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"Wednesday Night Live" im Pauke Kultur Bistro: Sprungbrett für viele Künstler

"Wednesday Night Live" im Pauke Kultur Bistro : Sprungbrett für viele Künstler

Offene Bühne für Nachwuchs-Comedians: "Das Integrationszeug macht jeder." Politisch korrekte Statements sind nicht sein Ding. Özgür Cebe integriert sich lieber mit Humor und jeder Menge Selbstironie.

Zwei Jahre lang gehörte er zum festen Ensemble in Kaya Yanars Sendung "Was guckst du?!". Außerdem sieht man ihn in TV-Serien wie der "Lindenstraße" oder "Alarm für Cobra 11". Seine ersten Gehversuche als Stand-up-Comedian hat der Bonner allerdings auf der Bühne des Kultur- Bistros Pauke an der Endenicher Straße gemacht.

"Bei uns haben viele bekannte Künstler angefangen. Wir waren und sind für viele ein Sprungbrett", erzählt Christina Glufke nicht ohne Stolz. "Denn wir haben Bonns älteste Bühnenshow." Seit nunmehr fünfzehn Jahren hat sich das Konzept der Pauke bewährt. "Hier verbringt jeder einen schönen Abend für kleines Geld", so Glufke.

Schnell noch einen (politisch korrekten) Salat vorweg und eine Saftschorle dazu, dann geht es ab auf die Bühne. Den traditionellen Beruhigungsschluck gegen das Lampenfieber musste sich Gabriele Busse am Mittwoch verkneifen. Sie war zum ersten Mal bei "Wednesday Night Live" dabei. Passend zur Jahreszeit hieß das Motto des Abends diesmal "Giggle Bells". "Ich wusste nicht, dass es hier keinen Alkohol gibt", erzählte die Bayerin vor ihrem Auftritt.

"Aber dann weiß ich wenigstens, dass die Leute nicht lachen, weil sie zu viel getrunken haben, sondern weil sie sich wirklich amüsieren." Sie stand an dem Abend mit ihrem "Veganen Kabarett" auf der Bühne.

Manuel Wolff war hingegen schon öfters im Kultur Bistro. "Zehn Finger für ein Halleluja" lautet sein aktuelles Programm, das er an diesem Abend testete. "Ich komme immer wieder gerne hier hin", erzählt der Kabarettist. "Hier kann man nicht nur als Newcomer erste Bühnenerfahrung sammeln, sondern auch als Profi ist das hier ein idealer Ort, um ein neues Programm zu testen. Denn man bekommt direkt ein Feedback vom Publikum", resümiert er und ergänzt: "Wenn du hier durchfällst, dann muss du deine Nummer nachbessern."

An diesem Abend präsentierte der Klavier-Kabarettist einen wilden Ritt durch alle Genres der Musik - vom Eurovision Song Contest bis zum Musical. "Die größte Herausforderung für mich ist der Text. Ich musste viel auswendig lernen und hoffe, dass ich nichts vergesse." Zwar quält ihn normalerweise kein Lampenfieber, an diesem Abend war er allerdings schon ein wenig nervös.

Viel Werbung muss das Kultur Bistro nicht für sein Programm machen. "Wir haben hier viele Stammgäste", erzählt Christina Glufke. Rund 70 bis 100 Besucher würden regelmäßig zu den Comedy-Abenden kommen. Aber auch die Salsa-Tanzpartys, die Tango-Schnupperkurse, das Philosophische Café oder die Friday Night Pauke Disco würden gut besucht. "Ich wünsche mir, dass wir immer ein neugieriges Publikum und tolle Künstler anziehen werden. Das wäre die beste Unterstützung für unser Haus", hofft Christina Glufke für die Zukunft.

Auch wenn Özgür Cebe das ewige "Integrationsjedöns" nicht mehr hören kann, so wurde er an diesem Abend doch noch politisch. "Ich bin stolz, ein Bonner zu sein. Wenn ich sehe, dass sich hier 1200 Gegendemonstranten gegen die 150 Bogida-Anhänger formieren, dann bin ich froh, in solch einer Stadt zu leben."

Das Programm

Los geht es im neuen Jahr mit "Die Sinn(er)finder - Erzählkunst und Philosophie" mit Enno Kalisch und Markus Melchers, 14. Januar, 20 Uhr. Karten gibt es in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen. Jeweils am letzten Mittwoch im Monat findet ab 20 Uhr das Wednesday Night Live statt. Das Motto am 28. Januar lautet "Do Laach et Hätz" und am 25. Februar "VorWitzig". Weitere Informationen gibt es auf www.pauke-life.de