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Spritpreise: Benzin in Bonn am günstigsten: Preise steigen

Spritpreise in Deutschland steigen : Benzin war 2020 in Bonn am günstigsten

Tanken wird in diesem Jahr wieder teurer. Grund dafür ist unter anderem der Anstieg des CO2-Preises. Auch der Corona-Impfstoff trägt dazu bei. In Bonn konnten Autofahrer im vergangenen Jahr im Bundesdurchschnitt am günstigsten tanken.

Bonn war im Jahr 2020 bundesweit die günstigste Stadt zum Tanken. Das geht aus einer Auswertung der Verbraucherplattform Clever Tanken hervor. Demnach kostete der Liter Super E10 im Jahresschnitt in Bonn 1,226 Euro und der Liter Diesel 1,08 Euro. Auf den Plätzen zwei und drei folgten im Jahresranking für den Liter Super E10 Mannheim (1,229 Euro) und Dresden (1,242 Euro). Am meisten zahlten Autofahrer für Super E10 hingegen in Frankfurt am Main (1,264 Euro), Hannover (1,260 Euro) und Bremen (1,259 Euro).

Die zwei günstigsten Dieseltankstädte 2020 waren nach Bonn Leipzig (1,094 Euro) und Dresden (1,099 Euro). Im Jahresdurchschnitt am teuersten war Diesel in Stuttgart (1,115 Euro), Bremen (1,113 Euro) und Hannover (1,112 Euro).

Grundsätzlich war das vergangene Jahr eines der günstigsten Tankjahre seit langem. Grund dafür war der Ölpreisabsturz im März und April. Bei Super E10 sei der Preis nach Angabe des Automobilclubs ADAC auf den niedrigsten Wert seit Einführung des Kraftstoffes vor zehn Jahren gefallen. Der Dieselpreis sank auf den tiefsten Wert seit 2016. Im Jahresdurchschnitt seien Super E10 und Diesel pro Liter jeweils rund 15 Cent preiswerter gewesen als 2019.

CO2-Preis sorgt für Steigerung

Doch schon im Dezember, fingen die Benzinpreise an zu steigen. 2021 werden die Autofahrer grundsätzlich erheblich mehr beim Tanken zahlen müssen. Das liegt vor allem an der staatlichen Einführung des CO2-Preises für Kraft- und Heizstoffe. Dieser dient dazu, fossile Energien zu verteuern, um die Entwicklung klimaschonender Alternativen zu fördern. Pro Tonne CO2, die beim Verbrennen von Diesel und Benzin, Heizöl und Erdgas entsteht, müssen verkaufende Unternehmen wie Raffinerien zunächst 25 Euro zahlen. Der Preis wird an die Kunden weitergegeben. Hinzu kommt, dass zu Jahresbeginn die Mehrwertsteuer von 16 Prozent auf den alten Satz von 19 Prozent angehoben wurde.

Foto: ADAC/ADAC Grafik

Auch der Corona-Impfstoff hat Auswirkungen auf die Benzinpreise und deren Entwicklung. „Die weltweite Zulassung der Corona-Impfstoffe beflügelt derzeit die Börsen. Je schneller große Mengen davon zur Verfügung stehen, desto eher ist die Erholung der Weltwirtschaft in Sicht. Die Ölnachfrage und damit auch die Öl-und Kraftstoffpreise dürften damit in den kommenden Monaten weiter steigen“, prognostiziert Gründer und Geschäftsführer von Clever Tanken Steffen Bock.

Bereits in den ersten Tagen des neuen Jahres war der Anstieg der Benzinpreise zu beobachten: Für Super E10 ermittelte der ADAC am 3. Januar einen bundesdeutschen Durchschnittspreis von 1,33 Euro pro Liter, am 31. Dezember kostete Super E10 im Schnitt noch 1,28 Euro. Diesel verteuerte sich demnach im gleichen Zeitraum im Durchschnitt von 1,16 Euro auf 1,23 Euro je Liter.

Deshalb ist Tanken in Bonn günstig

Dass die Preise für Benzin und Diesel in Bonn vergleichsweise günstig sind, erklärt Steffen Bock, Geschäftsführer von Clever Tanken, mit der lokalen Wettbewerbssituation. In jeder Stadt würden die Preise unter anderem mit der Quote der Markentankstellen zusammenhängen. Das Verhältnis von Marken- und freien Tankstellen beeinflusse den Durchschnittspreis in einer jeweiligen Stadt. Bieten freie Tankstellen Benzin zu günstigen Preisen an, setzt das auch die Markentankstellen unter Zugzwang.

„Darüber hinaus spielen aber auch die Einfahrts- beziehungsweise Ausfahrtsstraßen mit den daran gelegenen Tankstellen eine Rolle“, sagt Bock. Hätten Pendler keine Möglichkeit, ohne größere Umwege günstigere Anbieter als Markentankstellen anzufahren, stünden die Markentankstellen nicht unter dem Zugzwang, ihre Preise zu senken.

(Mit Material von dpa)