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Lärmschutz in Buschdorf: Stadt lässt Streetballplatz einmauern

Lärmschutz in Buschdorf : Stadt lässt Streetballplatz einmauern

Was ist denn das für ein Bauwerk, das da mitten im Grünen steht, um genauer zu sein, zwischen dem Sportplatz in Buschdorf und dem Piratenland? Ein Haus wird es trotz der fünf Fensteröffnungen wohl nicht werden, weil das Mauerwerk nur zwei Seiten abdeckt.

In der Tat, wie die Stadt bestätigt: Die drei Meter hohe Mauer, die auf jeder der beiden Seiten rund 15 Meter lang ist und im rechten Winkel zueinander gebaut wurde, dient dem Lärmschutz und war Auflage der Baugenehmigung für die Neubauten nebenan.

Die dort eingezogenen Neu-Buschdorfer mussten diese Mauer auf eigene Kosten errichten lassen, um sich vor dem Lärm der Streetballanlage zu schützen. Die Glasfenster werden noch in die Öffnungen eingebaut.

Sie waren ebenfalls Auflage der Baugenehmigung, um eine bessere Einsehbarkeit zu gewährleisten. Was die Mauer gekostet hat, kann die Stadt übrigens nicht sagen. Das sei Sache des Bauherrn gewesen.

Pech nur: Dass dort Streetball gespielt wird, kommt nach Beobachtungen der Buschdorfer selten vor. Viel häufiger sitzen Jugendliche demnach in der Schutzhütte daneben und konsumieren unterschiedliche Genussmittel und hören Musik.

„Es kommt immer wieder vor, dass Spiele und Freizeitanlagen – insbesondere in den Abendstunden – von Jugendlichen aufgesucht werden, die, neben Bewegungsangeboten nachzugehen, den öffentlichen Raum als Treffpunkt und für diverse Aktivitäten nutzen wollen“, entgegnet die Stadt und bestätigt: Zurzeit sei ein geordnetes Ballspiel an der Streetballanlage wirklich nicht möglich.

Allerdings deshalb, weil der Platz durch die bestehenden Baustellen teilweise mitbeansprucht wird. „Nach Fertigstellung der Schallschutzmauer werden die Bespielbarkeit des Platzes und mögliche Beschädigungen durch die Baumaßnahme geprüft“, sagte eine Sprecherin. „Anschließend wird er für Streetball freigegeben und genutzt.“

Ursprünglich sollte die Höhe der Lärmschutzmauer sogar sechs Meter betragen, erzählt man sich in Buschdorf. Diese Höhe hat sich nach Kenntnis des Bauordnungsamtes aber darauf bezogen, wenn die Anlage auch nach 22 Uhr genutzt würde.

Wird sie aber offenbar nicht. Wenn dagegen während der „normalen“ Betriebszeit gespielt werde, bescheinige das Schallgutachten, dass die Grenzwerte bei einer Mauerhöhe von drei Meter eingehalten würden.

In Buschdorf wundert man sich noch über eine andere Sache: Warum eine teure Mauer bauen, wenn der Streetballplatz auch zum Buschdorfer Sportplatz verlegt werden könnte? Dort wo der SV Buschdorf zwar einen Kunstrasen hat, aber sich seit zwei Jahren mit zwei provisorischen Umkleide- und Duschcontainern begnügen muss.

Die Stadt sagt, am Sportplatz müsse noch genug Platz für Parkplätze und feste Umkleidekabinen bleiben, die wohl 2017 gebaut werden könnten. „Ob am Sportplatz dann noch ausreichend Platz für die Streetballanlage gewesen wäre, kann nicht abschließend beurteilt werden“, hieß es seitens der Stadt. Eine Verlagerung dorthin sei auch aus Sicht des Jugendamtes nicht sinnvoll.

Der SV Buschdorf ist unterdessen bestrebt, möglichst schnell seine Situation zu ändern. „Hier muss mit den Containern etwas passieren“, sagt Vize-Vorsitzender Hartmut Henseler. „Das geht nicht mehr, weil das alles zu klein und zu eng ist.“