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Sport in Bonn: Neue Sportbox an Bonner Oper für Outdoor-Training

Start-up entwickelt „Sportbox“ : Bonner können sich Sportgeräte auf Opernrasen ausleihen

Sie ist praktisch, wie ein Fitnessstudio im Kleinformat: Seit rund einer Woche hat Bonn nun eine „Sportbox“ auf dem Opernrasen. Dort lagern Yogamatten, Kugelhanteln, Medizinbälle und mehr, die sich Nutzer für ein Training unter freiem Himmel per App ausleihen können.

Was auf den ersten Blick an einen massiven Stromkasten erinnert, entpuppt sich als neues Trainingsangebot für Fitnessfans: Seit etwa einer Woche steht nun die „Sportbox“ auf dem Rasen vor der Bonner Oper direkt neben der Kennedybrücke.

In der Box sind neben Yogamatten, Kugelhanteln mit bis zu 20 Kilogramm Gewicht, Springseilchen und roten Pylonen auch eine Bluetooth-Box und eine Ladestation fürs Smartphone zu finden. Per App können sich Nutzer in einem digitalen Terminkalender für ein Training eintragen und kostenlos Hanteln, Medizinbälle und Co. auf diese Weise für einen bestimmten Zeitraum buchen. Dafür muss man sich einmalig in der gleichnamigen App registrieren. Ist ein freier Slot gebucht, können Nutzer die Box in einem Radius von etwa einem Meter um diese herum per Bluetooth öffnen. Wie man das Equipment nutzen kann, haben die Erfinder in einzelnen Videos festgehalten.

Frisbees, Yogamatten, Medizinbälle, Springseile oder auch Faszienrollen können sich Fitnessfans bei der SportBox in Bonn mithilfe einer App ausleihen. Foto: Sabrina Szameitat

Junges Unternehmen will Training ohne Vertrag anbieten

Hinter der Idee des mietbaren Spinds steckt das junge Unternehmen „app and move“ aus Marburg, das schon in den Städten Marburg und Mannheim sowie in der hessischen Gemeinde Lahntal eine solche Box aufgestellt hat. Man wolle unabhängiges Training ermöglichen, schreiben die Gründer in einem Facebook-Beitrag: „Das nervige Mitschleppen der Fitnessstudio-Membercard, das stundenlange Suchen danach und das Training im stickigen Gym sind Geschichte.“

Warum man sich für die Bundesstadt als Standort entschieden hat? „Bonn gehört natürlich zu den Städten, die als sehr sportlich gelten“, sagt Mitgründer Philipp Gießelman dazu. Derzeit laufen Gespräche mit über 100 Städten, auch mit Köln sei das Unternehmen schon in Kontakt getreten. Mit der Resonanz in der Bundesstadt ist Gießelman bisher total zufrieden: „Die Anzahl der Nutzer, die sich registrieren, ist überwältigend. Das ist wirklich, wirklich super.“

Alleine oder auch in der Gruppe könnten Fitnessfreunde an ihrer Kraft, Ausdauer oder Koordination feilen, teilte die Stadt Bonn mit, die am Opernrasen in diesem Sommer das Sportprogramm „OpernRasenLIGHT“ veranstaltet. Sie kooperiert mit dem Start-up und übernimmt zum Beispiel die Kosten für die Wartung.

„Mit der Errichtung dieser ersten „Sportbox“ auf einer zentralen Freifläche in Bonn wird ein Ergebnis des im vergangenen Jahr erstellten Gutachtens zur Sportentwicklung in Bonn umgesetzt“, erklärt Stefan Günther, Leiter des Sport- und Bäderamtes. Man wolle abwarten, wie gut der Standort zwischen Rhein und Kennedybrücke ankommt. Dann werde man überlegen, „ob und an welchen weiteren Standorten in Bonn das Angebot erweitert werden sollte“, so Günther.

Nutzer Jolan Geusen könnte sich eine weitere Box zum Beispiel am Poppelsdorfer Schloss oder auf einer der kleinen Wiese auf der Beueler Rheinseite nahe des China-Schiffs vorstellen. Der Opernrasen sei sehr überlaufen und als Platz deshalb nicht ideal. Trotzdem will der Student auf jeden Fall noch einmal wiederkommen. „Ich finde das Angebot auf jeden Fall sehr innovativ“, sagt er.

Um das Equipment vor Dieben und Vandalismus zu schützen, gleicht ein integriertes Kontrollsystem übrigens vor und nach einer Buchung ab, ob alle Materialien noch da sind. Zudem seien die Türen vandalismussicher. Der Strom für die Bluetooth-Lautsprecher kommt über eine Solarzelle an der Sportbox. Vor und nach den Übungen sollen Nutzer die Geräte desinfizieren. Dafür stehen Desinfektionsmittel und Hygienetücher bereit. Über die Daten, die Nutzer bei der Registrierung angeben, könnte man die Kontaktdaten im Notfall nachverfolgen, wenn es etwa einen Corona-Fall gebe.