Metropol-Klage Stadt Bonn bleibt hart - Keine Vergleichsverhandlungen mehr

BONN · Ex-Kino für 19 Millionen Euro verkauft: Im Streit um Schadensersatzansprüche der früheren Metropol-Eigentümer setzt die Bonner Stadtverwaltung auf die harte Tour. Sie werde derzeit keine Vergleichsverhandlungen mehr mit der Metropol-Immobilienmanagement GmbH führen, teilte die Stadt dem Rat hinter verschlossenen Türen mit.

Man wolle die bevorstehende Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln abwarten. Die GmbH, hinter der unter anderen der Bonner Kaufmann Klaus Töpfer steht, fordert knapp fünf Millionen Euro von der Stadt.

Sie hatte das ehemalige Kino am Markt im Jahr 2005 für rund 3,1 Millionen Euro gekauft, konnte es aber zunächst nicht sanieren, weil die Stadtverwaltung den Denkmalschutz für das Gebäude nicht aufhob. In einem langen Rechtsstreit setzten sich Töpfer und seine Partner im Jahr 2008 vor dem Oberverwaltungsgericht Münster durch. Sie bauten das Metropol mit großem Aufwand um. Seit zwei Jahren ist die Bücherkette Thalia Mieter im früheren Lichtspieltheater.

Töpfer und seine GmbH leiten ihre Schadensersatzansprüche unter anderem von "Verzögerungsschäden" wegen verspäteter Vergabe der Bauaufträge und entgangener Mieteinnahmen in der Zeit des Rechtsstreites sowie von Anwaltskosten ab. Einen ersten Etappensieg haben sie bereits erzielt: Das Landgericht Bonn hatte im Zuge einer Feststellungsklage eine grundsätzliche Zahlungsverpflichtung der Stadt Bonn bejaht.

Gegen diese Entscheidung legte die Stadt Berufung ein, über die am 4. Oktober vor dem OLG in Köln verhandelt werden soll. Siegt Töpfer auch dort, dürfte er umgehend die eigentliche Schadensersatzklage mit einer konkreten Summe einreichen.

Die Standpunkte beider Seiten über die Schadenshöhe liegen weit auseinander, wie die Stadtverwaltung dem Rat erklärte. Sie verwies in ihrer Mitteilung auch darauf, dass die GmbH das Metropol mittlerweile für rund 19 Millionen Euro verkauft habe. Nach Abzug des Kaufpreises und der Umbaukosten ergebe sich ein Gewinn von etwa 5,5 Millionen Euro.

Klaus Töpfer bestätigte den Verkaufspreis und warf der Stadtverwaltung "Stimmungsmache" vor. Das Metropol sei an eine Versicherungsgruppe veräußert worden. Der Preis sei für eine kernsanierte, gut vermietete Innenstadt-Immobilie völlig angemessen gewesen. "Der Geschäftsgewinn hat aber nicht das Geringste mit der Schadensersatzfrage zu tun", betonte Töpfer.

"Wir sind über Jahre hinweg rechtswidrig am Umbau des Metropol gehindert worden." Deshalb sehe er der OLG-Entscheidung gelassen entgegen. Die Klageerwiderung der Stadt sei "äußerst dünn". Im Wege eines Vergleiches hätte die GmbH nach Töpfers Angaben auf 25 Prozent der Schadenssumme verzichtet, wie es die erste Instanz vorgeschlagen hatte. Im nun bevorstehenden Schadensersatzprozess würden allerdings 100 Prozent eingeklagt, so Töpfer.

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