Licht für Bonner Straßen Stadt zahlt 6,5 Millionen Euro für Laternen

Bonn · 36.900 Laternen leuchten an den Straßen und Plätzen in Bonn. Im Vergleich zu anderen Städten sind die Kosten hoch. Mit dieser Maßnahme soll es künftig billiger für die Stadt werden.

 Adrian Stommel ist einer der Stadtwerke-Mitarbeiter, der in Bonn Straßenlaternen in Schuss hält.

Adrian Stommel ist einer der Stadtwerke-Mitarbeiter, der in Bonn Straßenlaternen in Schuss hält.

Foto: Benjamin Westhoff

Die Stadt leuchtet, aber das hat seinen Preis. Rund 6,5 Millionen Euro zahlt die Stadt Bonn in diesem Jahr an die eigene Tochterfirma Stadtwerke Bonn GmbH (SWB), die rund 36.900 Laternen im Stadtgebiet betreibt. Im Vergleich zu anderen Städten sind die Kosten hoch, wie die Gemeindeprüfungsanstalt NRW (GPA) im Jahr 2014 festgestellt hatte. Künftig könnte es billiger werden, weil immer mehr Laternen auf energiesparende LED-Leuchten umgerüstet werden sollen.

Von diesem Trend will auch die „Mutter“ Stadt profitieren. Die Verwaltung einigte sich mit den Stadtwerken auf eine Anpassung des Straßenbeleuchtungsvertrags von 2003. Damit war damals der Großteil der Straßenlaternen an die SWB übertragen worden (Wert: rund 15 Millionen Euro). Er regelt zudem, wie viel Geld die Stadttochter jährlich pro Lichtpunkt für Energie, Betrieb und Wartung erhält. In die Pauschale ist eine Preisentwicklungsklausel eingebaut.

Das hat bislang offenbar dazu geführt, dass die Stadt in der Regel von Jahr zu Jahr mehr zahlen musste: Waren es 2016 noch 6,28 Millionen Euro, steigt die Pauschale in diesem Jahr auf 6,49 Millionen. 2018 sollen es dann 6,62 Millionen Euro sein. Doch dann will die Stadt einen Teil der LED-Rendite einstreichen. Der neue Vertrag enthält einen „Mengenverbrauchskoeffizienten“, wie es in einer vertraulichen Ratsvorlage heißt. „Einsparungen im Energieverbrauch“ würden künftig „zur Hälfte preismindernd an die Stadt weitergegeben“. Der Rat hat der Neufassung des Vertrages bereits zugestimmt.

Ein Erbe aus Hauptstadtzeiten

Die Gemeindeprüfungsanstalt hatte 2014 kritisiert, dass Bonn im Vergleich für die Straßenbeleuchtung „wegen der Vielzahl“ der Laternen deutlich mehr Geld ausgebe als andere Städte. Pro 1000 Quadratmeter Beleuchtungsfläche ermittelte die GPA damals 651 Euro im Jahr (NRW-Durchschnitt: 534 Euro). Diese Laternen-Dichte, schreibt die Stadt in ihrer Vorlage, sei „historisch begründbar“, sprich: ein Erbe aus Hauptstadtzeiten. Mit dem neuen Beleuchtungsvertrag reagieren Verwaltung und Stadtwerke nun aber auf die Kritik der GPA-Prüfer, es habe bisher an Transparenz bei den Kosten gefehlt, die trotz sinkenden Stromverbrauchs stetig gestiegen seien.

Die Stadtwerke sind schon seit 2010 dabei, die Straßenlaternen an ausgewählten Stellen auf die sparsamen LED-Leuchten umzustellen – meist während der turnusmäßigen Instandhaltungszyklen. Zu den ersten Einsatzorten gehörte das Außengelände der Beethovenhalle. Knapp 4000 LED-Lampen sind inzwischen in Betrieb, wie SWB-Sprecher Werner Schui berichtet. Vor dem Haus der Bildung am Mülheimer Platz strahlen sie zum Beispiel in eleganten Lichtstelen.

Die Technik habe sich bewährt

Es gebe fast keine Störungen, und die SWB-Fachleute seien mit dem weißen LED-Licht und der guten Ausleuchtungsqualität sehr zufrieden. Darum kommen jedes Jahr rund 450 weitere Lampen hinzu. „Derzeit benötigen wir noch rund 2,54 Megawatt, um die Stadt zu beleuchten“, sagt Schui. „Mit der LED-Technik konnten von 2014 auf 2015 insgesamt rund 77 Kilowatt und etwa 90 Tonnen Kohlendioxid effektiv eingespart werden.“

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