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Hoffnung in Sicht? : Streit um Discounter in Kessenich bisher ergebnislos

Hoffnung in Sicht? : Streit um Discounter in Kessenich bisher ergebnislos

Die mögliche Ansiedlung eines Marktes am Rheinweg sorgt seit Jahren für Diskussionen zwischen Anwohnern und Politik. Doch die Debatte scheint festgefahren: Ein Ergebnis ist nicht in Sicht.

Die geplante Ansiedlung eines Discounters in Kessenich oder Dottendorf sorgt seit Jahren für kontroverse Diskussionen zwischen Politikern und Anwohnern im südlichen Stadtbezirk Bonn. Konkrete Ergebnisse oder gar eine Entscheidung gibt es jedoch immer noch nicht. War ursprünglich ein Standort am Rheinweg in Kessenich favorisiert, so wurden in der Vergangenheit verschiedene Alternativen im benachbarten Dottendorf ins Gespräch gebracht.

Dennoch geht es bei diesem Thema nicht weiter. Erst im März des vergangenen Jahres wurde eine Beschlussvorlage vertagt. „Die Prüfungen, ob die Alternative zum Standort Rheinweg nach städtebaulichen, verkehrlichen und rechtlichen Gesichtspunkten umsetzbar ist, sind noch nicht abgeschlossen“, erklärt Kristina Buchmiller vom Presseamt auf GA-Anfrage.

Daher sei derzeit eine Weiterführung der Beratung der bereits mehrfach vertagten Beschlussvorlage erst vorgesehen, wenn „dazu eine klare und politisch mehrheitsfähig erscheinende Beschlussempfehlung abgegeben wird. Insofern existiert auch noch kein beschlossener Verhandlungsauftrag über ein Grundstück“, so Buchmiller.

Verwaltung beging einen Formfehler

Zur Vorgeschichte: Bereits vor Jahren hatte Aldi eine Bauvoranfrage für eine Filiale in Dottendorf gestellt. Die Verwaltung stellte den Antrag zwar zurück, beging beim Bescheid allerdings einen Formfehler. Aldi verwies daraufhin auf eine mögliche Schadenersatzklage in Millionenhöhe. Seither führen Stadt und Unternehmen Verhandlungen über einen Standort. Vor Jahren unterbreitete die Verwaltung dem Stadtrat die Idee, am Rheinweg nahe den Bahnschienen ein eigenes Grundstück anzubieten, auf dem über einem Verkaufsraum Platz für Dienstleistung und Wohnen entstehen könnte.

Im Laufe der Zeit wurden daneben das ehemalige Miesen-Gelände oder das Areal „In der Raste“ an der Dottendorfer Straße vorgeschlagen. „Grundsätzlich würde sich die CDU freuen, wenn wir in der Angelegenheit endlich weiterkämen“, nimmt Henriette Reinsberg für ihre Fraktion Stellung. Aktuell befasse sich die CDU-Fraktion allerdings nicht mit dieser Frage.

Für Hartwig Lohmeyer von den Grünen geht es allerdings nicht nur um die Ansiedlung einer Aldi-Filiale am Rheinweg. „Wir brauchen ein Gesamtkonzept für die Gestaltung der gesamten Strecke von Friesdorf bis zur Reuterbrücke“, sagt er. Es greife zu kurz, einen Standort gegen einen anderen auszutauschen. Durch den neuen UN-Haltepunkt und die Museen in der Nachbarschaft sei die Umgebung in den letzten Jahren enorm aufgewertet worden.

Auch dies müsse angemessen berücksichtigt werden. In einem weitreichenden Planungskonzept sollte für ihn nicht nur die Ansiedlung von Einzelhandel berücksichtigt werden, sondern: „Auch ein eventuell geplanter Gleisausbau sowie Radwege müssen sich darin widerspiegeln.“ Zudem müsse geklärt werden, welche Auswirkung ein Discounter auf den Einzelhandel in der Umgebung hätte und wie das Verkehrsproblem gelöst würde. „Die Bedenken der Anwohner dürfen wir ebenfalls nicht außer Acht lassen“, meint Lohmeyer.

„An unserer Haltung hat sich nichts geändert“, sagt Helmut Redeker für die SPD. Man habe keine Probleme mit der Ansiedlung eines Marktes. „Allerdings nur dort, wo die Rahmenbedingungen auch stimmen“, erklärt er auf Anfrage. Dazu zählt für ihn vor allem ein schlüssiges Verkehrskonzept. „Und das gibt es für diesen Standort nun einmal nicht“, ergänzt er. Eine vernünftige Bahnquerung fehle komplett und sei derzeit nur über enge Sträßchen möglich. „Und daher ist der Standort für uns indiskutabel“, so Redeker.

Piraten: Erbpacht als mögliche Alternative

Christoph Grenz von den Piraten hat nichts gegen die Ansiedlung des Discounters. „Das wäre eine gute Ergänzung für die Nahversorgung in diesem Bereich“, meint er. Er würde sich allerdings wünschen, dass das Grundstück am Rheinweg nicht verkauft, sondern nur in Erbpacht zur Verfügung gestellt wird.