Hundewiese in der Rheinaue So wollen Studierende der Uni Bonn und Stadt die Biodiversität fördern

Bonn · Studierende der Universität Bonn haben über ein Semester hinweg untersucht, wie die Hundewiese in der Rheinaue und die Düne Tannenbusch umgestaltet werden könnten, um die Biodiversität zu fördern. Die Stadt Bonn kooperiert dabei mit der Uni.

 Studierende der Universität Bonn schauen sich in der Düne Tannenbusch um.

Studierende der Universität Bonn schauen sich in der Düne Tannenbusch um.

Foto: Volker Lannert/Uni Bonn

Annette Scheersoi wollte es ihren Studierenden nicht einfach machen: „Ich habe die Stadt gebeten, mir möglichst schwierige Flächen zu nennen. Das ist ja auch das spannende an dem Projekt: Dass es authentische Probleme gibt“, sagt die Prorektorin für Nachhaltigkeit an der Universität Bonn. Ihre Studierenden haben sich ein Semester lang mit der Frage beschäftigt, wie Grünflächen in der Stadt biologisch vielfältiger und Stadtquartiere gleichzeitig lebenswerter werden können. Unter dem Motto „Stadt-Klima-Wandeln“ arbeitete die Universität mit der Stadt Bonn und dem Wissenschaftsladen Bonn (WILA) zusammen. Die Ergebnisse ihrer Arbeit präsentierten die Studierenden am Freitag den Mitarbeitenden der Stadt.

Bei den zwei Flächen, die die Studierenden aufwerten wollen, handelt es sich um die Düne Tannenbusch und die Hundewiese in der Rheinaue. Ein halbes Jahr lang überlegten sie, wie diese Gebiete attraktiver gestaltet werden können – für Menschen, Tiere und für das Klima. Für die Hundewiese schlagen die Studierenden unter anderem vor, Orte mit Sträuchern und Totholz zu etablieren. „Im Sommer gibt es keinen Schatten auf der Wiese. Wir haben selbst festgestellt, dass man die Fläche dann nicht nutzen möchte“, berichtet Studentin Nayara Atella-Hödtke. Die Sträucher könnten für eine Abkühlung sorgen und gleichzeitig ein Lebensraum für Insekten sein. Das Totholz könne zudem als Sitzfläche fungieren. Die Studierendengruppe hat sich auch überlegt, einen „degility park“ am Rande der Fläche zu etablieren. Dabei handelt es sich um eine Art Spielplatz für Hunde mit Parcours-Elementen.

Stadt will Ideen der Studierenden eventuell umsetzen

Die Gruppe, die sich um die Düne Tannenbusch gekümmert hat, stellte zunächst fest, dass es an dem Ort mehrere Konflikte gibt: Die Fläche werde für die Naherholung genutzt, sei aber gleichzeitig ein Naturschutzgebiet. Vandalismus, zu viel Müll und Drogenkonsum würden Schwierigkeiten bereiten. Konkrete Möglichkeiten, um die Düne lebenswerter zu gestalten und die Probleme zu beseitigen, sollen laut den Studierenden im kommenden Semester weiter ausgearbeitet werden.

„Ich fand die Ergebnisse grundsätzlich super“, sagte David Baier, Leiter des Amtes für Umwelt und Stadtgrün der Stadt Bonn, dem GA. Es brauche aber noch Zeit, um ein finales Konzept auszuarbeiten. Die bereits sehr konkreten Vorschläge für die Hundewiese begrüßte Baier. „Da kann in Teilaspekten sicherlich etwas umgesetzt werden“, so der Amtsleiter, der mit sechs weiteren Kolleginnen und Kollegen der Stadt vor Ort war. Aber alle Ideen müssten schließlich auch auf rechtliche Hürden, den Denkmalschutz und die Finanzierung geprüft werden. Baier wolle die Kooperation mit den Studierenden weiterführen. Ob und welche Veränderungen am Ende tatsächlich umgesetzt werden, konnte er noch nicht sagen.

Brigitte Peter vom WILA bezeichnete die Kooperation der Stadt mit der Universität und dem WILA als ein „Pilotprojekt“. Um die 60 Studierende hatten sich laut Scheersoi auf einen Platz in dem Seminar beworben, etwas mehr als 20 aus 13 verschiedenen Fachrichtungen konnten am Ende teilnehmen. So kamen unter anderem Menschen aus der Romanistik, der Archäologie sowie der Natur- und Landschaftspflege zusammen, um interdisziplinär an den Aufgaben zu arbeiten.

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