Krieg im Nahen Osten Bundespräsident lädt palästinensisches Ehepaar aus Bonn ein

Bonn · Die Eldanafs, die 33 Tage in Gaza festsaßen, waren zum Gespräch bei Frank-Walter Steinmeier. Das Ehepaar sollten ihm vor seiner Israel-Reise vom Krieg in Gaza berichten.

Palästinensisches Ehepaar aus Bonn ist zurück aus dem Gaza-Streifen

Palästinensisches Ehepaar aus Bonn ist zurück aus dem Gaza-Streifen

Foto: Benjamin Westhoff

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Freitag mit Deutschen getroffen, die aus dem Gaza-Streifen ausgereist sind. Das Treffen diente als Vorbereitung für seine anschließende Reise nach Israel. Unter den neun Teilnehmenden im Berliner Schloss Bellevue war auch das Bonner Ehepaar Eldanaf.

Beide leben seit 43 (er) beziehungsweise 36 (sie) Jahren in Deutschland. Ursprünglich wollten sie zu einer Hochzeit von Verwandten in Gaza. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel fanden sie sich plötzlich mitten im Krieg wieder und gerieten unter Raketenbeschuss. Die Eldanafs verließen nach 33 Tagen Gaza über den Grenzübergang Rafah, mit Hilfe der deutschen Regierung. „Wir konnten dem Bundespräsidenten zwei Stunden unsere Erlebnisse aus Gaza erzählen“, sagt Mazen Eldanaf.

Der Chefarzt Ahmed Abunada des Al-Shifa-Krankenhauses in Gaza war ebenso eingeladen worden. Dieser berichtete Steinmeier von den Angriffen der israelischen Armee auf die Klinik, wie Eldanaf schildert. Abunada bezeichne das Krankenhaus nur noch als Gebäude, da mittlerweile alles fehle, um als Krankenhaus zu dienen. Steinmeier sei während des Gespräches sachlich geblieben. Man habe ihm aber angesehen, wie traurig ihn die Berichte der deutsch-palästinensischen Gäste gemacht haben, so Eldanaf.

 Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, spricht neben Isaac Herzog, Präsident von Israel, im Kibbuz Beeri zu Pressevertretern.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, spricht neben Isaac Herzog, Präsident von Israel, im Kibbuz Beeri zu Pressevertretern.

Foto: dpa/Ronen Zvulun

„Steinmeier verwies auf die besondere Beziehung zwischen Deutschland und Israel, aber er meinte auch, dass es so nicht mehr weitergehen kann und endlich Frieden einkehren muss“, berichtet der Bonner. Steinmeier habe ihnen gesagt, alles versuchen zu wollen, was er könne, ohne die Beziehung zu Israel zu gefährden.

Steinmeier traf zwei Tage später den israelischen Präsidenten Isaac Herzog. Der Bundespräsident betonte während seines Besuchs seine Solidarität mit dem jüdischen Staat. „Unsere Solidarität gilt auch dem Israel, das sich wehrt, das kämpft gegen eine existenzielle Bedrohung.“ Er befürworte dennoch die vereinbarte Feuerpause zwischen dem israelischen Militär und der Hamas. Es sei notwendig, die Zivilisten im Gaza-Streifen zu schützen.

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