KBE-Dreieck in Tannenbusch Spielplatz-Baustelle wird jetzt bewacht

Bonn · Beim Projekt "Soziale Stadt" in Tannenbusch geht es voran: Am Mittwoch asphaltierten Arbeiter trotz großer Hitze die Wege auf dem neuen Spielplatz am KBE-Dreieck, ein paar Straßen weiter bepflanzten Kinder und Anwohner triste Kübel mit Blumen.

 Heißer Job: Mitarbeiter der Baufirma legen auf dem neuen Spielplatz Wege an.

Heißer Job: Mitarbeiter der Baufirma legen auf dem neuen Spielplatz Wege an.

Foto: Barbara Frommann

Rückschläge gab es in den vergangenen Wochen vor allem durch Vandalismus auf der Spielplatz-Baustelle. Mit blinder Zerstörungswut hatten bislang unbekannte Täter dort zuletzt Anfang Juni Maschinen und Container der Baufirma beschädigt.

Die Täter schlugen an einem Bagger die Scheiben ein, brachen Blinker und Spiegel an weiteren Baufahrzeugen ab, schütteten Sand in den Tank eines Mini-Baggers und zerstörten neue Wipptiere. Bereits in den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Diebstählen und Sachbeschädigungen gekommen.

"Das Gelände wird seit den letzten Vorfällen überwacht. Seitdem gibt es keine neuen Vorfälle mehr", berichtete am Mittwoch David Baier vom Amt für Stadtgrün. Der Zeitplan bleibe unverändert: Im August soll der erste Bauabschnitt des neuen, 15.000 Quadratmeter großen Freizeitgeländes eröffnet werden, das das Leuchtturmprojekt im Programm Soziale Stadt Neu-Tannenbusch ist.

Insgesamt eine Million Euro wird hier investiert. Baier lobt das Engagement der Baufirma, deren Mitarbeiter mit Herzblut bei der Sache seien und an den "Mitmachtagen" zusammen mit Kindern gearbeitet haben. Der neue Park soll nicht nur Spielplatz, sondern Treffpunkt für alle Generationen werden.

Baier sieht künftig kein Problem mit Vandalismus "wenn das Spielhaus von früh morgens bis spät abends genutzt wird". Der Abriss des alten Spielhauses und ein Neubau für eine erweiterte Nutzung sind dafür notwendig. Beleuchtete Wege sollen zusätzlich für Leben auf dem Gelände sorgen, das zwischen zwei Bahnlinien liegt.

Kinder erleben in Tannenbusch nicht nur beim Spielplatz-Neubau, dass sie ihr Umfeld mitgestalten können. Die Initiativen "greenact" und BioLogo luden am Mittwoch zum urbanen Gärtnern am Waldenburger Ring ein, Kinder aus dem Kindergarten Hexenhaus und einige Anwohner machten mit.

Biologin Inge Steinmetz hat schon in Berlin in sozialen Brennpunkten gearbeitet und weiß, dass Wertschätzung für das Wohnumfeld schon bei Kindern anfängt. "Idee ist, dass die Nachbarschaft gemeinsam aktiv wird", sagt Steinmetz. Die Kinder machten den Anfang und pflanzten Blumen, die das Tannenbuscher Geschäft "Blüten & Stil" gespendet hatte.

Anwohnerin Christel Wobig-Lavenson packte ebenfalls mit an. Sie wohnt mit ihrem Mann seit acht Jahren in Neu-Tannenbusch. "Wenn ich gewusst hätte, wo ich hinziehe, wäre ich nicht gekommen. Aber wenn ich schon mal hier bin, will ich auch etwas für die Stadt machen", sagt sie. Die urbanen Gärtner hoffen, dass andere ihrem Beispiel folgen und irgendwann Gemüse und Kräuter zwischen den Wohnblocks wachsen.