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Hoffen auf den Brückenschlag: Stadtrat debattiert über Rheinbrücke zwischen Südstadt und Beuel

Hoffen auf den Brückenschlag : Stadtrat debattiert über Rheinbrücke zwischen Südstadt und Beuel

Die Politik bringt die Prüfung einer vierten Rheinquerung in Bonn für Fußgänger und Radfahrer auf den Weg. Diese könnte zwischen Südstadt und Beuel entstehen.

Intensiv und dennoch kurz haben die Mitglieder des Planungs- und Verkehrsausschusses des Stadtrats am Mittwochabend über die mögliche Rheinbrücke debattiert, die zwischen Südstadt und Beuel entstehen könnte und Fußgängern und Radfahrern vorbehalten sein soll. Intensiv, weil das Projekt von den Befürwortern mit großer Leidenschaft vertreten wurde; und kurz, weil sich fast alle Fraktionen auf einen gemeinsamen Antrag verständigen konnten, mit dem der Ball nun bei der Verwaltung liegt. Sie soll die Machbarkeit jetzt mithilfe einer entsprechenden Studie prüfen.

Foto: Grafik: GA

Als „großartig“ bezeichnete etwa Gabi Mayer von der SPD den ersten kleinen Durchbruch, den das Vorhaben mit dem einhelligen Votum im Fachausschuss genommen hat. „Was immer hilft, damit mehr Bonnerinnen und Bonner das Auto stehen lassen, ist gut. Und die Rheinquerung ist im Bonner Straßensystem vielleicht das größte Nadelöhr“, so die SPD-Politikerin. Die Planungssprecher der Koalitionsfraktionen CDU, FDP und Grüne freuten sich unisono über den „wichtigen Baustein zur Verkehrswende in Bonn“. Nicht einmal der als Skeptiker profilierte Marcel Schmitt vom Bürger Bund Bonn mochte sich gegen die Prüfung sperren. Einzig Hans Friedrich Rosendahl von der Allianz für Bonn (AfB) goss etwas Wasser in den Wein des sich ausbreitenden Wohlwollens und erinnerte daran, dass solch ein Überweg bei aller Möglichkeit staatlicher Förderungen letztlich auch bezahlt sein wolle. Hier, so Rosendahl, dürften angesichts des bestehenden Sanierungsstaus in der Stadt und der allgemein schlechten Haushaltslage mutmaßlich andere Aufgaben Priorität genießen. „Wecken Sie ein halbes Jahr vor der Kommunalwahl beim Bürger keine Erwartungen, die nicht haltbar sind“, appellierte er an die Kollegen im Ratssaal.

Ihren Ursprung hat die Idee in den Reihen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Dessen Vertreter fordern seit einem guten Jahr die neue Querung und argumentieren etwa damit, dass es auf der Kennedybrücke immer enger werde. Die ist vor einigen Jahren bekanntlich eigens für Fußgänger und Radfahrer verbreitert worden, trug Zählungen zufolge in den vier Jahren zwischen 2015 und 2019 zehn Millionen Radfahrer über den Rhein.

Entlastung erhofft sich die Fahrradlobby deshalb von der neuen Brücke, die in der Achse Zweite Fährgasse/Ringstraße, also exakt zwischen Kennedy- und Südbrücke verlaufen soll. Aus Sicht der Befürworter wäre dies die ideale Verbindung von Südstadt, Uni, Regierungsviertel und den Beueler Wohnvierteln. Der Blick auf den Stadtplan zeige, dass die Stelle prädestiniert sei, da die beiden Anschlussstraßen in einer Flucht liegen; und auch der jüngste Verkehrsentwicklungsplan sehe dort eine Querung vor. fa