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Ganztagsschulen in Bonn: Stadt verspricht Lösung

Ganztagsschulen in Bonn : Stadt verspricht Lösung

Die Stadt Bonn hat am Donnerstag auf die Klage der freien Träger der offenen Ganztagsschulen (OGS) über eine nichtauskömmliche Finanzierung reagiert.

Wie berichtet, hatten Trägervertreter am Mittwoch angekündigt, die Betreuungszeiten kürzen zu müssen, falls die städtischen Zuschüsse nicht erhöht würden. "Wir befinden uns zurzeit mitten in den Haushaltskonsolidierungsgesprächen. Wir werden nach einer Lösung suchen, die einerseits den Ausbau der OGS ermöglicht und andererseits der Haushaltslage der Bundesstadt Bonn Rechnung tragen muss", erklärte Familiendezernentin Angelika Wahrheit

Sie erinnerte daran, dass Bonn mit seinem OGS-Angebot von derzeit 60 Prozent einen Spitzenplatz in NRW einnehme, es aber noch sehr viele Eltern gebe, die einen OGS-Platz für ihr Kind suchten. Eine Erhöhung des freiwilligen städtischen Anteils um die von den Trägern geforderten 317,52 Euro pro Kind und Jahr würde für die Stadt für das Haushaltsjahr 2015 Mehrkosten in Höhe von circa 940.000 Euro und 2016 in Höhe von 2,25 Millionen Euro bedeuten.

Veränderungen könnten indes erst 2015 greifen, weil die Verträge für dieses Schuljahr bereits geschlossen seien, und sie ohnehin von der Politik noch beschlossen werden müssten.

Ob die angesichts der desaströsen Haushaltslage dazu bereit ist, wird sich zeigen. "Wir sehen die Problematik und bauen gemeinsam mit Verwaltung und freien Trägern auf eine einvernehmliche Lösung", meinte Dorothee Paß-Weingartz (Grüne). Ähnlich sieht das Hans-Friedrich Rosendahl (AfD).

Anatol Koch (Linksfraktion) unterstützt die Forderung der freien Träger nach einer Anpassung der Förderbeiträge durch die Stadt, um Einbußen bei der Betreuungsqualität zu vermeiden. Johannes Schott (Bürgerbund Bonn) sieht dagegen das Land in der Pflicht, für eine auskömmliche Finanzierung zu sorgen.

Die SPD-Landtagsabgeordnete Renate Hendricks wies am Donnerstag darauf hin, dass das Land im nächsten Jahr Mittel zur Schaffung von 17.500 zusätzlichen OGS-Plätze in NRW bereitstellen wolle.