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Kanalbauarbeiten auf dem Venusberg: Steiniger Boden verzögern die Arbeit

Kanalbauarbeiten auf dem Venusberg : Steiniger Boden verzögern die Arbeit

Die Kanalbauarbeiten auf dem Venusberg ziehen sich noch bis Februar hin. Der Grund sind steinige Böden und Grundwassereinbrüche.

„Erst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu“, stellt Tiefbauamtsleiter Peter Esch fest und schaut in die rund 13 Meter tiefe Baugrube auf dem Venusberg. Denn ursprünglich sollten die Kanalbauarbeiten auf der Zufahrt zur Uniklinik bis Weihnachten beendet sein. Daraus wird allerdings nichts. Erst im Februar 2017 werden Handwerker und schwere Maschinen endgültig abziehen. „Es war nicht vorhersehbar, dass wir hier auf große Flächen unsicheren Baugrunds stoßen würden“, so Esch.

Auf rund 150 Metern Länge erneuert das Tiefbauamt derzeit den Kanal in der Robert-Koch-Straße. „Dafür werden in Höhe des Bodelschwinghweges unterirdisch Rohre mit einem Durchmesser von 1,40 Metern zwischen drei 6,50 bis 13 Meter tiefen Baugruben verlegt“, erläutert Bauleiter Wolfgang Frömbgen.

Ein großes Problem sind jedoch die „rolligen“ Böden. Diese bestehen aus kleinen Steinchen ohne Zusammenhalt. „Und das auf der gesamten Länge“, so Esch. Deshalb verzögerte sich das Ausheben der Baugrube um Wochen. Denn die Handwerker konnten immer nur kleine Abschnitte freilegen und sichern. Zusätzlich gab es erhebliche Grundwassereinbrüche. Zudem stieß man bei den Erdarbeiten auf ein Stromkabel, das in den Leitungsplänen an anderer Stelle eingezeichnet war.

„Der Kanalbau Robert-Koch-Straße ist ein gutes Beispiel dafür, dass trotz sorgfältiger Planung, vorgeschalteter Baugrunduntersuchung und Abstimmung mit allen zu beteiligenden Akteuren die tatsächlich vorgefundenen Bodenverhältnisse mehr Schwierigkeiten bereiten als erwartet. Dadurch macht die Realität dem Zeitplan einen gehörigen Strich durch die Rechnung“, erklärte Esch vor Ort. Die Arbeiten auf dem Venusberg würden sehr anschaulich zeigen, dass man trotz aller Vorkehrungen nicht gegen Überraschungen gewappnet ist. „Bei den meisten Kanal- und Straßenbaumaßnahmen verläuft alles nach Plan oder kann zumindest in der vorgesehenen Bauzeit noch aufgefangen werden. Aber es gibt eben immer wieder Ausreißer wie hier in der Robert-Koch-Straße“, so der Amtsleiter.

Mit den Arbeiten wurde Mitte Mai begonnen. Für den unterirdischen Rohrvortrieb waren drei Baugruben erforderlich. Die jetzigen Arbeiten in Höhe des Bodelschwinghweges sollen bis Weihnachten abgeschlossen sein. Dann wird für die Gesamtmaßnahme eine Pause eingelegt und der bislang noch per Baustellenampel einspurig geführte Verkehr wird wieder zweispurig passieren können. Im neuen Jahr werden dann die Arbeiten wieder aufgenommen und die Baustellenampel muss an anderer Stelle bis zur endgültigen Fertigstellung im Februar erneut in Betrieb genommen werden.

Ursprünglich waren für die Kanalerneuerung rund 930 000 Euro kalkuliert. Durch Verzögerung und höheren Aufwand rechnet das Tiefbauamt allerdings mit Mehrkosten. „Bei welchem Betrag wir letztendlich liegen, das können wir noch nicht sagen“, so der Leiter des Tiefbauamtes. Aber: Dann gebe es auf dem Venusberg einen Kanal, der die nächsten 100 Jahre „hält“.