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Bauarbeiten in Endenich Nord: Spatenstich für neuen Bahnsteig

Bauarbeiten in Endenich Nord : Spatenstich für neuen Bahnsteig

In wenigen Tagen ist Spatentisch für den neuen Haltepunkt Endenich Nord der Voreifelbahn (RB 23). Am Montagabend informierte die Projektleitung der Deutschen Bahn rund 50 Anwohner in der Joseph-von-Eichendorff-Schule über das Bauvorhaben, das allerdings nur ein Teil des größten, mehr als 50 Millionen Euro teuren Schienenbauprojekts seit Inbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Bonn und Euskirchen bildet.

So soll zwischen Witterschlick und Duisdorf ein zweites Gleis gebaut werden. Außerdem werden vor dem Bonner Hauptbahnhof zwei neue eigene Gleise für die RB23 samt Weichen gebaut sowie der Bahnsteig im Hauptbahnhof um acht Meter verlängert. Auf einem 31 Kilometer langen Teilstück zwischen Bonn und Rheinbach entstehen insgesamt vier neue Haltepunkte, zudem werden fünf Bahnhöfe modernisiert. Die Finanzierung teilen sich das Land, der Bund, die Bahn und Nahverkehr Rheinland.

Endenich Nord ist der dritte neue Bahnsteig nach Duisdorf (Helmholtzstraße) und Rheinbach (Römerkanal), den die Bahn entlang der Strecke jetzt in Angriff nehmen will. Der Bau eines neuen Bahnsteigs in Alfter-Impekoven erfolgt zeitgleich mit dem in Endenich Nord, der zwischen den Straßen Auf dem Hügel, Siemens- und Kolpingstraße entsteht und Ende 2014 in Betrieb genommen werden soll.

Vom Hügel aus sorgen Rampen für einen barrierefreien Zugang. Von der Siemensstraße wird er über Treppenaufgänge erschlossen, was einige Bürger laut Dirk Pohlmann, Sprecher der DB für NRW, während der Infoveranstaltung bemängelten. Eine zusätzliche Verbesserung sei aber, dass die Stadt Bonn in Höhe der Rampe des Bahnsteigs Auf dem Hügel eine neue Bushaltestelle für die Linien 610, 611 und 631 bauen will.

Außerdem sollen die Carl-Justi- und die Straße Auf dem Dransdorfer Berg mit Treppen an den Hügel angebunden werden. Die viel befahrene Straße soll für Fußgänger mit Zebrastreifen künftig auch sicherer überquert werden können. 90 Prozent der Kosten von etwa 280 000 Euro übernimmt laut Dirk Delpho vom städtischen Planungsamt das Land. An beiden Zugängen ist außerdem ein überdachter Fahrradparkplatz geplant.

Fragen von Anwohnern, ob der zusätzliche Bahnsteig überhaupt nötig sei, beantwortete Pohlmann mit einem klaren Ja. Dort würden derzeit etwa 870 Fahrgäste am Tag zusätzlich erwartet. Insgesamt werde die Bahn die Kapazität auf der Voreifelbahn in der Hauptverkehrszeit um etwa 50 Prozent erweitern: von bisher 320 auf 480 Plätze. Zudem sollen die Betriebszeiten in den Abendstunden sowie an Sonn- und Feiertagen ausgeweitet werden.

Bevor es in Endenich Nord mit den Bauarbeiten losgeht, kommt entlang der Baustelle erst einmal der Kampfmittelräumdienst zum Einsatz. "Zwei Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg haben wir an den Gleisen im Bereich Euskirchen bereits entschärfen müssen", sagte Pohlmann. Um den Zugverkehr nicht zu beeinträchtigen, müssten diese Arbeiten überwiegend in der Nacht erfolgen.

Während des Baus des neuen Bahnsteiges muss dann allerdings wechselweise bis etwa Ende November jeweils ein Gleis gesperrt werden. Nach Fertigstellung des Rohbaus sollen die Bahnsteige mit Wetterschutzhäuschen und Geländern ausgestattet werden.