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Kommentar: Sprüche und Taten

Kommentar : Sprüche und Taten

Wir schaffen das“ ist ein Satz von Bundeskanzlerin Angela Merkel, der vermutlich wie Barack Obamas „Yes we can“ in die Geschichte eingehen wird. Was aber wären solche markigen Sprüche, wenn das implizierte „Ihr“ nicht mitmachen würde?

Während die da oben – Angela Merkel – mehr damit beschäftigt scheint, Angriffe aus den eigenen Reihen abzuwehren, und ihren Satz zunehmend relativiert, machen die da unten die Arbeit. Auch in Bonn tut die Basis ganz viel dafür, dass die in Scharen ankommenden Flüchtlinge die notwendige Hilfe bekommen.

Dieses überwiegend freiwillige Engagement verdient allergrößten Respekt und Lob. Der heute im GA porträtierte DRK-Helfer Hassan-Dirk Yücelli ist einer von vielen Bonnerinnen und Bonnern, die eindrucksvoll belegen, mit welch unermüdlichem Einsatz und welcher Herzlichkeit Hilfsbedürftige Unterstützung erfahren.

Ganz viele Menschen arbeiten dafür seit Monaten unermüdlich in ihrer Freizeit – manchmal bis zum Umfallen. Darauf kann Bonn stolz sein. Stolz auch deshalb, weil trotz vieler Probleme – erinnert sei nur an die Sporthallendiskussion – die Stimmung in der Stadt weiterhin von Wohlwollen geprägt ist. Menschlichkeit ist Trumpf; Hass und Stimmungsmache haben in Bonn ganz offensichtlich keine Chance.

Bonn rühmt sich gerne für seine Internationalität. Ganz viele Bürger stellen gerade jetzt unter Beweis, dass das keine Phrase ist.Die hilfsbereite Stadtgesellschaft beeindruckt auch auf anderen Feldern: Angefangen von der GA-Spendenaktion Weihnachtslicht, die jedes Jahr einen Rekord einfährt, über Spenden für Operationen ausländischer Patienten in Bonner Kliniken bis hin zu der Riesenwelle an Hilfsangeboten für die demenzkranke Frau und ihre Enkelin, die lieber von Hartz IV lebt, als ihre 97-jährige Oma ins Heim zu geben. Ja, Bonn schafft das. Wenn... ja, wenn den markigen Sprüchen von denen da oben eine verlässliche Politik und entsprechende Taten für die da unten folgen.