Sauberkeit im Stadtbild Stadt Bonn erhöht Bußgelder für Müllsünder

Bonn · Die Stadt Bonn erhöht die Strafen für achtlos weggeworfene Kaugummis, Zigarettenstummel und Kaffeebecher - und will damit gegen die Vermüllung öffentlicher Plätze ankämpfen.

Beschwerden über überquellende Mülleimer, herumliegende Zigarettenkippen oder Sperrmüll auf den Straßen gibt es immer wieder. „Bonnorange stellt fest, dass ebenso wie in anderen Städten das Littering an öffentlichen Plätzen zugenommen hat. Immer häufiger wird Abfall einfach achtlos auf dem Boden entsorgt, anstatt diesen in die dafür vorgesehenen Papierkörbe zu werfen“, erklärt Jasmin Mangold, Pressesprecherin von Bonnorange. Die Vermüllung nehme vor allem an Plätzen zu, an denen sich abends viele Leute treffen und länger sitzen, wie beispielsweise entlang der Rheinufer.

„Aber auch an Haltestellen und überall dort, wo Menschen in Eile sind, nimmt die Verschmutzung zu“, sagt Mangold. Ein Beispiel dafür sind die Fahrradabstellplätze am Hauptbahnhof. Zwischen den Fahrradständern sammeln sich leere Plastikbecher, Bonbonpapier und Brötchentüten an.

Mehr als 125 Mülleimer stehen in der Bonner City

Verpackungsmüll finden die Mitarbeiter von Bonnorange laut Mangold am häufigsten auf den Straßen, hauptsächlich von sogenanntem „To-go-Essen“. Das sind Speisen, die sich unterwegs schnell verzehren lassen. Allein 40.000 Coffee-to-go-Becher aus Pappe oder Plastik werden am Tag in Bonn ausgegeben (der GA berichtete). Aber die Bequemlichkeit hat ihren Preis: Oftmals landet die Umverpackung auf dem Boden statt im Mülleimer. Dabei stehen in der Innenstadt mehr als 125 Mülleimer, die Bonnorange vier Mal täglich entleert. Die Papierkörbe fassen jeweils 100 Liter. Schätzungsweise zwölf Kubikmeter Müll entfernt das städtische Entsorgungsunternehmen so pro Tag in der City.

Um der Vermüllung Einhalt zu gebieten, erhöht die Stadt immer wieder die Bußgelder. „Mit der Anpassung soll der Abschreckungseffekt erhöht werden, um mehr Sauberkeit im Stadtbild zu erreichen“, erklärte Stefanie Zießnitz vom städtischen Presseamt. Zuletzt wurden die Bußgelder im Frühjahr angepasst. Einen Kaugummi auf den Boden zu spucken kostet nach der neuen Regelung 50 Euro statt bislang 35 Euro. Wer seine leere Getränkedose auf den Boden wirft, darf mit einem Verwarngeld von 35 Euro (vorher 25 Euro) rechnen.

Ein Kaffeebecher, der auf dem Boden statt im Mülleimer landet, könnte den Kaffeeliebhaber 25 Euro kosten (bisher 20 Euro). Für Zigarettenschachteln oder weggeworfene Zigarettenstummel kann ein Bußgeld von 25 Euro fällig werden. Wildpinklern droht nach der neuen Erhöhung eine Geldstrafe von 40 Euro zuzüglich einer Gebühr von 28,50 Euro für die Auslagen im Bußgeldbescheid. Insgesamt hat die Stadt die Beträge um fünf bis 15 Euro erhöht. Das ist manchen Bonner allerdings noch nicht genug. Sie fordern strengere Strafen für Müllsünder, wie es in anderen Städten bereits der Fall ist.

So hat Hamburg im vergangenen Jahr die Bußgelder stark angezogen. Seitdem kann in der Hansestadt das Hinterlassen von Grillresten oder Glasscherben mit einer Geldstrafe von 250 bis zu 1000 Euro geahndet werden. Wildpinkeln kann 30 bis 100 Euro kosten, während das Entsorgen von alten Autoreifen pro Reifen mit bis zu 200 Euro geahndet werden kann. Wer illegal Sperrmüll ablädt, kann dafür je nach Umfang sogar mit einer Geldbuße von bis zu 8000 Euro bestraft werden.

Neues Messverfahren für die Sauberkeit in der Stadt

Auch die Stadt Duisburg legt seit 2016 ähnlich drastische Maßnahmen an den Tag. Für das Wegwerfen von Zigarettenschachteln, Pappbechern und Tellern sowie Bananenschalen zahlt man inzwischen in Duisburg zwischen 60 und 150 Euro. Die Bußgelder für sonstige, illegale Abfallentsorgung beginnen bei 60 Euro und gehen bis zu 1500 Euro. Zur Sauberkeit in der Stadt hat dieser Schritt allerdings wenig beigetragen. „Seit der Erhöhung des Bußgeldkataloges 'Abfall' der Stadt Duisburg ist nicht zu beobachten, dass sich die Sauberkeit in der Duisburger Innenstadt wesentlich verbessert hat“, erklärt ein Sprecher der Stadt Duisburg.

Seit Anfang des Jahres hat sich Bonnorange mit einem neuen Messverfahren das Ziel gesetzt, die Sauberkeit im Stadtbild objektiv nach bestimmten Kriterien zu ermitteln. Ausgehend von den Ergebnissen soll dann der Reinigungsturnus angepasst werden.

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