen verteilt und rund 20 Autos abgeschleppt werden, hatten die sieben Einsatzkräfte vom Stadtordnungsdienst einen entspannten Tag.

Wegen des Osterwochenendes wird der nächste Rheinauen-Flohmarkt ausnahmsweise bereits am zweiten Samstag im April (13. April 2019) stattfinden. Danach findet der Markt wieder an jedem dritten Samstag im Monat von 8 bis 18 Uhr bis zum 19. Oktober statt. Weitere Infos und Standreservierungen unter www.flohmarkt-rheinaue.de