Ein Stadtpark im Handtaschenformat Stadt Bonn verschönert Areal am Windeckbunker

Bonn · Die Stadt Bonn hat mit dem Umbau der Fläche rund um den Windeckbunker im Zuge des Masterplanes „innere Stadt 2.0“ begonnen. In Zukunft sollen sich dort alle wohlfühlen können.

 Beim Spatenstich: David Baier, Kerstin Hemminger, Helmut Wiesner und Barbara Lindlar am Windeckbunker.

Beim Spatenstich: David Baier, Kerstin Hemminger, Helmut Wiesner und Barbara Lindlar am Windeckbunker.

Foto: Jakub Drogowski

Es handelt sich um die einzige nennenswerte Grünfläche der innerstädtischen Fußgängerzone, dennoch führte das kleine Areal zwischen Windeckbunker und alter Stadtmauer an der Budapester Straße über viele Jahre ein Schattendasein. Im Zuge des Masterplanes „Innere Stadt 2.0“ soll hier nun ein urbaner Freiraum für Erholung und ökologische Nachhaltigkeit entstehen. Mit dem symbolischen ersten Spatenstich hat der Umbau jetzt offiziell begonnen.

Als einen „Pocket-Park mit multifunktionaler Nutzung für alle Generationen“, beschrieb David Baier, Leiter des Umweltamtes, das angestrebte Konzept für ein Areal, das die Bezeichnung Park bisher kaum verdient. Bei Pocket-Parks handelt es sich um kleine, unscheinbare Flächen in der Stadt, die zu Miniatur-Erholungsgebieten aufgewertet werden. „Solche Projekte wurden bereits in zahlreichen Städten in Europa erfolgreich umgesetzt“, so Baier.

Für den neuen „Bonner Taschengarten“ habe man sich dazu entschlossen, neben Spielgeräten für Kinder das Thema Wasser in den Vordergrund zu rücken. Geplant ist etwa ein Wasserspiel. Auf der zentralen Grünfläche werden farbige und robuste Liegen aufgestellt. Neben dem Kleinen Laden, als Kinderbuchhandlung eine Institution in der Stadt, soll ein Kaffeeroller eine Standfläche finden. Bei der Planung seien Wünsche und Anregungen aus dem Online-Beteiligungsverfahren eingeflossen.

Ein weiterer zentraler Aspekt sei es, der Überhitzung der Innenstadt entgegenzuwirken. „Die vergangenen Sommer brachten der Stadt Temperaturen von bis zu 40 Grad. Aufgrund seiner Kessellage sind aufgewertete Grünflächen enorm wichtig, um die schlechte Durchlüftungssituation zu verbessern“, so Baier. Dazu sollen der Grünanteil des Areals deutlich erhöht und der Anteil versiegelter Flächen reduziert werden. „Es werden zwar einige Bäume im Januar gefällt werden, hauptsächlich aufgrund der Verkehrssicherheit. Dafür werden 13 neue Bäume sowie zahlreiche nutzbringende Sträucher gepflanzt“, erklärte Kerstin Hemminger vom Stadtplanungsamt. „Es handelt sich dabei vorwiegend um Pflanzen und Bäume, die sich gut den heißer werdenden Sommern anpassen können und als Nahrungshabitat für Insekten der Biodiversität zugutekommen“, fügte Projektleiterin Barbara Lindlar hinzu. Kornelkirsche und die gelbblühende Kastanie kommen in die die Anlage.

Im Blickpunkt liegt auch die Denkmalpflege, in deren Zusammenhang Teile der historischen Stadtmauer von Büschen befreit und wieder besser zur Geltung kommen sollen. Schließlich handele es sich um einen „militärhistorischen Ort der Stadtgeschichte“, so Stadtbaurat Helmut Wiesner. Bis zum Frühsommer sollen die Bauarbeiten planmäßig abgeschlossen sein, wobei die Bäume bis spätestens Herbst nachgepflanzt werden.

Die Kosten der Neugestaltung betragen rund 746 000 Euro, wovon etwa 516 000 Euro innerhalb des Städtebauförderungsprogrammes „Lebendige Zentren“ über Bundes- und Landesmittel zustandekommen. Der neugeschaffene Park stellt das erste von zwölf Einzelprojekten des Masterplanes Innere Stadt 2.0 dar. Im Anschluss werden die Arbeiten an der Budapester Straße Richtung Haus der Bildung in Form weiterer Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen fortgesetzt. Weitere Vorhaben sind unter anderem die Aufwertung der Rheinpromenade, die Neugestaltung des Stiftsplatzes und das Projekt „Uni-trifft-City“. Der Förderzeitraum erstreckt sich bis 2025.

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