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Stichwahl in Bonn um das Oberbürgermeister-Amt ist zweite in der Geschichte

Stichwahl am Sonntag : Letzte OB-Stichwahl in Bonn liegt 21 Jahre zurück

Zum zweiten Mal gibt es in der Geschichte der Stadt Bonn eine Stichwahl für das Oberbürgermeister-Amt. Die letzte Stichwahl liegt 21 Jahre zurück. Damals traten Bärbel Dieckmann (SPD) und Helmut Stahl (CDU) gegegeneinander an.

Es ist am Sonntag erst die zweite Stichwahl in der Geschichte der Stadt Bonn, bei der die Bonner über ihr neues Stadtoberhaupt entscheiden. Zur Wahl stehen Amtsinhaber Ashok Sridharan (CDU) und die Bonner Bundestagsabgeordnete Katja Dörner (Grüne). Rund 249.000 Bürger ab 16 Jahren sind wahlberechtigt. Rund 80.000 von ihnen haben Briefwahl beantragt. Der Stadt Bonn zufolge sind das so viele wie noch nie zuvor. Auch das sei ein Grund dafür, dass nicht wenige Wähler erst auf dem letzten Drücker ihre Unterlagen erhalten haben. Manche hatten sie indes bis diesen Freitag noch nicht.

1994 kippte der Düsseldorfer Landtag die bis dahin übliche Doppelspitze von ehrenamtlichem (Ober-) Bürgermeister und (Ober-) Stadtdirektor als Verwaltungschef in den NRW-Rathäusern. Seitdem werden der oder die hauptamtliche OB direkt gewählt. Das Gesetz trat allerdings erst nach der Kommunalwahl 1994 in Kraft. Damals war in Bonn erstmals eine Ratsmehrheit aus SPD und Grünen ans Ruder gekommen. Sie wählte die Lehrerin Bärbel Dieckmann (SPD) zur neuen, zunächst noch ehrenamtlichen OB. Das Amt hatte bis dahin der Christdemokrat Hans Daniels inne.

Die neue Gemeindeordnung sah die erste Direktwahl eines hauptamtlichen OB 1999 vor. Bis dahin galt eine Übergangsregelung. Die nutzte Bärbel Dieckmann bereits 1995: Der damalige Bonner Oberstadtdirektor Dieter Dickmann musste gehen, seine Fast-Namensvetterin übernahm auch das Stadthaus.

1999 kam es zur ersten Stichwahl in Bonn: Gegen Dieckmann war neben anderer Bewerber aus den kleineren Parteien der Bonner Vize-CDU-Chef Helmut Stahl angetreten. Er holte im ersten Wahlgang eine Mehrheit von 47,5 Stimmen, Dieckmann kam auf 45,2 Prozent. In der Stichwahl lag sie am Ende mit rund 3000 Stimmen vor Stahl. Damals hatten die Grünen zur Wahl Dieckmanns aufgerufen. 2004 schlug Dieckmann ihre Herausforderin Pia Heckes (CDU) im ersten Wahlgang mit 56,8 Prozent. Ihr Amtsnachfolger Jürgen Nimptsch (SPD) gewann 2009 mit 40,91 Prozent – 2007 war die Stichwahl abgeschafft worden. 2011 wurde sie von der rot-grünen Landesregierung wiedereingeführt. Ashok Sridharan gewann 2015 im ersten Wahlgang mit knapp 50,6 Prozent. Die CDU/FDP-Landesregierung wollte die Stichwahl 2019 wieder abschaffen, der NRW-Verfassungsgerichtshof entschied dagegen.

Wähler, die ihre Briefwahlunterlagen nicht erhalten, sowie alle, die noch Fragen haben, sollen sich laut Stadt Bonn an das Wahlamt unter 0228 772255 wenden. Die 163 Wahlräume sind am Sonntag, 27. September, von 8 bis 18 Uhr geöffnet.