Antrag vor Ratssitzung in Bonn Einigkeit über Stadthaus-Auszug

Bonn · Das Gros der Bonner Ratsfraktionen ist sich bei der Frage der Zukunft des maroden Stadthauses einig. Es gibt einen interfraktionellen Antrag, das Stadthaus spätestens 2027 leerzuziehen.

2027 soll das marode Stadthaus definitiv leergezogen werden, ist sich dasGros der Ratspolitiker einig.

2027 soll das marode Stadthaus definitiv leergezogen werden, ist sich dasGros der Ratspolitiker einig.

Foto: Nicolas Ottersbach

Seltene Einigkeit zeigen die Ratsmehrheit aus Grünen, SPD, Linken und Volt sowie Teile der Opposition aus CDU und FDP in Sachen Stadthaus: Per interfraktionellem Antrag beschlossen die Fraktionen in der Ratssitzung am Donnerstag folgende Schritte: So soll die Empfehlung des beauftragten Büros „dbp dasbauprojekt GmbH umgesetzt werden, das Stadthaus spätestens im Jahr 2027 leerzuziehen. Die Verwaltung soll den Auszug der im Stadthaus untergebrachten Verwaltungseinheiten vorbereiten, sobald die personellen Voraussetzungen geschaffen sind. Auch soll die Verwaltung parallel mit der Sparkasse Köln-Bonn, den Stadtwerken, der Telekom oder mit der städtischen Wohnungsbaugesellschaft Vebowag über mögliche Kooperationen für eine Interimslösung zur Unterbringung der rund 1500 Beschäftigen im Stadthaus sprechen.

Außerdem soll die Verwaltung dem Rat eine Beschlussvorlage zur Grundsatzentscheidung über Nutzungsszenarien des Stadthauses beziehungsweise des Stadthaus-Areals vorlegen. Dabei sollen folgende Varianten wirtschaftlich und im Rahmen des bestehenden Bebauungsplanes geprüft und ein Kostenrahmen vorgelegt werden: Kernsanierung; Abriss und Neubau; Teilsanierung und Neubau.

Stadthaus Bonn: Historische Bilder - Bau, Einweihung, Schäden
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Das Stadthaus in Bildern - vom Bau in den 70ern bis heute

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Foto: Heinz Engels

Geprüft werden soll darüber hinaus die Mischnutzung als Verwaltungs-, Wohn- und Gewerbestandort nach einer Kernsanierung oder Abriss und Neubau oder ein Teilabriss mit integriertem Neubau. Sämtliche Varianten sollen mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen bewertet werden. Ziel dabei ist es, möglichst alle bürgernahen und zentralen Dienstleistungen in der Innenstadt beizubehalten. Darüber hinaus soll die Möglichkeit einer Quartiersgarage für die innere Nordstadt mit in den Blick genommen werden. Die weiteren künftigen Parkplatzmöglichkeiten sollen sich dem jeweiligen Nutzungsszenario anpassen. Bei den Planungen soll die Verwaltung zudem berücksichtigen, dass die Eingangssituation neugestaltet wird und gegebenenfalls die Parkdecks umgebaut werden.

Wie berichtet, ist das Stadthaus in vielerlei Hinsicht marode. Ab 2027 müssten die bisher nur provisorisch verstärkten Stützen umfangreich saniert werden. Das ist laut Experten im laufenden Betrieb kaum möglich. Zum anderen wären für den Weiterbetrieb des Stadthauses über 2027 hinaus allein jährliche Investitionen im Schnitt von rund 15 Millionen Euro notwendig, um am Ende immer noch in einem alten Gebäude zu sitzen, hatten Olga Keil und Steffen Göbel vom Büro „dbp dasbauprojekt GmbH“ kürzlich im GA-Interview erklärt.

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