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58 neue Stellen in Planung: Stadt fehlt Personal für die Flüchtlingsarbeit

58 neue Stellen in Planung : Stadt fehlt Personal für die Flüchtlingsarbeit

Der Hauptausschuss soll in seiner nächsten Sitzung grünes Licht für 58 neue Stellen geben. Die Bonner Stadtverwaltung betont, dass diese Entscheidung keinen Aufschub duldet.

Angesichts der desaströsen Haushaltslage der Stadt ist das schwere Kost, mit der der Hauptausschuss sich nächste Woche befassen muss: Die Verwaltung fordert in einer Beschlussvorlage die Neueinstellung von bis zu 58 weiteren Mitarbeitern zur Bewältigung der Aufgaben rund um das Thema Flüchtlinge. Die Vorlage, die wie ein Hilferuf klingt, ist von Personaldezernent Wolfgang Fuchs und Oberbürgermeister Ashok Sridharan unterzeichnet. Die Signatur von Kämmerer Ludger Sander fehlt.

Vor dem Hintergrund weiter wachsender Flüchtlingszahlen sei eine zeitnahe Entscheidung erforderlich, um die Erledigung der Aufgaben sicherzustellen. Ein späterer Sitzungstermin zur Beratung und Entscheidung könne nicht mehr abgewartet werden, macht die Verwaltung unmissverständlich deutlich, wie sehr ihr das Thema auf den Nägeln brennt. Denn nach wie vor, so erklärte Stadtsprecherin Monika Hörig gestern auf Nachfrage, kommen pro Woche 150 Flüchtlinge nach Bonn. Aktuell sind 3570 Personen in städtischen Unterkünften untergebracht, darunter sind sechs Sporthallen.

Stadt steht vor "enormen Herausforderungen"

„Die Unterbringung, die Registrierung, die Versorgung und die Betreuung von Flüchtlingen stellen die Bundesstadt Bonn seit Monaten vor enorme Herausforderungen. Um diese weiterhin angemessen bewältigen zu können, benötigt die Stadtverwaltung auch zusätzliches Personal“, heißt es in der Vorlage. Die erforderlichen 58 Stellen sollen befristet beziehungsweise unbefristet eingerichtet werden. Eine Angabe zu den Kosten wird in der Vorlage nicht gemacht.

Seit Mitte 2015 belaufe sich der zusätzliche Personalbedarf auf etwa 126 Stellen. Unter anderem durch den Einsatz von Nachwuchskräften etwa im Ausländer- oder Sozialamt seien bereits 68 Stellen zusätzlich geschaffen worden. Darüber hinaus habe die Stadt Beamten im Ruhestand angeboten, vorübergehend eine Teilzeitbeschäftigung auszuüben.

Die Fachbereiche der Verwaltung setzten sich mit großem Engagement für die menschenwürdige Unterbringung und Betreuung der Asylbewerber und Flüchtlinge ein. Allerdings seien wegen der steigenden Zahl die Herausforderungen mit dem derzeit vorhandenen Personal nicht mehr zu leisten. Dringend benötigt werden unter anderem Sozialarbeiter sowie zusätzliche Mitarbeiter im Jugendamt und bei der Stabstelle Integration. Auch das Städtische Gebäudemanagement (SGB) benötige Verstärkung, um seinen vielfältigen Aufgaben unter anderem zur Schaffung von Notunterkünften gerecht werden zu können, heißt es. Konkret ist die Rede von zehn zusätzlichen Mitarbeitern.