Bäderkonzept für Bonn Stadtsportbund befürchtet Freibadschließung

Bonn · Der Fachausschuss lehnt eine Rücknahme der geplanten Kürzungen für den Bäderbetrieb mehrheitlich ab. Nun befürchtet der Stadtsportbund die Schließung eines oder mehrerer Freibäder.

 Neben dem Herzstück, dem 50-Meter-Sportbecken, bestehen beste Trainings- und Einschwimm-Möglichkeiten in einem Nebenbecken (40-Meter-Bahnen). Im Sport-, aber auch im Einschwimmbecken stehen jeweils acht Startbahnen zur Verfügung. Das Sportbecken ist zudem für Wasserballspiele auf internationaler Ebene zugelassen.

Neben dem Herzstück, dem 50-Meter-Sportbecken, bestehen beste Trainings- und Einschwimm-Möglichkeiten in einem Nebenbecken (40-Meter-Bahnen). Im Sport-, aber auch im Einschwimmbecken stehen jeweils acht Startbahnen zur Verfügung. Das Sportbecken ist zudem für Wasserballspiele auf internationaler Ebene zugelassen.

Foto: Volker Lannert

Am Samstag hatte Stadtsportbundvorsitzender Michael Scharf bei der Bürgerwerkstatt zum geplanten Badneubau in Dottendorf noch ein vorsichtiges Lob ausgesprochen: "Heute ist ein guter Tag für den Bonner Sport. Das ist nicht jeden Tag der Fall, aber heute schon." Am Montag hörte sich das wieder anders an: "Wir müssen uns schon fragen, warum der Stadtsportbund (SSB) einen Sitz im Sportausschuss hat, wenn er als Vertreter des Sports in einer solchen Sache nicht einmal die Gelegenheit bekommt, seine Meinung zu äußern." Worauf Scharf anspielte, war ein Vorgang in der jüngsten Ausschusssitzung am vergangenen Donnerstag.

Die SPD wollte mit einem Änderungsantrag erreichen, dass die von der Verwaltung vorgeschlagenen Kürzungen für den Freibadbetrieb in den kommenden beiden Jahren zurückgenommen werden. Die Koalition stimmte ohne große Debatte und Erklärung gegen diesen Vorschlag. Der SSB fragte sich, warum er nicht einmal zu Wort kommen durfte und befürchtete Einschränkungen in der Bäderlandschaft. "Damit droht die Schließung eines oder mehrerer Freibäder bereits im kommenden Sommer. Das würde mit Sicherheit zu wütenden Protesten vieler Bürger führen", so Sportausschussmitglied Elmar Heide-Schoenrock vom SSB.

Die sportpolitische Sprecherin der SPD, Gabi Mayer, reagierte enttäuscht vom Abstimmungsverhalten der Koalition: "Für die kommende Freibadsaison bedeutet das wieder Zittern um grundsätzliche Öffnung und Öffnungszeiten. Das ist so nicht hinnehmbar." SPD-Fraktionsvorsitzende Bärbel Richter ergänzte: "Wir erwarten, dass die Koalition von dieser Position abrückt und ihre Ablehnung aus dem Sportausschuss im Finanzausschuss korrigiert."

Der Vorsitzende des Sportausschusses Christos Katzidis (CDU) erklärte am Montag die Entscheidung gegen den Änderungsantrag der Opposition folgendermaßen: "Wir haben nicht zugestimmt, weil wir uns gerade mitten in den Haushaltsberatungen befinden. In den Reihen der Koalition wird über diesen Punkt noch diskutiert." Er betonte zudem, dass man als Koalition eben auch in der Haushaltsverantwortung stehe und Geld einsparen müsse. Katzidis: "Aus unserer Sicht hat die Verwaltung sich noch nicht ausreichend zu flexibleren Personaleinsätzen in den Freibädern geäußert."

Am 22. September hatte der Stadtrat nicht nur den Neubau eines Bads in Dottendorf am Heizkraftwerk Süd beschlossen, sondern auch die pauschale Kürzung der Verbrauchskosten in den Freibädern. Für 2017 hatte das Bäderamt ein Defizit von 250 000 Euro errechnet und für 2018 ein Defizit von 290 000 Euro prognostiziert. Zugleich folgte der Rat einem Verwaltungsvorschlag, Interessenten für den Betrieb sämtlicher Bonner Freibäder zu suchen. "Das Sport- und Bäderamt ist an dem Thema dran", hieß es am Montag aus dem Pressamt. Auch "alternative Einsparziele" würden derzeit geprüft.

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