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Kommentar zum Abriss der EMA-Aula: Späte Erkenntnis

Kommentar zum Abriss der EMA-Aula : Späte Erkenntnis

Das Städtische Gebäudemanagement hat zwei Jahre gebraucht, um festzustellen, dass sich eine Sanierung der Aula des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums nicht wirtschaftlich ist. Dieser Zeitraum ist ein Armutszeugnis, findet GA-Redakteurin Lisa Inhoffen.

Was lange währt, wird endlich gut, sagt man. Ein Satz, der der Schulgemeinschaft des Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasiums allerdings wie Hohn in den Ohren klingen muss. Zwei Jahre hat das Städtische Gebäudemanagement (SGB) gebraucht, um festzustellen, dass eine Sanierung der Aula nicht mehr wirtschaftlich ist, sondern das Gebäude abgerissen und neu gebaut werden muss. Dazu fällt einem nichts mehr ein.

Zumal die Aula seit mittlerweile zwei Jahren gesperrt ist und die Orchester und Chöre der Schule und auch von außerhalb seither schauen müssen, wo sie bleiben. Viel Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Ersatzräumen seitens der Stadt hatte die Schule bisher nicht, wie die Schulpflegschaftsvorsitzende bitter beklagt. Ein Ende der Durststrecke ist mit dem nun vorliegenden Ergebnis noch lange nicht in Sicht. Immerhin bemüht sich die Stadt nun endlich um eine einigermaßen hinnehmbare Interimslösung.

Natürlich ist bekannt, dass das Städtische Gebäudemanagement mit vielen Problemen zu kämpfen hat wie dem Mangel an Fachkräften. Es stimmt auch, dass Großprojekte wie die ohne Frage gut gelungenen Neubauten der Gesamtschulen in Kessenich und im Bonner Norden viele Ressourcen binden. Aber dass man zwei Jahre benötigt, um zu der Erkenntnis zu kommen, dass die EMA-Aula so marode ist und nur noch abgerissen werden kann, ist ein Armutszeugnis. Schließlich handelt es sich nicht nur um eine einfache Schulaula, sondern einen mit 800 Plätzen weit über den schulischen Bedarf hinaus genutzten, wichtigen Veranstaltungssaal in der Stadt.

Bleibt nur der Trost, dass ein Neubau technisch auf modernstem Stand ausgerichtet sein wird. Und es bleiben dem SGB in dem Fall (hoffentlich) die bösen Überraschungen erspart, die allzu oft bei einer Sanierung im Bestand auftauchen.