1. Bonn
  2. Stadt Bonn

Erzbergerufer in Bonn: Stadt plant Hotel neben der Beethovenhalle

Erzbergerufer in Bonn : Stadt plant Hotel neben der Beethovenhalle

Die Stadt will auf dem Grundstück des ehemaligen Studentenwohnheims am Erzbergerufer ein Hotel errichten lassen. Der Stadtrat soll die Ausschreibung im Februar beschließen.

Die Pläne für das Beethoven-Festspielhaus sind längst passé. Jetzt gibt es einen neuen Vorstoß für das einstige Konzerthausgrundstück am Erzberger Ufer: Die Stadt Bonn will das 6700 Quadratmeter große Areal für den Bau eines Hotels ausschreiben. Und drückt dabei gewaltig auf die Tube: Bereits im Februar soll der Rat eine entsprechende Vorlage beschließen.

Auf dem Grundstück befindet sich das ehemalige Studentenwohnheim Theodor-Litt-Haus, das zurzeit von der Stadt noch als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird. Den Erbpachtvertrag mit dem Studentenwerk hatte die Stadt im Zuge der Festspielhausplanungen für 1,2 Millionen Euro abgelöst. „Das unmittelbar angrenzende Grundstück (…) in bester Rheinlage bietet sich für eine Hotelnutzung im Standard- bis Premiumsegment in besonderem Maße an, um insbesondere den Besuchern der Veranstaltungen in der Beethovenhalle – als Hauptspielort während des Beethovenjahres 2020 – eine sehr ansprechende Übernachtungsmöglichkeit in Citylage zu bieten“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. Auf die Frage, ob bereits potenzielle Investoren in den Startlöchern stünden, war von der Stadt am Mittwoch keine Antwort zu erhalten.

Sanierung lohnt sich nicht

Wie berichtet, ist die Gebäudesubstanz des Wohnheims so marode, dass sich eine Sanierung nicht lohnt. Es soll abgerissen werden. Vor diesem Hintergrund war im Rathaus nach dem Aus fürs Festspielhaus eine rege Debatte um die Weiternutzung des Areals entstanden.

Mit dem Ergebnis: Die Verwaltung solle prüfen, unter welchen Bedingungen dort öffentlich geförderter Wohnraum geschaffen werden könne. Es kam bekanntlich anders: Der Flüchtlingsstrom erreichte auch Bonn, das Haus wurde in ein Flüchtlingsheim auf Zeit umgewandelt. Schon damals hatte die Verwaltung allerdings darauf hingewiesen, dass das Areal anschließend „Beethovenhallen affin“ genutzt werden solle.

Die Linksfraktion kritisierte am Mittwoch die Hotelpläne: „Dies steht nicht nur in klarem Gegensatz zu den fortwährenden Beteuerungen, bezahlbaren Wohnraum schaffen zu wollen, sondern auch zum Ratsbeschluss, für das Areal ein Konzept zu erstellen, das soziale Wohnnutzung vorsieht“, sagte Ratsherr Holger Schmidt. CDU-Fraktionsgeschäftsführer Georg Fenninger sieht das anders: „Ein Hotel ist nicht schlecht. Man sollte auf jeden Fall etwas umsetzen, was zur Idee passt, dort einen Musikcampus zu schaffen“.