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Stadthaus Bonn: OB Dörner schlägt SPD-Mann aus Hennef für Spitzenjob vor

Top-Position im Stadthaus : OB Dörner schlägt SPD-Mann aus Hennef für Spitzenjob vor

Der Jurist Folke große Deters (SPD) soll die zweite Top-Position im Dezernat von OB Katja Dörner besetzen. Er hatte sich nach der Absage von Linksfraktionschef Michael Faber um die Stelle beworben.

Nach der Absage von Linken-Fraktionschef Michael Faber will Oberbürgerbürgermeisterin Katja Dörner (Grüne) dem Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 9. Dezember einen neuen Kandidaten für den Top-Posten des Leiters des neuen Geschäftsbereichs Verwaltungssteuerung in ihrem Dezernat präsentieren: Es handelt sich um Folke große Deters (SPD), seit Januar Persönlicher Referent des Hennefer Bürgermeisters Mario Dahm. Große Deters soll bereits zum 1. Januar seinen Dienst in Bonn antreten.

Besetzt ist bereits der neue Posten des Leiters des Geschäftsbereichs Strategische Projektsteuerung mit Dörners bisherigem Büroleiter David Thyssen (Grüne). Der Rat hatte Thyssen kürzlich in nichtöffentlicher Sitzung nach GA-Informationen einvernehmlich gewählt. Beide Posten sind analog zu B2-Stellen dotiert – liegen also brutto knapp unter der 10.000 Euro-Marke monatlich. Sie sind zudem unbefristet.

Große Deters ist Volljurist und war vor seinem Wechsel nach Hennef unter anderem als Referent im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit sowie als Fachreferent für Recht, Ordnung, Umweltschutz und öffentliche Einrichtungen im Büro des ehemaligen Düsseldorfer Oberbürgermeisters Thomas Geisel (SPD) tätig. Auch leitete er eine Weile das Büro des Rhein-Sieg-Bundestagsabgeordneten Sebastian Hartmann.

Aus der Zeitung vom Job erfahren

Er habe den Vorgang um die Besetzung der Spitzenposition zunächst aus der Zeitung erfahren, so große Deters zum GA am Dienstag auf Anfrage. Nach dem Rückzug Fabers sei er dann von verschiedenen Seiten angesprochen worden, ob er sich vorstellen könne, den Job zu machen. „Ich konnte“, sagt große Deters selbstbewusst. Zumal er bereits unter anderem in seiner Position in Düsseldorf an der Schnittstelle zwischen Politik und Verwaltung entsprechend viel Erfahrung gesammelt habe.

„Ich bin sehr zufrieden mit meiner Tätigkeit in Hennef und habe zunächst auch nicht gedacht, dass ich mich so schnell noch einmal einer Bewerbung stellen würde“, betont der 39-Jährige. Als aber deutlich wurde, dass Michael Faber doch nicht antreten und die Position neu ausgeschrieben würde, habe er überlegt, sich zu bewerben. „Ich sehe es auch als eine einmalige Chance für mich.“ Bürgermeister Dahm sei von Anfang an in seine Überlegungen eingeweiht gewesen.

Faber zog Bewerbung nach Kritik zurück

Wie berichtet, hatte Michel Faber nach massiver Kritik insbesondere aus den Reihen der CDU an seinem beabsichtigen Wechsel von der Ratsbank in die Stadtspitze der OB abgesagt. Die Kritik habe ihn persönlich getroffen, aber auch seine Familie bis in den privaten Bereich hinein stark belastet, begründete Faber, an dessen Qualifikation für die Tätigkeit im Stadthaus in der Debatte allerdings nie Zweifel laut geworden waren, seinen Schritt.

Große Deters wurde als ältestes Kind von vieren 1982 in Hannover geboren. Er wuchs in Buschhoven und Rheinbach auf, besuchte in Rheinbach das städtische Gymnasium, studierte in Bonn Jura und absolvierte in der Bundesstadt den größten Teil seines Rechtsreferendariats. 2003 trat große Deters in die SPD ein; politisch engagierte er sich unter anderem als Mitglied des Kreistages, Geschäftsführer der SPD-Kreistagsfraktion und als stellvertretender SPD-Kreisvorsitzender.

Es gilt als sicher, dass große Deters Bewerbung auf breite Zustimmung im Rat stoßen wird. Sicher dürften ihm, so jedenfalls war zu hören, die Stimmen der Ratsmehrheit aus Grünen, SPD, Linken und Volt sein. Seitens der CDU teilte Fraktionsgeschäftsführer Horst Gehrmann dem GA mit: „Wir haben in der nächsten Fraktionssitzung eine Vorstellungsrunde mit Herrn große Deters. Dann sehen wir weiter.“

OB Dörner sagte auf GA-Nachfrage: „Ich freue mich sehr, dass ich mit Folke große Deters einen äußerst kompetenten und erfahrenen Kopf für die Leitungsebene meines Dezernats gewinnen konnte. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit und auch darauf, mit der Besetzung der Stelle die Führungsstruktur meines Dezernats zu komplettieren.“