Streik bei Bahn und Lufthansa Reisende in Bonn und der Region müssen sich auf Einschränkungen einstellen

Bonn · Nach dem Streik im ÖPNV müssen Reisende sich auch weiterhin auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Denn der Nah- und der Fernverkehr sowie Flughäfen sind betroffen. Ein Überblick.

 Viele Bahnen werden am Donnerstag und Freitag nicht fahren.

Viele Bahnen werden am Donnerstag und Freitag nicht fahren.

Foto: dpa/Julian Stratenschulte

■ GDL-Streik:

Auch nach dem Streik im ÖPNV wird es nicht gerade besser für Bahnreisende. Denn ab Donnerstag hat die Lokführergewerkschaft GDL einen Streik angekündigt. Bei der Bahn beginnt der Streik im Fern- und Regionalverkehr am Donnerstagmorgen um 2 Uhr. Bis Freitag um 13 Uhr soll der Ausstand laut GDL andauern. Doch auch danach dürfte es noch einige Zeit dauern, bis alle Züge wieder wie gewohnt fahren. Im Güterverkehr beginnt der Arbeitskampf bereits am Mittwochabend um 18 Uhr und soll bis Freitag um 5 Uhr gehen.

Die Bahn kündigte am Montag an, auch dieses Mal wieder einen Notfahrplan, ein Grundangebot im Fern- und Regionalverkehr, anbieten zu wollen. Auf Zuginfo.nrw gibt es einen Überblick über alle Bahnen die vom Streik betroffen sind.

Im Fernverkehr sollen längere Züge mit mehr Sitzplätzen unterwegs sein. Die Zugbindung für den 7. und 8. März ist demnach aufgehoben, Fahrgäste können ihre Fahrten also auch an einem späteren Tag nachholen. Das Angebot, die Fahrt auch auf einen Tag vor dem Streik vorziehen zu können, machte die Bahn dieses Mal allerdings nicht.

GDL-Chef Weselsky will Streiks künftig nicht mehr wie zuletzt mit rund 48 Stunden Vorlauf ankündigen. „Wir beginnen sogenannte Wellenstreiks“, sagte er am Montag. Auch Streiks während des anstehenden Osterverkehrs schloss er nicht aus. „Damit ist die Eisenbahn kein zuverlässiges Verkehrsmittel mehr“, sagte er. Fast vier Wochen saßen die Bahn und die GDL zuletzt hinter verschlossenen Türen zusammen, um einen Kompromiss zu finden. Zwei erfahrene Schlichter, der frühere Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (beide CDU), moderierten die Gespräche. Ohne Erfolg.

■ Lufthansa-Streik:

Wer plant, von der Bahn auf das Flugzeug umzusteigen, hat auch dort nicht die besten Chancen. Denn die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten von Lufthansa ab Donnerstag zum Streik auf. Nach einer ersten Einschätzung des Lufthansa-Konzerns sind an den beiden von Verdi avisierten Streiktagen Donnerstag und Freitag rund 200.000 Passagiere betroffen. Das deutet darauf hin, dass wie bei zwei vorhergegangenen Streikwellen erneut rund 1000 Flüge pro Tag ausfallen und nur rund ein Zehntel des ursprünglichen Angebots geflogen werden kann. Welche Flüge ausfallen haben wir hier zusammengestellt.

■ ÖPNV-Streik:

Gestartet war die Streik-Woche am Dienstag im öffentlichen Nahverkehr. Die Gewerkschaft Verdi hatte zu Warnstreiks in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in Nordrhein-Westfalen aufgerufen. Auch Bonn und Köln waren betroffen. Für die täglich mehr als 32.000 Pendlerinnen und Pendler zwischen den beiden Städten am Rhein, war es dadurch kompliziert zur Arbeit zu kommen. Die Stadtwerke Bonn (SWB) teilten mit, dass Busse und Bahnen ab Dienstag um 3 Uhr bis zum Betriebsende in der Nacht auf Donnerstag nicht fahren. Auf der Homepage der SWB gab es Sonderfahrpläne für die Busse.

Im Bahnverkehr kommen durch die Baustelle am Stellwerk „linker Rhein“ seit dem 1. März und noch bis zum 22. März weitere Einschränkungen hinzu: Der Regionalexpress (RE) 5 fährt nicht zwischen Köln Hauptbahnhof und Oberwinter, die Regionalbahn (RB) 48 fährt ebenfalls nicht zwischen Köln Hauptbahnhof und Bonn-Mehlem. Linksrheinisch bleibt dann für Pendlerinnen und Pendler zwischen Bonn und Köln noch die RB26 und die RB30 (über Bonn hinaus verlängert), die beide bis nach Brühl fahren. Von dort aus fährt ein Schnellbus als Schienenersatzverkehr weiter zum Kölner Hauptbahnhof. Die Straßenbahnlinien 16 und 18 fielen aufgrund des Streiks aus. Weitere Informationen dazu gibt es hier.

Von der Baustelle ist auch die Strecke zwischen Köln Messe/Deutz und Euskirchen betroffen: Die Linie RE12 fällt aus, RE22 und RB24 fahren lediglich zwischen Erftstadt und Euskirchen. Vom Kölner Hauptbahnhof aus gibt es einen Schnellbus bis Erftstadt. Rechtsrheinisch ist es weiterhin möglich, beispielsweise von Beuel aus nach Köln zu fahren. Wer allerdings auf der anderen Rheinseite wohnt, musste während des ÖPNV-Streiks eine Möglichkeit finden, um nach Beuel zu kommen. Denn mit Straßenbahnen oder Bussen war dies nur eingeschränkt möglich. Mögliche Alternativen gibt es hier.

(dpa/ga)
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